Sehe ich im Prinzip auch so: diesen ganzen Nazikram habe ich satt bis oben hin, zumal ich nach Kriegsende geboren bin, aber:
Ich finde es nicht gut, dass Leute, die entsprechend Dreck am Stecken haben auch noch dicke Pensionen beziehen/bezogen oder einen offiziellen Nachruf bekommen, und zwar ganz besonders dann nicht, wenn man heute Stasi-Mitarbeiter zur Rechenschaft zieht für Dinge, die sie während des DDR-Regimes getan haben. (Abgesehen davon gibt es noch genügend Leute, die unter diesen Verbrechern gelitten haben - auch wenn sie jetzt schon sehr alt sind. Ich denke, die haben das Recht auf eine Antwort bzw. Aufklärung.)
In dem Fall sollte doch "gleiches Recht für Alle" gelten. Abgesehen davon ist es besser, D arbeitet solche Dinge selbst auf, als dass sie vom Ausland ausgegraben werden und D dann unter Druck gesetzt wird.
Hier ein Interview, wie es zu den Nachforschungen kam:
Das ist jetzt der Nachruf, den sie wollten
In seiner Zeit als Außenminister setzte Joschka Fischer eine Historikerkommission ein, um die Geschichte seines Hauses aufarbeiten zu lassen. Im Gespräch mit Frank Schirrmacher begündet er diesen Schritt und zeigt sich entsetzt über das Ergebnis.
Wie ist es zur historischen Aufarbeitung gekommen? Sie haben diese Kommission durchgesetzt.
Marga Henseler war letztendlich der Auslösefaktor, vergessen Sie die alte Dame nicht. Sie hat einen Brief geschrieben, der das Ganze ins Rollen brachte. Und dieser Brief erreichte mich nicht. Marga Henseler war selber in Gestapo-Haft in Brüssel, muss Todesängste gehabt haben, wurde auch bedroht: „Du kommst nach Ravensbrück“, all diese Dinge. Und als sie den Nachruf auf Nüßlein las . . .
. . . der als Generalstaatsanwalt in Prag für 900 Todesurteile verantwortlich war . . .
. . . hat sie mir einen empörten Brief geschrieben. „Wie können Sie denn nur . . .“ Und: „Wissen Sie nicht, dass . . .“ Der kam nicht an, sondern wurde von der Bürokratie beantwortet.
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