Das wünsche ich ebenso und hier mal ein Text von H.D. Hüsch für den 3ten Advent....
aus einer der letzten Predigten gehalten am 13.02.2000 in der Offenen Kirche Elisabethen.
Erheiterndes neben Nachdenklichem, genau das mag ich an Herrn Hüsch besodners gern:
Dies ist ein Auszug aus dieser Predigt:
Kirche ist zu !!!
„Kennen Sie die Geschichte, wo der liebe Gott in seiner eigenen Kirche eingeschlossen wurde, von seinem eigenen Küster oder der Küsterin oder der Küsterstochter oder vom Sohn des Küsters, der auch Küster werden will, denn sein Grossvater war ja auch schon Küster.
Und sie konnten eigentlich ja nichts dafür, hat mir der liebe Gott erzählt, als wir uns wieder mal in Dinslaken getroffen haben (Schwester, Schwager, Treffen) (Samstags, Espresso).
Sie konnten eigentlich ja nichts dafür. Der liebe Gott war in, - wie heisst die Gemeinde Dietersbronn, das liegt bei Dieterswasser, zwischen Güteglück und Moritz. Ihr wisst schon, er war also in Dietersbronn in die Kirche gegangen. Die stand auf, vielmehr die Tür stand auf. Wann steht schon mal in einer evangelischen Kirche die Tür auf, muss ich Sie doch mal fragen. Die meisten evangelischen Kirchen sind doch, wenn nicht gerade Gottesdienst, Konfirmation, Heirat oder Taufe ist – sind doch zu! Verriegelt, vernagelt! Fehlt nur noch ein Schild an der Tür: Wir geben nichts! Warum sind so viele evangelische Kirchen über Tage und ganz besonders in der Nacht geschlossen? Hat man Angst, dass die Kirche geklaut wird, oder der Pfarrer, oder aus der Kirche eine Bank oder ein Gesangsbuch zum Beispiel. So viel Kostbarkeiten haben wir doch gar nicht. In unseren Kirchen ist doch nicht viel zu holen. Ein Gesangbuch, das wär ja gut, wenn einer keines hat. Kann er lernen, wie’s schon seit altersher zugeht und neuerdings auch. Lobe den Herrn, du kleines sterbliches Geschöpf, sing dem Herrn deine Liebe ins Gesicht. Der Herr wird es dir danken, bring ihm einen Schlüssel. Denn, - um wieder auf die Geschichte zurückzukommen:
Denn der liebe Gott konnte nicht mehr raus aus der Kirche in Dietersbronn. Er hat geklopft, getrommelt und gepfiffen: Nichts. Denn wenn eine evang. Küster-Familie mal beim Essen sitzt, dann hört sie nix, dann isst sie.
Aber, habe ich zum lieben Gott gesagt: Du hättest doch eins von Deinen Zeichen und Wundern tun können.
Nee, nee, das wollte ich nicht, hat der liebe Gott gesagt. Das wäre ja nicht objektiv gewesen, und der Jesus sagt auch immer, ich soll mit den Zeichen und Wundern sparsamer umgehen und vor allen Dingen sie nicht selbst verbrauchen. Jedenfalls hat der liebe Gott sich damit abgefunden, hat sich auf eine Bank gelegt und ist eingeschlafen. Und wenn der Küster nicht am anderen Morgen für den Sonntagsgottesdienst ein paar Kerzen ausgewechselt hätte, hätte der liebe Gott bis zum Mittag durchgeschlafen. Nein, der Küster legte sofort los: Nix da, Penner können wir hier nicht gebrauchen und Junkies schon gar nicht. Und der liebe Gott entschuldigte sich, verbeugte sich ein paar Mal, und zog sich auf Zehenspitzen, fast leicht tänzelnd zurück, und dann entschloss er sich doch eins von seinen Wundern zu tun, nämlich umgekehrt den Küster einzuschliessen. Ohne Schlüssel! Und zwar so einzuschliessen, dass der so ohne weiteres nicht mehr aus der Kirche rauskam, wenn nicht der Gottesdienst gewesen wäre und der Pfarrer nicht mehrere Schlüssel gehabt hätte.
Seit der Zeit steht die evangelische Kirche in Dietersbronn Tag und Nacht offen. Und es tummeln sich auch manchmal Obdachlose und Landstreicher dort herum und neuerdings werden auch dort Menschen aller Arten, die abgeschoben werden sollen, versteckt und von vielen Menschen beschützt. Und der liebe Gott hat seine Freude daran, denn er liebt die, die Widerstand leisten und nicht zu allem Ja und Amen sagen, sondern Nein und Halleluja! Nein und Halleluja.
Bitte weitersagen: Nein und Halleluja! Danke“