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 Unterbringung in deutschen Kliniken

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Sunny
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BeitragThema: Unterbringung in deutschen Kliniken   Sa 9 Apr 2011 - 14:18

Hallo ihr Lieben...

Unlängst wurde ich schwer gescholten weil ich frevelhafterweise die hiesigen
Dreibettzimmer als "AOK"-Säle tituliert habe. Ich habe dazu, geprägt von den
aktuellen Ereignissen (die keineswegs Einzelfälle sind), diesen Thread eröffnet
damit aus deiner Sicht Ereignisse und Situationen geschildert werden können.

1.) Zweibettzimmer
An meinem Aufnahmetag kam ich nicht gleich auf meine Zielstation sondern in
die Aufnahmestation. Noch mit Glück, es war ein Zweibettzimmer. Toilette auf
dem Zimmer, zwei Waschgelegenheiten und eine Dusche.
Leider war mein "Zimmerpartner" ein sehr betagter Mann, ausgeprägte Demenz
und ohne fremde Hilfe nicht bewegungsfähig. Er hat viel geschlafen, aber mit
einer Geräuschkulisse die ein rasches Ableben vermuten ließ.

2.) Dreibettzimmer
Noch am gleichen Tag wurde ich auf meine Wunschstation verlegt, allerdings in
ein Dreibettzimmer. Eine Waschgelegenheit, Toilette/Dusche auf dem Flur, die
Betten so eng stehend das kaum das Nachtschränkchen dazwischen passt. Und
hier verschärfe ich meine Wortwahl, das war ein AOK-Auffanglager!
Der zweite im Zimmer war ja noch genehm, dann wurde aber ein alter Mann aus
dem osteuropäishen Raum dazugelegt der neben den üblichen Demenzerscheinungen
auch gern vergaß wo die Toilette ist. Er urinierte und kotete wo es grad (nicht) passte,
vorzugsweise zur Essenszeit. Wenn er die Toilette fand dann wurde sie für Nachfolger
unbenutzbar hinterlassen. Grundsätzlich hinterließ er einen penetranten Körpergeruch,
man konnte auch nicht genau erkennen ob seine Zehen schon abfaulten oder "nur"
sehr schmutzig waren.

Das sind keine Einzelfälle, das ist Alltag in den Krankenhäusern. Sie müssen diese Leute
aufnehmen, Als Patient habe ich schon erst recht keine Wahl, wen ich auf dem Zimmer
haben möchte.
Aber um mir genau das zu gönnen, eben nicht mit sterbenden oder dem geschilderten
Typen in einem Raum liegen zu müssen zahle ich gerne zu meiner "GKV" aus der eigenen
Tasche dazu und gönne mir dann das:

3.) Einzelzimmer
Hier konnte ich dann die Nacht in Ruhe und ohne Störgeräusche und -gerüche verbringen.







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Planesia2



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BeitragThema: Re: Unterbringung in deutschen Kliniken   Sa 9 Apr 2011 - 15:17

Das mit den Kliniken ist so ne Sache. Ich lag 1998 in der Frauenstation einer städtischen Klinik. Zimmer m. 3 Betten, Waschgelegenheit. Dusche+Toi waren auf dem Flur. Da ich nach der OP auch laufen sollte, was aber ohne fremde Hilfe nicht möglich war, brachte mich die Schwester zur Toi und sagte, sie würde mich wieder abholen. Hat sie vergessen. An der Innenseite der Tür war der Putzplan. Dem war zu entnehmen, dass diese Toi das letzte Mal 4 Tage vorher geputzt worden war - und dann wundert man sich, dass die Leute sich im Krankenhaus anstecken.

Oder so:
http://www.focus.de/panorama/welt/klinikum-fulda-schon-wieder-schwere-hygiene-panne_aid_616487.html

Da ist es doch echt ein Lotteriespiel, ob und wie Du wieder nach Hause kommst... Daumenrunter
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Compumouse
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BeitragThema: Re: Unterbringung in deutschen Kliniken   Sa 9 Apr 2011 - 21:54

Ich war zum Glück noch nicht so oft im Krankenhaus, aber wenn ich mal war, hatte ich schon den Eindruck, dass darauf geachten wurde, wen man wohin legt. Soweit das natürlich möglich war. Ich hatte immer nette Zimmerkolleginnen und habe zum Glück noch keine solchen Erfahrungen gemacht wie Sunny in dem Dreibett-Zimmer. Da ist dann natürlich auch das Personal gefordert.

Das einzig 'schlimme' Erlebnis das ich mal hatte, war eine Türkin als Bettnachbarin. Nicht weil sie Türkin war, sondern weil ich frisch operiert war und wirklich nicht gut zurecht war und sie Besuch ohne Ende bekam. Ich weiß nicht mehr wie viele Leute da um ihr Bett rumstanden und laut palavert hatten, während ich schlafen wollte. Aber als es mir nach 2 Tagen besser ging, hat mir das auch nichts mehr ausgemacht.

Was ist eigentlich aus dem Vorschlag der Politiker geworden, die 3-Bett-Zimmer in Krankenhäusern abzuschaffen? Irgendwie hört und liest man dazu gar nichts mehr.

_________________
Liebe Grüße
Compumouse
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BeitragThema: Re: Unterbringung in deutschen Kliniken   So 10 Apr 2011 - 6:09

also solche erfahrungen wie sunny davon kann ich auch berichten, aber nicht als patient sondern als angehörige. Meine Mutter war ja leider echt oft im krankenhaus.
die dementen patienten können einem zum einen sehr leid tun, sie rufen laut um hilfe sind desorientiert etc. sie machen das ja nicht um einen zu ärgern,aber für ein 3-4 bett zimmer sind sie eine wirkliche belastung, zumal die anderen patienten - die die nicht dement sind- dann oft pflegerisch tätig werden dürfen.
Meine mutter hat damals einer alten frau ständig mit beruhigenden worten und auch tätlicher hilfe beistehen müssen, konnte aber selber kaum kriechen.
die schwestern waren völlig überlastet, die anderen kranken kamen auch nicht zwingend zur ruhe und waren froh als die dame dann auf ein anderes Zimmer kam oder teilweise kurzerhand in den flur geschoben wurde in die nähe des schwesternzimmers....
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Sunny
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BeitragThema: Re: Unterbringung in deutschen Kliniken   So 10 Apr 2011 - 13:55

Wie gesagt, nichts gegen unsere Grundversorgung und die Regelleistungen.
Ich denke schon das die, wenn auch verbessungswürdig, im Grunde ausreichend
ist. Aber die Rahmenbedingungen, die zum gesund werden ebenso wichtig sind,
nicht stimmen.
Mein Entschluss mich zusätzlich abzusichern ist schon seit Jahren umgesetzt.
Ausgelöst dadurch das ich in einem mit zwei Leuten belegten Dreibettzimmer miterleben
musste wie der Zimmernachbar qualvoll starb. Was für mich im Dienst zum Job
gehört hat im KH eine andere Qualität. Das muss und will ich mir nicht antun.

Dies mal ganz abgesehen davon das man sich die Nachbarn eben nicht aussuchen
kann.

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