das Eingangsposting lautete :Was so in der Zeitung steht...
Paris Hilton slipless in Cannes!prangt als Schlagzeile auf der letzten Seite...
Die Paris ohne Höschen unterm Rock?
Na und?!
Was heute ein Aufreger ist war früher ein Zeichen von Anstand!
Vom Kulturgeschichtlichen her gesehen ist es noch gar nicht so lange her, dass Frau unter ihren Röcken und Kleidern nix trug als die blanke Haut.
Im 16.Jahrhundert waren es die Luder, Dirnen und Mätressen die an den Beinen bedeckt waren wenn sie die Röcke lüfteten. Huren erkannte man an der Hose.
Die anständige Frau – die war nackt im Schritt.
Die Unterhose für die Frau ist eigentlich eine neumodische Erfindung. Was trug die antike Frau unter der Tunika? Nix! Höchstens noch ne Tunika! Die ,,Tunika intima’’ genannt.
Auch im Mittelalter blieb es beim Leinenhemd.
Selbst im 18. Jahrhundert blieb unter den Miedern und Korsetts untenherum alles offen. Das gehörte sich einfach so.
Erst im 19.Jahrhundert setzte sich die Unterhose durch. Allerdings nur beim Manne. Frauen hatten nach wie vor keine Hosen zu tragen. Auch nicht darunter.
Hosen galten als Symbol der Männlichkeit egal ob drunter oder drüber.
Erst die Krinolinen- Mode gestatte Frauen Unterhosen zu tragen denn die weiten steifen Reifröcke entblößten bei der kleinsten Beugung ihrer Trägerin recht viel Bein.
Lang, breit, mit vielen Rüschen und mit Spitzenvolants waren sie geschneidert - allerdings im Schritt offen!
In England nannte man diese speziellen Beinkleider der Frau ,, die Unaussprechliche’’ in Frankreich ,,die Unentbehrliche’’ und in Deutschland schlicht ,,Beinkleid’’.
Erst in den 1920ziger Jahren war es für die Damen selbstverständlich auch untenherum nicht ohne zu gehen.
Naja und heute…das ist bekannt…
Von daher sollte man Paris Hilton und andere als Luder bezeichnete Damen kulturhistorisch in einem ganz anderen Licht betrachten.
Meint ihr nicht auch?
Viele Grüsse aus Berlin
Michi