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Compumouse Admin


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 | |  | | Brummischubser

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 | Thema: Re: Dem Handel schmeckt die Frischmilch nicht Sa 23 Jan 2010 - 10:21 | |
| | piece schrieb: | Ich habe die Erfahrung bei uns auch schon gemacht. Ich trinke Milch in den Kaffee und es gibt bei uns Milch von HANSANO, aber die "Längerhaltbare" ist in einem anderstfarbigen Karton. Es gibt dennoch noch Frischmilch. ICh kaufe aber für den allgemeinen Gebrauch mittlerweile H- Milch, weil mir früher die Milch so oft schlecht geworden ist. Meine Kids brauchen die für die Cornflakes, aber eben auch nicht regelmäßig. Der H-Milchgeschmack hat hier keinen gestört und sie hält sich einfach ewig. Aber daran sieht man dennoch wieder wie wichtig es sit die Augen auf zu halten, sonst wird man imemr wieder gern verar.....  |
Auch HANSANO, eine Molkerei in Hameln, produziert ESL-Milch. Sie passt sich damit einer Entwicklung an, die der Verbraucher vorgibt. Frischmilch, wie sie der Verbraucher kennt, ist nach der Abfüllung 10 Tage haltbar. Produziert wird sie aber nur an maximal 3 Tagen in der Woche. Die Molkereien stellen mittlerweile so viele Produkte her, dass der Arbeitsablauf eine tägliche Abfüllung der Frischmilch nicht mehr zulässt. Für jedes Produkt muss die Abfüllanlage entsprechend umgerüstet werden. Das kostet Zeit und damit Geld. Der Verbraucher ist nicht bereit, diesen Mehrpreis, der bei einer täglichen Abfüllung entstehen würde, zu bezahlen. Hinzu kommt noch, dass Milch quer durch die Republik transportiert wird und in aller Regel zwischengelagert wird. Zwischenlagern heißt auch, dass die Milch schon mal 2 bis 3 Tage in diesen Lagern verbleibt, um täglich lieferfähig zu bleiben. Dem Handel wird immer eine Restlaufzeit der Milch von mindestens 6 Tagen garantiert. Ist diese nicht mehr gegeben, kommen Restbestände auf den Müll. Welcher Betrieb kann und will sich das schon leisten?
Die sogenannte ESL-Milch ist nicht erst seit gestern in den Regalen. Es wird nur erst seit kurzer Zeit publik gemacht. Bevor die Debatte um länger haltbare Milch losgetreten wurde, hat der Verbraucher den Unterschied gar nicht bemerkt. Erst die Medien haben ihn darauf aufmerksam gemacht. Ohne diese Publizierung würde der Verbraucher auch weiterhin die Milch trinken, ohne einen Unterschied zu Frischmilch feststellen zu können. Es ist alles eine Frage der Wahrnehmung. Die Gemüter erhitzen sich mehr an der fehlenden Deklaration als am Geschmack. Dabei lässt sich frische Milch von ESL-Milch sehr leicht unterscheiden. Man muss nur auf das MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) schauen.
Viele Grüße
Brummischubser |
|  | | Brummischubser

 Anzahl der Beiträge: 87 Alter: 60 Ort: Gelsenkirchen Anmeldedatum: 16.05.09
 | Thema: Re: Dem Handel schmeckt die Frischmilch nicht Sa 23 Jan 2010 - 10:42 | |
| | Sunny schrieb: | Als ich noch ein Kind war hatten meine Eltern eine Parzelle auf einem Campingplatz in ländlicher Gegend. Jeden Tag kam ein Bauer mit seinem Trecker vorbei. Auf dem Anhänger Milchkübel, frisch gemolkener Inhalt. Den konnte man kaufen, wurde per Kelle in eigene Kannen umgefüllt.
Das war Milch die richtig lecker war. Leider gibt es sowas wohl nicht mehr, Hygienevorschriften verbieten den Direktverkauf. |
Auch heute ist es noch möglich, unbehandelte Milch direkt von der Kuh zu bekommen. Allerdings sorgte die hysterische Angst der Deutschen vor E-Coli-Bakterien dafür, dass die veterinären Vorschriften derart verschärft wurden, dass es sich für die Bauern kaum noch lohnt, Roh- oder Vorzugsmilch abzugeben. Hier in NRW hat bis vor kurzem noch der Hof Deiters in Schermbeck Vorzugsmilch abgegeben. Vorzugsmilch ist Rohmilch, die nach der Filterung sofort runtergekühlt wird. Einmal monatlich bekam der Hof Besuch von einem Veterinär, der Proben der Milch nahm und die Kühe untersuchte. Jeder Liter Milch, der abgegeben wurde, musste mit Namen und Adresse des Empfängers verbucht werden, damit die Lebensmittelaufsicht gezielt auch in der Kundschaft Stichproben nehmen konnte. Als dann die Kühe von Bauer Deiters eine Erkältung bekamen, war es mit der Vorzugsmilch vorbei. Bei Kühen ist es wie bei Menschen. Jede Infektion, sei sie auch noch so harmlos, produziert Antikörper im Organismus. Man nennt das Immunisierung. Die Kühe hatten einen harmlosen Schnupfen und bei ihnen wurden die Antikörper festgestellt. Seit dem Tag durfte die Milch nicht mehr ohne Pasteurisierung abgegeben werden. Einem anderen Bauern in Weeze ist das gleiche passiert, aber da hat der Veterinär das als harmlos eingestuft. Das ist eben Deutschland. Mittlerweile produziert aber der Bauer in Weeze kaum noch Milch. Es hat sich für ihn aufgrund der behördlichen Auflagen und der teueren Pacht für die Magerwiesen kaum noch gelohnt. Ein paar Kühe hat er noch im Stall, damit er wenigstens nach außen hin noch als Bauer erkennbar ist. Er sichert sich sein Einkommen jetzt durch den Hofladen.
In ganz Deutschland gibt es nur noch eine Handvoll Bauern, die Roh- oder Vorzugsmilch anbieten. Das MHD ist von Amts wegen auf 3 Tage festgelegt worden. Nicht viel, um die Milch in Umlauf bringen zu können. Die Milch darf mit maximal 300 000 Bakterien in einem Kubikzentimeter Milch versetzt sein. Ein Wert, der im Winter keine Probleme bereitet. Im Sommer ist es kaum möglich, diese Zahl zu unterschreiten. Zum Vergleich: Milch, die pasteurisiert wird, darf 3 Millionen Bakterien pro Kubikzentimeter enthalten. Die Veterinäre unterscheiden dabei nicht zwischen guten und schlechten Bakterien. Milchsäurebakterien sind zum Beispiel gute Bakterien.
Es ist also alles nicht so einfach, wie sich mancher Verbraucher das denkt.
Viele Grüße
Brummischubser |
|  | | Brummischubser

 Anzahl der Beiträge: 87 Alter: 60 Ort: Gelsenkirchen Anmeldedatum: 16.05.09
 | Thema: Re: Dem Handel schmeckt die Frischmilch nicht Sa 23 Jan 2010 - 10:58 | |
| | sandkorn schrieb: | Danke für Deinen Bericht, Kasimir . Ich habe mich zwar im Laden auch schon gewundert, warum die Milch plötzlich länger hält, konnte mir aber keinen Reim darauf machen. Fair wäre, wenn die Hersteller drauf schreiben müssten, wie die Milch behandelt wurde. Naja mir ist natürlich klar, dass das Wunschdenken ist.
Hallo Piece Nur als kleiner Tipp: Auch H-Milch kann schlecht werden und verderben. Nur schmeckt man das durch die Ultrahocherhitzung nicht so schnell wie bei frischer. Also wenn die Milch mal offen ist, auch schnell verbrauchen.
LG Sandkorn  |
H-Milch ist nicht nur steril und hat deshalb diesen penetranten Koch-Geschmack. Der Verbraucher wünscht auch nach 5 bis 6 Monaten die gleiche Konsistenz wie am Tag der Herstellung. Deshalb wird H-Milch zusätzlich noch homogenisiert. Die Moleküle werden quasi zerquetscht, ähnlich wie eine Kartoffel, die zu Kartoffelbrei verarbeitet wird. Durch diese Homogenisierung werden unter anderem auch Allergene frei, die normalerweise an das Kasein gebunden sind. Erst die Freisetzung der Allergene sorgt für ein hohes Maß an Abwehrreaktionen des Organismus gegen Kuhmilch. Normalerweise ist der Stoffwechsel des Menschen nicht darauf ausgelegt, Milch zu trinken. Er kann es nicht verarbeiten. Babys und Kleinkinder produzieren noch ein Enzym, dass die Milch verdaulich macht. Das geht aber mit zunehmendem Alter verloren. Trotz dieser Erkenntnis trinken wir weiter Milch, obwohl wir es eigentlich nicht verdauen und verstoffwechseln können. Es ist dem genialen Marketing der Milchindustrie zu verdanken, dass uns heute immer wieder eingeredet wird, Milch wäre gesund.
Die Sterilität der H-Milch macht sie auch so gefährlich, wenn die Packung einmal geöffnet ist. Anders als in der Frischmilch gibt es hier keine guten Bakterien als Gegenspieler der bösen Bakterien. Nur die bösen tummeln sich dann in der Milch und vermehren sich schnell. Das Hinterlistige ist, dass man es gar nicht merkt, wenn die bösen schon zu stark vertreten sind. Frischmilch wird sauer und warnt den Vorbraucher dadurch vor. Bei H-Milch merkt man es geschmacklich nicht sofort.
Viele Grüße
Brummischubser |
|  | | | | Dem Handel schmeckt die Frischmilch nicht | |
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