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 Gegen Homophobie

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Paulina1910

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BeitragThema: Gegen Homophobie   So 25 Mai 2014 - 18:52

Das der Verein FC St. Pauli und seine Fans eine der ersten waren, die gegen Sexismus, Rassismus, Rechtsextremismus und Homophobie eintraten, ist hinlänglich bekannt. Immer wieder gibt es Aktionen und Demonstrationen zu diesem Thema. Auch gestern wieder anlässlich des Fanclub-Turniers am Millerntor.  Aufgerufen zu dieser Aktion hatte ein (noch-) No-Name-Sänger und alle, alle kamen. Wie ein großes Familientreffen, wenn etwas wichtiges zu besprechen ist  zwinkern  Angenehm, sich unter Gleichgesinnten zu finden und ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Interesse? Guckst Du hier:

http://www.stpauli-fanladen.de/news/

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   So 25 Mai 2014 - 20:07

So ein Mist! Ich gehöre zu keiner der 4 gefeierten Gruppen. Wann demonstriert endlich mal jemand für die Minderheit der stinknormalen Duchschnittsbürger oder startet wenigstens eine Grillparty für Otto Normalverbraucher aus Musterstadt.

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Paulina1910

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   So 25 Mai 2014 - 20:11

Sei bitte nicht betrübt, Aqualis: Im meinem stillen Kämmerlein feiere ich z. B. des öfteren Deine Kommentare und protestiere dagegen, dass Du uns nicht viel öfter mit Deinen Kommentaren erfreust!  Rose zwinkern 

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   So 25 Mai 2014 - 22:46

Ich schließe mich meiner Vorrednerin voll und ganz an.

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Mo 26 Mai 2014 - 10:04

Paulina1910 schrieb:
Demonstrationen gegen Sexismus, Rassismus, Rechtsextremismus und Homophobie eintraten

Hört sich interessant an, nur "Homophonie" zeigt, das es sich um "Angst" als Ursache für das ablehnenden Verhalten handelt. Und gegen Angst demonstrieren? Wie bitte soll das denn helfen bzw. etwas ändern?
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Paulina1910

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Mo 26 Mai 2014 - 18:36

Das scheint auf den ersten Blick so, da hast Du ganz Recht, WhiteCat  Rose doch es steckt leider viel mehr dahinter!

Der Begriff der Phobie hat im Bereich der Psychologie (wie z. B. die Angst vor Spinnen) eine etwas andere Bedeutung als im sozialen oder politischen Bereich.

Wikipedia erklärt die Begrifflichkeit der Homophobie so:

http://de.wikipedia.org/wiki/Homophobie

und wir demonstrieren daher nicht gegen die "Angst" vor Schwulen sondern gegen Ablehnung, Hass und Diskriminierung gegen sie, denn davon gibt es leider noch immer viel zu viel ...

LG

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Mo 26 Mai 2014 - 19:05

Du hast mit Sicherheit Recht, das es viel mehr als die Angst gibt. Aber ich kann Dir leider aus meinen eigenen Erfahrungen sagen, das - solange diese "Urangst" existiert - mit Demonstrationen nicht viel zu machen ist. Da hilft eher Aufklärungsarbeit und das Zeigen, das es sich um "ganz normale" Menschen handelt, die versuchen mit Ihren Gefühlen / Ihrem Leben klar zu kommen.

Aber ich erinnere mich an eine Diskussion hier im Forum, wo ganz klar gesagt wurde, das man so etwas als unangenehm empfinden würde. Ich kann eigentlich nur hoffen, das gegen solche Empfindungen heftiges Nachdenken über das Los dieses Menschen hilft. Natürlich können solche Demonstrationen ein Anreiz dazu geben, aber meine Erfahrungen mit diesem Thema zeigen, das auch das Vorleben und somit Zeigen, das auch bei "solchen" Menschen ein "duldbares" Familienleben existieren kann, nur bedingt hilfreich ist.
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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Di 27 Mai 2014 - 14:39

Paulina1910 schrieb:
Das der Verein FC St. Pauli und seine Fans eine der ersten waren, die gegen Sexismus, Rassismus, Rechtsextremismus und Homophobie eintraten, ist hinlänglich bekannt. Immer wieder gibt es Aktionen und Demonstrationen zu diesem Thema. Auch gestern wieder anlässlich des Fanclub-Turniers am Millerntor.  Aufgerufen zu dieser Aktion hatte ein (noch-) No-Name-Sänger und alle, alle kamen. Wie ein großes Familientreffen, wenn etwas wichtiges zu besprechen ist  zwinkern  Angenehm, sich unter Gleichgesinnten zu finden und ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Interesse? Guckst Du hier:

http://www.stpauli-fanladen.de/news/

Finde ich eine gute Sache, Paulina, obwohl es traurig ist, dass Homosexualität heutzutage überhaupt noch ein Thema ist.
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Paulina1910

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Di 27 Mai 2014 - 20:18

Ja, Elke ... das finde ich auch sehr traurig!  Rose 

Ich habe mich evtl. missverständlich ausgedrückt, WhiteCat  Rose  Unter "Demonstrationen" wollte ich nicht verstanden wissen, dass wir in langen Prozessionen durch die Stadt ziehen oder so etwas  zwinkern  Nicht so, wie man sich eine Demonstration allgemein vorstellt. Wir sind laut gegen diskriminierende, missachtende Äußerungen und/oder Taten. In unserem Stadion z. B. schreit niemand beispielsweise "du schwuler Schiri". Auch beim größten Ärger wegen einer falschen Entscheidung nicht. Tut er es doch, muss er sich auf eingehende Diskussionen einlassen. Das ist nur ein Beispiel; ebenso wirst Du dort von der grossen Masse auch keine diskriminienden Äußerungen gegen z. B. Randgruppen (über die andernorts ja gern mal ein Witzchen gerissen wird) oder rassistische Aussagen hören. Diese Einstellung leben wir natürlich nicht nur im Stadion, sondern tragen sie selbstverständlich mit hinaus in unser alltägliches Leben. Gerade vor ein paar Tagen habe ich mich sehr heftig mit Jemandem angelegt, der es leider höllisch lustig fand, hinter einem dunkelhäutigem Menschen, der aus einem Werkstadtwagen der Telecom stieg "oh, ein Technigger" hinterher zu schreien. Das ist unsere ständige Demo: Widerspruch gegen solche und andere Aussagen. Immer auf dem Plan sein und nicht Augen und Ohren verschliessen, wo immer so etwas passiert...

Und... bitte verzeih mir ... ein wenig den Kopf geschüttelt habe ich auch, als ich las "...über das Los dieses Menschen..." Es ist doch kein "Los", wenn Menschen anders sind, aussehen, fühlen oder lieben als die Allgemeinheit! Ein "Los" hätte ich zu tragen, wenn mich eine unheilbare Krankheit erwischt. Homosexuell oder farbig oder ausländisch zu sein, ist kein Los, an dem man tragen muss. Ich denke, dieses schwere Los tragen nur die Unbelehrbaren in ihren Köpfen; diejenigen, die aus Dummheit, Ignoranz oder Intoleranz ih (re Scherze treiben und Menschen, die andere Lebensgewohnheiten haben, "eklig" finden (womit wir dann wieder bei dem ungeliebten Wort "Homophobie" wären)...

Bitte nichts für Ungut; wollte nur kurz meine Überzeugung ein wenig verständlicher rüberbringen und hoffe, es ist einigermaßen gelungen!

LG

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Mi 28 Mai 2014 - 11:15

Paulina1910 schrieb:
Und... bitte verzeih mir ... ein wenig den Kopf geschüttelt habe ich auch, als ich las "...über das Los dieses Menschen..." Es ist doch kein "Los", wenn Menschen anders sind, aussehen, fühlen oder lieben als die Allgemeinheit!

Es ist ein Los, als Kind nicht zu wissen was mit einem los ist, warum man anders ist als andere.
Es ist ein Los, sich keinem anderen anvertrauen zu können aus Angst vor der Reaktion der Anderen.
Es ist ein Los, sich mit seinen Gefühlen verstecken zu müssen und sie nur im Geheimen ausleben zu dürfen
Es ist ein Los, wie sich andere Menschen verhalten, wenn man sich dann doch geoutet hat.
Und es muss leider nicht unbedingt besser werden, wenn man es dann irgendwann geschafft hat, so zu leben wie man will / wie man sich glücklich fühlt.

Auch wenn ein Teil der "normalen" Menschen, die sich daneben benehmen einfach nur dämlich sind (sorry eine andere Bezeichnung fällt mir gerade nicht ein), gibt es leider genügend Menschen, die damit echte Probleme haben.  In einem Interview hörte ich vor kurzem, das ein Schauspieler zu einer Phobie-Behandlung musste, weil eine Szene es vorsah, das er einen Mann küssen musste. Klar ist das vielleicht etwas überzogen, aber ich selbst musste leider miterleben, das Menschen in gewissen Situationen nicht so auf "andere" Menschen reagieren können, wie sie es eigentlich gern wollen. Ich bin kein Psychiater - kann das also nicht erklären, aber vielleichte sind bestimmte Einstellungen / Reaktionen einfach "normal".

Schon allein die Tatsache, das 192.000 Stimmen gegen den "neuen Sexualkunde-Unterricht" gesammelt wurden in dem verschiedene sexuelle Lebensformen stärker im Schulunterricht behandelt werden sollten, zeigt doch, das sich so schnell nichts ändern wird. Und wie soll es da einem jungen Menschen leicht fallen, seinen Klassenkameraden gegenüber seine "wirklichen" Gefühle anzuvertrauen?
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Paulina1910

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Mi 28 Mai 2014 - 16:57

...und genau dagegen versuchen wir, etwas zu tun. Danke, für Deine ausführlichen Statements, WhiteCat!  Rose   Knuddel 

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   So 1 Jun 2014 - 19:48

Verstehe mich bitte nicht falsch, aber ich hätte schon gern ein Wort von Dir gehört, das Du verstanden hast, dass es die Betroffenen nicht so leicht haben, und teilweise ein schweres Los zu tragen haben.

Dein Kopfschütteln über mein Statement ist für mich schon sehr verletzend – und ich bin „nur“ eine Angehörige (naja vielleicht dadurch nun auch zur Betroffenen geworden).

Sorry – aber gegen Sexismus, Rassismus, Rechtsextremismus und Homophobie eintreten ist eines – aber sich mit den Betroffenen auseinanderzusetzen, ist etwas anderes.

Und ob Du irgendjemanden damit hilfst, wenn Du schreibst, das nur die Unbelehrbaren ein schweres Los zu tragen haben, weil sie etwas „eklig“ finden, möchte ich bezweifeln. Vor allem weil ich mich noch recht gut an eine ähnliche Diskussion (Homosexualität vor ca. 4 Jahren) erinnern kann, wo hier einige Mitglieder zu ihren Gefühlen gestanden haben. Und ich glaube nicht, das sich diese Gefühle in den letzten Jahren geändert haben.

Nur schade, das jetzt niemand etwas dazu schreiben mag und zu seinen Gefühlen steht.

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Mo 2 Jun 2014 - 10:18

WhiteCat schrieb:
Vor allem weil ich mich noch recht gut an eine ähnliche Diskussion (Homosexualität vor ca. 4 Jahren) erinnern kann, wo hier einige Mitglieder zu ihren Gefühlen gestanden haben. Und ich glaube nicht, das sich diese Gefühle in den letzten Jahren geändert haben.


Ich erinnere mich auch noch sehr gut an diese Diskussion, WhiteCat Rose. Ich glaube aber, dass sich inzwischen schon etwas geändert hat. Zumindest bei mir, da ich mich damals mit dem Thema schon wirklich auseinandergesetzt habe. Ich denke, jeder soll so leben dürfen wie er/sie mag. Ich gebe zu, ich habe damals auch geschrieben, dass ich mich unangenehm berührt fühle, wenn sich 2 Männer auf der Straße küssen. Das ist inzwischen nicht mehr so. Gerade im Urlaub hatten wir wieder ein homosexuelles Paar am Nebentisch und ich empfand das als völlig "normal". Ich glaube schon, dass es etwas bewirkt, wenn über diese Themen mehr gesprochen und geschrieben wird. Ich wünsche mir, dass es niemand mehr als ein Los ansehen muss, , "anders" zu sein als die Masse.

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Mo 2 Jun 2014 - 20:50

ein interessantes Thema - wenngleich auch ein sehr umfangreiches.

Ich versuche mal meine Sicht darzustellen.

Fangen wir mit dem Begriff >Homophobie< an.
Ich denke, das im Prinzip jeder mehr oder weniger Phobien entwickelt. Die Homophobie fällt unter das Kapitel
"Was mir neu ist und/oder was ich nicht kenne, macht mir Angst"
Das ist etwas, was die Evolution über Jahrtausende bei "uns" Menschen, aber auch bei Tieren eingepflanzt hat.
Es dient dem Schutz und lässt uns nicht blindlinks oder blauäugig in uns unbekannte Situationen hineinstolpern.
Also ist es erstmals eine gute Eigenschaft, die unser Leben und unsere Gesundheit schützt.

Was dagegen im speziellen Fall hilft, ist entweder sich mit dem Thema auseinanderzusetzen oder sich daran zu
gewöhnen. Noch ist Homosexualität etwas, was nicht vollkommen alltäglich ist. Dazu kommt, das sie viele aus
religiösen Gründen ablehnen. Aber ich denke, das man heutzutage als Homosexueller durchaus in Deutschland
leben kann, ohne auf unlösbare Probleme zu stoßen. Das sich die Situation sicher noch verbessern lässt, steht
aber außer Frage.

Ein anderer Begriff ist >anormal<
Was bedeutet dieses anormal eigentlich? Trennen wir es doch einfach mal : a-norm-al. Also etwas, was sich
außerhalb einer Norm befindet. Die Norm ist das, was für die meisten Menschen zutrifft- also das, was die
breite Masse tut oder denkt. Wenn wir alle innerhalb dieser Norm wären, dann wäre einerseits das Miteinander
einfacher, aber sicherlich auch langweiliger.
Ich bin mir sicher, das jeder Mensch irgendwo etwas hat oder ist, was außerhalb der Normen liegt.
Sei es seine sexuelle Ausrichtung, seine Meinung zu bestimmten Themen oder auch durch seine Optik.
Ich finde, das genau das das Salz in der Suppe ist und uns alle zu einmaligen Individuen macht.

@whitecat: Was für einen ein Los ist, an dem er schwer zu tragen hat, ist für den anderen etwas, was
vollkommen selbstverständlich ist. Auch das ist ein Beispiel dafür, das wir alle Individuen sind.

Wenn jemand das Gefühl hat, das er an einem Los knabbert, dann empfehle ich ihm Toleranz gegen sich selber.
Das kann helfen, besser mit sich selber klar zu kommen. Diesen Weg habe ich für mich selber auch einmal
gewählt und bin damit gut gefahren. Ich kann mich heute so wie ich bin akzeptieren und das ist das wichtigste.
Was andere denken, geht mir peripher an 2 große Backen vorbei.

Vielleicht noch eine kleine Anekdote zu dem Thema:
Ich bin mit einem Vater aufgewachsen, der in jungen Jahren auf besonderem Wunsche eines in Braunau am Inn
geborenen Österreichers seine beiden Beine nach einem ausgiebigen Trip nach Stalingrad und Umgebung in
Breslau in einem Wehrmachtslazarett abgegeben hat. Für uns Kinder war es vollkommen normal, das der Vater
über eine Stunde morgens brauchte, wenn er aufgestanden ist. Die Prothesen brauchten halt ihre Zeit.
Es war auch für uns vollkommen normal, das er mit uns nie Fußball spielen konnte oder mit uns wanderte.
Wir sind mit seiner Anormalität aufgewachsen und kannten es nicht anders. Ich war in meinem Leben niemals
unsicher, wenn ich auf Menschen mit Amputationen traf. Trotzdem bin ich bei anderen Körperbehinderungen
unsicher wie die meisten Menschen auch. Allerdings kann ich schneller auf Menschen mit Körper- oder Geistes-
Behinderungen eingehen.

Noch ein kleines Nachwort: Zu dem Thema Toleranz und Akzeptanz hatte ich vor Jahren ein ganz tolles Gespräch
mit jemandem, den einige von euch sicher noch kennen: Winnie, das Hexchen. Sie hat mir bei meinen Gedanken
dazu sehr weitergeholfen und dazu beigetragen, das ich heute nicht mehr von "meinem Los" rede. Ich musste die
ganze Zeit beim Schreiben an sie denken. Sie fehlt mir und ich finde es schade, das wir nicht öfters die Gelegenheit
für Gespräche hatten.

Liebe Grüße

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Di 3 Jun 2014 - 11:07

Liedermacher schrieb:
Wenn jemand das Gefühl hat, das er an einem Los knabbert, dann empfehle ich ihm Toleranz gegen sich selber.
Das kann helfen, besser mit sich selber klar zu kommen.

Das hört sich gut an – nur hilft die Toleranz gegenüber sich selbst nicht viel,

wenn Verwandte und Freunde entsetzt den Rückzug antreten und lieber nichts mehr mit uns zu tun haben wollen
wenn Lehrer und Erzieher uns Vorwürfe machen, was wir unserem Sohn zumuten
wenn Nachbarn ihren Kindern verbieten mit unserem Kind zu spielen, weil sie Ansteckungsgefahr befürchten.

Ok – das ist jetzt alles schon einige Jahre her – jetzt haben sich viele in unserem Dorf an uns gewöhnt und die anderen können gut ignoriert werden, aber ich stelle gerade bei Schreiben wieder fest, das die Gedanken an damals immer noch weh tun.


Compumouse schrieb:
Ich wünsche mir, dass es niemand mehr als ein Los ansehen muss, , "anders" zu sein als die Masse.

Dem kann ich mich nur anschließen
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onyxia

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Di 3 Jun 2014 - 14:16

Liedermacher das hast du klasse ausgedrückt.

Für mich ist das alles kein großes Thema.
Ich habe beinahe mein ganzes Leben lang mit allen möglichen Behinderungen
oder Andersartigkeiten zu tun.
Für mich ist das eigentlich schon Gewohnheit.

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Do 5 Jun 2014 - 19:44

Komischerweise hatte ich mit dem Thema Homosexualität nie ein Problem. Als ich ein Kind war, dachte ich mir, dass es doch komisch ist, dass sich immer nur Männer in Frauen verlieben und umgekehrt und warum sich eigentlich nicht zwei Frauen oder zwei Männer ineinander verlieben können. Als ich dann erstmals davon erfuhr, dass es das wirklich gibt, freute ich mich. Warum auch immer. Jedenfalls habe ich deshalb Homosexualität immer als etwas völlig Selbstverständliches gesehen und empfunden.



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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Fr 6 Jun 2014 - 8:01

Nur mal eine kleine Klarstellung: in meinen Beiträgen rede ich nicht von Homosexualität - das ist ein Punkt, der auch in so einem kleinen Dorf wie unserem, nicht mehr zu Problemen führt.

Aber es gibt leider immer noch "Andersartigkeit", die nicht so einfach akzeptiert werden. Aber vielleicht ändert sich das ja auch in den nächsten Jahren.
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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Fr 20 Jun 2014 - 18:38

Irgendwie scheint in Amerika vieles möglich zu sein:

Ja zur "Therapie" für Schwule

weitere Informationen

Ich finde gerade keinen passenden Smilie (der mit dem Kopf gegen eine Wand rennt).
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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Fr 20 Jun 2014 - 19:26

WhiteCat schrieb:
Irgendwie scheint in Amerika vieles möglich zu sein:

Ja zur "Therapie" für Schwule

weitere Informationen

Ich finde gerade keinen passenden Smilie (der mit dem Kopf gegen eine Wand rennt).

Ich leih dir den:

Man fragt sich, was in den USA so los ist...Nicht zu vergessen, wie viele Politiker dort auch ernsthaft an den Kreationismus glauben. Da wundert es einen nicht, dass man dort der Meinung ist, Homosexualität wäre eine Krankheit, die man wegtherapieren oder noch besser wegbeten kann.
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Paulina1910

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Sa 21 Jun 2014 - 13:37

Liebe Whitecat  Rose 

Nun war ich ja eine ganze Weile nicht hier im Forum und so lese ich erst jetzt gerade, dass Du dich von meinen Zeilen verletzt fühltest. Ich habe gerade nicht recht Zeit, um Dir ausführlich zu antworten. Auf die Schnelle nur eines: Ich wollte und will mit meinen Beiträgen wirklich niemanden verletzen! Wenn das trotzdem geschehen ist, dann bitte ich Dich ganz herzlich um Entschuldigung!

Ich melde mich, sobald ich etwas Muße habe!

Liebe Grüße  Rose 

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Sa 21 Jun 2014 - 17:09

Weil wir gerade so nett über Homophobie plaudern:

Schon das Kunstwort Homophobie ist ein skurriler Witz. Wer hat Angst vorm schwarzen Mann...kann man ja irgendwie noch nachvollziehen. Aber Angst vor einem Homosexuellen? Den möchte ich bitte mal gezeigt bekommen.
Da werden Begriffe aus der Luft gegriffen, nur um einer an sich unbedeutenden Sache ein öffentlichkeitswirksames Gewicht anzuhängen. Egal wie abgefahren das Resultat auch sein mag, Hauptsache man hat einen prägnanten Begriff dafür gebastelt, mit dem man Eindruck bei Gleich- bzw. Andersgesinnten schinden kann und der möglichst wissenschaftlich verbrämt daherkommt.
Genauso übrigens, wie der Begriff Pädophiler für Pädokriminelle verwendet wird, wo letztere doch genau das Gegenteil von Kinderfreunden sind. Nächstens werden dann Kindermörderinnen als Hebammen bezeichnet, weil es harmloser klingt?!
Aber zurück zu denen, die Homosexualität ohne jede Angst tolerieren und diese trotzdem weder als gängige Praxis noch als den Normalfall betrachten. Auch wenn es topaktuell ist, dass sich prominente Homosexuelle öffentlich outen (wozu eigentlich frage ich mich immer, denn ich gehe doch auch nicht öffentlich damit schwadronieren, dass ich nur auf Frauen stehe), ist und bleibt die Homosexualität die Ausnahme und nicht die Regel und ich kann es einfach nicht nachvollziehen, warum ihr in Deutschland ein derartiges Übermaß an Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Weder droht Homosexuellen Gefahr für Leib und Leben noch werden sie gesellschaftlich geächtet. Für mich gibt es viele, z.B. von tückischen Krankheiten heimgesuchte 'Randgruppen', die primärer einer öffentlichen Anteilnahme bedürften.
So allmählich geht mir dieses homophobe Gequatsche jedenfalls auf den Geist und das ohne dass mir ein Homosexueller auf den Geist geht, denn den nehme ich zur Kenntnis wie die Offenbarung meiner Nachbarin, dass sie es gern mal in der Öffentlichkeit treibt. 'Wenn es ihr/ihm gefällt'...warum nicht. Oder anders ausgedrückt: das ist mir schnurzpiep egal.
Schon immer zog jede Art der Normabweichung die Aufmerksamkeit auf sich; egal ob extrem hässlich oder extrem schön, extrem groß oder extrem klein. Das liegt ganz einfach an den Grundmechanismen der Evolution. Nur wer ständig in seiner Umwelt nach Optimierungsmöglichkeiten Ausschau hält, kann sich weiter entwickeln. Was wir heute als Neugier verunglimpfen, ist in der Natur ein existenzerhaltendes/verbesserndes Grundgesetz. Also liebe 'Randgruppen', es steckt in der neugierigen Gafferei nicht böser Wille, sondern nur der Urinstinkt von Mutter Natur, die uns dazu auffordert, unsere Umwelt zu checken, damit wir Nutzen für unsere Nachfolgegenerationen daraus ziehen können.

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   So 22 Jun 2014 - 0:10

@aqualis:

Ich gehe weitesgehend Konform mit deiner Meinung, aber vielleicht sollten wir nicht vergessen, das es vor ein paar Jahrzehnten noch anders war.
Als ich Kind war, wechselte meine Mutter mit mir die Straßenseite, wenn und "die Dorfschwuchtel" entgegen kam. Das die meisten hier in
Deutschland heute recht locker mit Homosexualität umgehen, wäre nicht so, wenn sich niemand geoutet hätte. Deshalb haben wir auch heutzutage
keine Angst mehr vor dem Unbekannten - in dem Fall Schwule und Lesben. Wir akzeptieren, das sie eigentlich "normale" Menschen wie du und ich
sind, die halt bei der Sexualität von der Norm abweichen. Aber wie gesagt - das können wir auch nur, weil wir uns an den Gedanken gewöhnt haben,
das es "sowas" gibt und das keine Gefahr davon ausgeht.

Liebe Grüße

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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   So 22 Jun 2014 - 20:17

WhiteCat schrieb:
Irgendwie scheint in Amerika vieles möglich zu sein:

Ja zur "Therapie" für Schwule


Nicht nur in Amerika, WhiteCat.
Der Bund katholischer Ärzte in Deutschland erhält nach eigenen Angaben Anfragen aus aller Welt zur Heilung.
Sogar Homöopathie wird angeboten!!

http://www.bkae.org/?id=301
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BeitragThema: Re: Gegen Homophobie   Di 24 Jun 2014 - 9:13

Klaus schrieb:
WhiteCat schrieb:
Irgendwie scheint in Amerika vieles möglich zu sein:

Ja zur "Therapie" für Schwule


Nicht nur in Amerika, WhiteCat.
Der Bund katholischer Ärzte in Deutschland erhält nach eigenen Angaben Anfragen aus aller Welt zur Heilung.
Sogar Homöopathie wird angeboten!!

http://www.bkae.org/?id=301

Das ist krass. Wenn ich so was lese, kriege ich die Wut. Ich erwarte von gewissen Berufsgruppen - wie Ärzten -,dass sie ihren Glauben daheim in der Schublade lassen, wenn sie praktizieren.
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