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 Bedingungsloses Grundeinkommen

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piece



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BeitragThema: Bedingungsloses Grundeinkommen   So 15 März 2009 - 17:42

das Eingangsposting lautete :

Ich war grade auf einer ganz spannenden Vernastaltung beim PHOTONUM in BS.
Ich sah einen FIlm der Künstlers Daniel Häni und Enno Schmidt zum Tehma "Grundeinkommen"
Anschließend fand eine Diskussionsrunde statt.
Ein sehr interessantes Tehma wie ich finde.
Wie denkt Ihr darüber, hier zu Hause hatte ich eben auch schon hitzige Diskussionen beim Kaffee.
Würdet Ihr wenn Ihr ein bedingungsloses Grundeinkommen hättet aufhören zu arbeiten?
Würde das die Menschen in die Dummheit treiben?
Würde es doch keine Gleichheit und sogar wieder zu einer Spaltung führen?
Also schon sehr spannend, würde mich mal interessieren wie Ihr darüber denkt...
Vielleicht ist dies einen extra Threat wert...
Hier mal ein Link für weitere Informationen:
Grundeinkommen

Ich frage Euch:
Was würde sich für Euch verändern, wenn jeden Monat mal angenommen ca. 1000 Euro
auf `s Konto überwiesen würde - und nicht nur auf Dein Konto,
sondern auf das Konto von jedem. Bedingungslos. Wie würde das auf Dich
wirken? Was würdest Du tun oder auch nicht mehr tun? Was und woran
würdest Du dann arbeiten und wie? Was bleibt? Was ändert sich?



PC
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BeitragThema: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen   So 22 März 2009 - 15:19

..... nun, meiner ansicht nach ist dieses thema ein wenig mehr komplex als'n olles gartentor Rolling Eyes ....aber es wurde ja auch bis hierher schon einiges durchdiskutiert....
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Aqualis



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BeitragThema: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen   So 22 März 2009 - 16:39

Natürlich wünscht sich fast jeder in seinem tiefstem Inneren den Kommunismus, so wie er rein theoretisch fixiert ist, mit all seinen lobenswerten Zukunftsprognosen für die gesamte Gesellschaft. Abschaffung des Geldes z.B., da jeder Bürger im Kommunismus auch ohne finanziellen Zuwendungen erkannt hat, dass durch seine Arbeit die gesamte Gesellschaft erst funktionsfähig ist.
Vor einigen Jahrzehnten wurde in einer Moskauer Bäckerei mal aus Jux und Dallerei (und natürlich zur Bewusstseinsüberprüfung der kommunistischen Nachwuchslämmer) Backwaren für lau über den Tresen gereicht. Nach knapp einer Stunde musste das 'Experiment' abgebrochen werden. Der Laden war zum Schlachtfeld für Plünderer geworden. Was nicht niet und nagelfest war wurde weggeschleppt. Was ich damit sagen will?
Die Idee eines Grundeinkommens ist brilliant. Genauso brilliant wie die kommunistische Idee oder die 10Gebote der Christen. Doch solange sich Menschen nur wegen einer Idee bereits foltern oder töten, ist es noch ein weiter Weg bis zur Realisierung einer Idee die nur dann in der Realität funktionieren kann, wenn sie gesamtgesellschaftliche Akzeptanz erreicht hat. Und hier sehe ich mit Verlaub die Achillesferse eines Grundeinkommensmodells. Wir sind einfach noch nicht reif (klar jeder einzelne sieht sich natürlich als reif für ein Grundeinkommen an, hihi).
Um noch mal ein wenig nachzukarten: Über alle (wirklich alle!) Gesellschaftsordnungen hinweg war das Gesamtvolksvermögen extrem ungleich verteilt. Selbst in unserer durchaus lebenswerten Demokratie gibt es eine, personell winzige, Volksgruppe, die sich mit viel Talent und demokratischem Geschick satte 90% des Volksvermögenkuchens einverleibt hat und die Spielregeln der Gesellschaft permanent zu ihren Gunsten manipulieren kann. Wenn diese Herrschaften einsehen, dass ihr Gewinn dem Verlust der 'Restgesellschaft' entspricht und keineswegs 'unternehmerisches Können' repräsentiert (kindische Schutzbehauptung!) und sie bereit sind ihr 'Überschussvermögen' gerecht an die zu verteilen, denen sie es zuvor 'entnommen' haben, dann, ja dann können wir es angehen und Geld verteilen, das noch gar nicht verdient wurde, oder besser noch, wir verbrennen den ganzen Geldmüll und fangen endlich an wie vernunftbegabte Wesen zu leben. Vor allem miteinander und nicht permanent gegeneinander. Ich freue mich insgeheim immer wieder, dass die Tiere keine vernunftbegabten Wesen sind. Ich könnte keinem Hund mehr ohne Schamgefühl in die treuen Augen schauen wenn ich wüsste, dass er weiß, dass ich ein Mensch bin. Also einer von den Erdbewohnern, die ein Formular ausfüllen müssen, wenn sie irgendwo wohnen möchten, die 'Höhere Wesen' erfinden müssen, weil sie sonst an ihrer Zukunftsprognose verzweifeln würden, die einen Sinn im Leben suchen statt zu leben, die sich für eine Kackhausparole oder einen willkürlichen Verdacht zu tausenden abschlachten, die sich hinter imaginären Landesgrenzen verbarrikadieren und jeden der sich ihrem 'Hoheitsgebiet' nähert zunächst feindselig beäugen, die aus einem Gesetzbuch erfahren müssen, wie man miteinander auskömmlich leben kann, die sich untereinander trietzen wo es nur geht, die als Einzelwesen meist umgänglich und liebenswert sind, aber als Gruppe irgendwie gehirnamputiert rüberkommen, die gern geliebt werden und doch alles dafür tun, dass dies nicht geschehen kann, die nach persönlichem Geschmäckle die irdischen Mitbewohner in Schädlinge und Nützlinge selektiert haben (wobei sich die Nützlinge tragisch irren, wenn sie glauben ihnen gänge es am Ende wesentlich besser als den 'Schädlingen) und die einen Alltag 'leben', der in jeder Tagesstunde mindestens eine abartige Groteske beinhaltet. Wo der Aberwitz zum Alltag gekürt wurde und man als Tier besser nicht in die Tiefen des menschlichen Alltagsleben eindringt, sofern Tier nicht von der Schizzophrenie einer exterrestrischen Matrix heimgesucht werden will. Oder schlicht gesagt sich fragt: 'Bin ich hier im falschen Film? Ich glaub die spinnen, die Menschen.'
Nein, ich bin kein Misanthrop, nur immer wieder erstaunt mit was für lapidaren Details wir unsere knappe Lebenszeit vertrödeln.
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BeitragThema: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen   So 22 März 2009 - 17:33

AQUA Knuddel Yes Yes Yes
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BeitragThema: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen   So 22 März 2009 - 17:49

Daumenhoch Amen! Zwinker

_________________
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Wer Schreibfehler nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte Schreibfehler in Umlauf bringt,
wird mit einer Strafe nicht unter 1 Jahr Mousefalle belegt.

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BeitragThema: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen   So 22 März 2009 - 18:44

Der Moskauer Bäckereiversuch ist überall auf der Welt reproduzierbar und zwar mit demselben Augang. Hier spielt weniger Hunger und Bedürftigkeit eine Rolle, sondern die schlichte menschliche Gier. Wo es was umsonst gibt, wird zugeschlagen, häufig auch mit Fäusten. Das Beispiel hinkt meiner Meinung nach ; weder ist es repräsentativ für den Kommunismus ( ein analoger Versuch geht überall gleich aus), noch lässt er sich im Entferntesten mit dem Gedanken des Grundeinkommens vergleichen. Ganz im Gegenteil: um das Grundeinkommen müssen sich die Menschen dann eben nicht die Schädel einschlagen, um dieses Sonderangebot ohne Rücksicht auf Verluste zu erhaschen, da es kampflos und selbstverständlich zur Verfügung stünde.

Im übertragenem Sinn schleppen doch jene10% der Bevölkerung alles weg, was nicht niet und nagelfest ist, nämlich die 90% des Vermögenskuchens, den die Minderheit sich unter den Nagel gerissen hat. Der Bevölkerung eines Staates ein überlebbares Auskommen zuzusichern ist realitätsfern? und sollte nicht einmal angedacht werden, weil wir noch nicht reif dazu sind?. Aber reif genug, um den Ausfall am Volksvermögen locker hinzunehmen sind wir schon, wie schön.



Wer sind die vernunftbegabten Wesen? die manipulierenden Herrschaften, die sich die 90 % Überschussvermögen für sich behalten? sind es die Spekulanten, die aber und aber Milliarden in den Sand setzen? Und sind sie vernunftbegabt, weil sie sich hinterher zur Belohnung noch mit unverschämten Bonuszahlungen den bitteren Abgang versüßten?



Ich vermute nicht, dass die „Herrschaften“ freiwillig etwas einsehen und vom Kuchen was abgeben werden, sollten sie doch, würde es mich sehr überraschen. Man sollte sich nicht darauf verlassen und in der Zwischenzeit durchaus einmal ernsthaft darüber nachdenken, wie man ein menschenwürdiges Leben staatlich allen Bürgern garantieren kann, ohne von der Willkür der
„ Herrschaft“ Wirtschaft völlig abzuhängen.



Beamy
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BeitragThema: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen   So 22 März 2009 - 18:52

Zwinker Also den Gartentorvergleich finde ich durchaus nachvollziebar...es ist ja eine Metapher auf die Sichtweisen....es gibt eben Sone und Sone....
Und das wir hier sehr Unterschiedliche haben sieht man ja an der Diskussion.
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Aqualis



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BeitragThema: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen   So 22 März 2009 - 19:09

Beamy, wir reden von der gleichen Sache und aus der gleichen Perspektive.
Es ist halt nur bei der Schreiberei nicht so einfach den eigenen Blickwinkel mit dem des späteren Lesers zu koordinieren und daher kommt es immer wieder zu Irritationen beim Leser. Und weil ich mir eben sicher bin, dass die Volksschröpfer nicht ums Verrecken ihr zusammengerafftes Vermögen denen zurückgeben, denen sie es vorher aus der Tasche 'gefädelt' haben, sehe ich darin die Achillesferse des Projektes Grundeinkommen. Ich halte die Idee tatsächlich und ohne jede Ironie für brilliant und theoretisch durchführbar, bin aber rein bauchtechnisch nicht so recht überzeugt, dass wir das noch miterleben werden. Schee wärs ja...
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Beamy



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BeitragThema: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen   So 22 März 2009 - 19:25

[size=12]Den sachlichen Konsens zwischen uns vermutete ich ebenso, Aqua.

]Erleben werden wir das Grundeinkommen wahrscheinlich nicht, aber man soll nie NIE sagen zunge [/size]
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Skorpi



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BeitragThema: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen   So 22 März 2009 - 23:50

Beamy schrieb:
Zitat:
Man sollte sich nicht darauf verlassen und in der Zwischenzeit durchaus einmal ernsthaft darüber nachdenken, wie man ein menschenwürdiges Leben staatlich allen Bürgern garantieren kann, ohne von der Willkür der „ Herrschaft“ Wirtschaft völlig abzuhängen.


Da stimme ich dir zu. Beamy, ...und vor allem ohne bei jeder sich bietender Gelegenheit mit dem "Gespenst des Kommunismus" zu drohen - und ohne, wie in der Politik, denen die in die richtige Richtung argumentieren, ständig Populismus vorzuwerfen!

Piece schrieb:
Zitat:
Also den Gartentorvergleich finde ich durchaus nachvollziebar...es ist ja eine Metapher auf die Sichtweisen....es gibt eben Sone und Sone....
Und das wir hier sehr Unterschiedliche haben sieht man ja an der Diskussion.


Ja Piece, eine ganz normale Sache - alles ist eine Frage der Einstellung - selbst, wie Postings verfasst werden und wie darauf geantwortet wird.

Ob wir das Grundeinkommen noch erleben oder nicht - es geht m. E. darum, ob wir uns wegducken oder mit demokratischen Mitteln unsere Stimme erheben und uns Gehör verschaffen (siehe Petition)!
Auch das ist eine Frage der Einstellung, denn wie heißt es doch so schön:
"Du kannst dich den ganzen Tag ärgern - verpflichtet bist du nicht dazu!"
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BeitragThema: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen   Mo 23 März 2009 - 8:47

Da die vielen Vorteile eines bedingungslosen Grundeinkommens auf der Hand liegen und jedermann einleuchten dürften, beschäftigen mich mehr die Schwierigkeiten oder Probleme, die einer Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens entgegenstehen könnten oder seine Praktikabilität möglicherweise behindern würden.


Dazu ein kleines Beispiel ...

Das bedingungslose Grundeinkommen soll ja u.a. die Sozialversicherungssysteme, das Kindergeld, die Rente, ... ablösen. Was geschieht nun, wenn ein deutscher Staatsbürger nach einem ausgefüllten Berufsleben - oder auch einer Zeit nur auf Basis des Grundeinkommens - auf Dauer in sein Häuschen auf den Kanaren übersiedeln möchte. Natürlich erhält er sein bedingungsloses Grundeinkommen weiter! werdet Ihr sagen, denn es ist ja der Ersatz für seine Sozialrente und die bekommt er auch heute schon in diesem Fall. Gut.

Was ist aber, wenn dieser deutsche Staatsbürger bereits in Deutschland nie gearbeitet hat und sein ganzes Leben in Deutschland mit dem bedingungslosen Grundeinkommen ausgekommen ist? Ja, ja, das Häuschen auf den Kanaren könnte er ja geerbt haben. Soll er weiter auf Staatskosten leben? UND das Geld auch noch dem deutschen Konsum und damit der Steuer entziehen!? (Hörst Du Planesia!) ... einem Kreislauf, aus dem u.a. die Zahlung des bedingungslosen Grundeinkommens gespeist wird!

Ja, er soll es bekommen!? So weit, so gut.

Nehmen wir nun statt des deutschen Staatsbürgers einen Türken, der in Deutschland lebt (Einwohner ist), ebenfalls das bedingungslose Grundeinkommen bezieht und die türkische Staatsbürgerschaft hat. (Einen Türken nehme ich deshalb, weil sie, die Türken, in Deutschland den größten Anteil an Ausländern stellen. :suspect: ) Nehmen wir uns also einen Türken ... beispielsweise meinen Gemüsetürken. Was ist, wenn er genug Geld gesammelt hat, sich in der Türkei einen Palast gebaut hat und den jetzt beziehen will. Darf dann auch dieser das bedingungslose Grundeinkommen mitnehmen und in der Türkei weiter davon zehren?

Und was ist mit einem Türken (Einwohner Deutschlands mit türkischer Staatsbürgerschaft), der hierzulande schon immer in der Sozialhilfe gelebt hat - nie gearbeitet hat - und dann in die Türkei zurückkehrt? Darf er sein bedingungsloses Grundeinkommen mitnehmen in die Türkei und dort weiterbeziehen? Oder anders ausgedrückt: Nach wieviel Jahren Sozialhilfe (= bedingungsloses Grundeinkommen) in Deutschland erwirbt ein türkischer Staatsbürger das lebenslange Recht in der Türkei weiterhin eine deutsche Rente (= ... ) zu beziehen? MSN-Lachen

Das kommt alles in die Ausführungsbestimmungen! sagt Ihr? Und wer macht die? Und welche Bürokratie handelt das dann?
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Babs



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BeitragThema: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen   Mo 23 März 2009 - 9:22

Irgendwie habe ich das Gefühl wir drehen uns hier im Kreis.........
Was auch gesagt oder gedacht wird.. es kommt immer wieder auf das Gleiche heraus . Der Mensch ist noch nicht " reif" dafür , die Politiker unfähig und/ oder befangen und 10% lassen sich nicht die Butter vom Brot nehmen und dann noch die Umsetzung......
Für mich ist das Utopie......... diese wird eines Tages zur Realität , nämlich dann wenn die Schere zwischen Arm und Reich noch größer wird und eine neue Revolution kommt .Was wir allerdings dann für eine Staatsform bekommen vermag ich nicht zu sagen . Sozialismus war Mist , Kapitalismus ist Mist ..... was gibt , oder kann es da noch geben ????? thinking
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BeitragThema: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen   Mo 23 März 2009 - 11:25

Babs schrieb:
Irgendwie habe ich das Gefühl wir drehen uns hier im Kreis.........
Was auch gesagt oder gedacht wird.. es kommt immer wieder auf das Gleiche heraus . Der Mensch ist noch nicht " reif" dafür , die Politiker unfähig und/ oder befangen und 10% lassen sich nicht die Butter vom Brot nehmen und dann noch die Umsetzung......
Für mich ist das Utopie......... diese wird eines Tages zur Realität , nämlich dann wenn die Schere zwischen Arm und Reich noch größer wird und eine neue Revolution kommt .Was wir allerdings dann für eine Staatsform bekommen vermag ich nicht zu sagen . Sozialismus war Mist , Kapitalismus ist Mist ..... was gibt , oder kann es da noch geben ????? thinking


Natürlich drehen wir uns im Kreis .. bei einer Diskussionsmöglichkeit, wie es mal in so einem Forum im wesentlichen nur möglich sein kann .. jedenfalls wenn es aus Spass gemacht wird .. wird immer wieder mal das eine oder das andere angerissen angedacht, verworfen und wieder neu aufgebracht. Es gibt da nun drei Möglichkeiten:
1) keine komplexen Themen mehr oder
2) Aufteilung der jeweiligen Themen in "Arbeitspakete" und deren "Abarbeitung" unter strengster Diskussionsdisziplin und -moderation oder
3) es so lassen wie es ist und kreidrehen bis keiner mehr Lust auf ein Thema hat und sich dann neue Kreisbewegungen suchen.

Ist es wirklich eine Utopie?
Oder ist es nicvht einfach ein (mehr oder weniger) langsamer Veränderungsprozess?
Um aber das Ziel zu erkennen, muss mensch es einfach mal definieren was denn von dem "Bauchgefühl" 'bedingungsloses Grundeinkommen' überhaupt konsensfähig ist. Zum einen erwartet jeder etwqas unterschiedliches - zum anderen ist jeder (oder doch fast jeder) bei anderen Randbedingungen nicht bereit, diese mitzutragen (siehe Digas Posting).
Erst wenn klar ist, was das Ziel ist, was mehrheitsfähig ist, kann über den Weg gestritten werden, wie dieses Ziel zu erreichen ist und wie es finanziert werden kann .. denn dann kann ich auch planen, was es kostet.

Dabei gefällt mir das Bild vom Gartentor eigentlich ganz gut. Mir sind nur die beiden "sone und sone" zu wenig. Ziel bei dem Beispiel ist es, die Pakete vom Postauto zum Haus zu liefern. Doch statt der zwei würde ich (mindestens) 6'Sorten' von Paketzustellern benennen wollen:
1) der grenzenlose Optimist: er ist so vom Ziel erfüllt, dass er losrennt, ohne das Gartentor überhaupt zur Kenntnis zu nehmen .. das heisst, er bemerkt es erst beim dagegenrennen.
2) der grenzenlose Pessimist: er erwartet nicht nur ein verschlossenes Gartentor, sondern dahinter auch noch 99 ausgehungerte Höllenhunde. Er steigt gar nicht aus dem Postauto aus, denn er weis, es geht doch eh schief.
3) der Planer in Reinkultur: er besorgt sich einen Katasterauszug, lässt überprüfen, ob dieser auch aktuell ist u nd beginnt dann strukturiert und ergebnisorientiert, jeden Kleinstschritt akriebisch durchzuplanen .. und wenn er nicht gestorben ist, so plant er noch heute .. ausliefern wird er das Paket wahrscheinlich jedoch nie.
4) der planlose Chaotiker: er schnappt sich ein Paket, springt aus dem Auto und rennt los .. die Richtung ist egal .. und ob er das richtige Paket dabei hat ist eher unwahrscheinlich.
5 und 6 sind die schon oben beschriebenen Typen.
Warum ich das Thema gerado so ausweite?
Ich hab das Gefühl, dass gerade in Forendiskussionen .. die naturgemäss nun mal - da weniger von Fachleuten als von Stammpostern geführt - Stammtischdiskussionen sind, häufig die ersten 4 Typen vertreten sind .. :Klug:
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BeitragThema: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen   Mo 23 März 2009 - 11:38

Im übrigen ist Hartz IV durchaus ein Schritt in die Richtung .. die Bewertung, ob er zu groß oder zu klein .. zu viel oder zu wenig .. hängt sicher bei jedem von der politischen Ausrichtung und dem eigenen Erfahrungshorizont ab und ist zusätzlich auch ganz sicher eine Typfrage. Einige Punkte, die bei Thema "bedingungsloses Grundeinkommen" auch hier schon diskutiert wurden, können bei Hartz IV -also im kleinen - wunderbar betrachtet werden.

Zum Beispiel die These "Die allerwenigsten werden wegen eines bGE aufghören zu arbeiten."
Das gilt sicher für diejenigen, die deutlich mehr verdienen und/oder einen interessanten Job haben. Sogenannte "Deppenjobs", die keiner freiwillig macht und die in der Regel auch schlecht bezahlt werden, da sie keine besonderen Qualifikation benötigen, würden dagegen weitgehend verwaisen. "Einkommen (neue Welt) = Einkommen (alte Welt) - bGE" bedeutet, dass die Deppenjobs also ohne Bezahlung gemacht werden müssten. Wer würde sich denn freiwillig ohne Bezahlung bereitfinden, bei Aldi/Lidl/Plus die Regale vollzuräumen. Kassierer(in) an der Kasse, nur damit mensch sich nicht langweilt? Andererleuts Haare/Füsse waschen nur um unter die Leute zu kommen?
Bei Hartz IV zeigt doch die Diskussion um die fälschlicherweise sogenannten "1-Euro-Jobs", dass mensch den Hartz IV-Betrag als sein bGE ansieht und wenn er dann arbeiten soll, soll gefälligst die Kohle stimmen. Sonst ist es Sklaverei .. oder so .. thinking
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BeitragThema: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen   Mo 23 März 2009 - 11:49

..... mir ist die lust an diesen thread vergangen und ich klinke mich aus! danke für ein überaus interessantes thema Piece Rose !
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digame



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BeitragThema: Re: Bedingungsloses Grundeinkommen   Mo 23 März 2009 - 12:59

Übrigens, die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens hat nichts mit der Neu- oder Umverteilung von bestehenden Vermögen zu tun und auch nichts mit Parteiengezänk - nicht das geringste! Die Diskussion dieser grandiosen Idee geht durch die gesamte Parteienlandschaft - überall mit für und wider. Wer also mittels dieses Themas Parteipolitik machen will, den Klassenkampf neu entfachen will oder nur aufs Neue den Neid der Besitzlosen wecken MSN-Lachen greift hiermit ins Leere.

Trotzdem wird es versucht - wie bei allen Themen.
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Bedingungsloses Grundeinkommen

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