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 Alkohol-Mythen - Was stimmt, was stimmt nicht?

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Compumouse
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BeitragThema: Alkohol-Mythen - Was stimmt, was stimmt nicht?   Di 21 Apr 2009 - 20:09

Was ist dran an solchen Alltagsweisheiten - etwa dass Frauen weniger „vertragen“ als Männer? Oder dass ein Schnäpschen nach dem Essen gut für die Verdauung ist?

Vertragen Frauen weniger Alkohol als Männer?

Alkohol wird in den Zellen der Leber abgebaut – durch das Enzym ADH. Wissenschaftler der Uni Mannheim fanden heraus, dass Frauen tatsächlich weniger Alkohol vertragen als Männer. Denn Frauen verfügen in der Leber über weniger ADH-Enzyme und können deshalb in derselben Zeit weniger Alkohol abbauen als Männer.

Außerdem enthält ihr Körper im Verhältnis mehr Fett und weniger Wasser. Da Alkohol aber wasserlöslich ist, kann er sich nur mit dem Wasseranteil vermischen. Deshalb wird mit derselben Menge Alkohol bei Frauen eine höhere Konzentration im Blut erreicht als bei Männern – sie sind schneller betrunken.

Studien zeigen zudem, dass Frauen, wenn sie ihre Tage haben, noch weniger Alkohol vertragen als sonst. Denn der wechselnde Hormonspiegel beeinträchtigt auch die Funktion der Leberzellen.

Unterstützt ein Glas Schnaps die Verdauung?

Wem nach einem fettigen Essen unwohl ist, dem hilft ein Schnäpschen - das fördert die Verdauung, so lautet jedenfalls die landläufige Meinung.

Ob Alkohol tatsächlich Auswirkungen auf die Magenentleerung und die Verdauung hat, hat der Gastroenterologe Dr. Franke untersucht. Er arbeitet als Forscher am Institut für Biomedizinische Alkoholforschung in Mannheim. Mittels Ultraschall warf Franke einen Blick in den Magen einer Versuchsperson. Der Proband musste vor der Untersuchung eine reichhaltige Mahlzeit und danach 40 Milliliter Kräuterschnaps zu sich nehmen. Alle zehn Minuten wurde die Versuchsperson mit dem Ultraschall untersucht, um zu sehen, wie schnell das Essen den Magen verlässt. Das Ergebnis bei dem Probanden: Der Alkohol hatte keinen Einfluss auf die Magenentleerung. Die Verdauung dauerte ebenfalls zwei Stunden. Das Schnaps die Verdauung unterstützt, ist also ein Mythos.

Schützt fettiges Essen vor dem Vollrausch?

Durch fettiges Essen oder Öle gelangt Alkohol nicht so schnell in den Dünndarm, wo er ins Blut aufgenommen wird, sondern wird schon im Magen abgebaut. Und hier - in der Magenschleimhaut - befindet sich bereits das alkoholzersetzende Enzym ADH. Eine Portion Pommes oder eine deftige Bratwurst können also tatsächlich den Rausch verzögern.

Kommt der Bierbauch wirklich vom Bier?

Kommt der so genannte Bierbauch wirklich vom Bier? Fest steht: Vermehrten Heißhunger nach dem Genuss des Gerstensaftes konnten Forscher nicht feststellen. Am Essen liegt die Fettzunahme also nicht. Allerdings: Nur ein Glas Bier enthält schon 100 Kilokalorien. Fünf bis sieben Bier am Abend haben also die gleiche Energie wie eine komplette Mahlzeit. Bier ist somit eine einzige Kalorienbombe.

Macht Alkohol schneller betrunken, wenn man ihn durch einen Strohhalm trinkt?

Alkohol gelangt vor allem über den Magen-Darm-Trakt ins Blut, aber auch über die Mundschleimhaut. Dort verteilt er sich angeblich durch das Saugen am Strohhalm besser und soll schneller und stärker wirken.

Doch stimmt das wirklich? welt der wunder hat dazu ein Zwillingspärchen im Dienste der Wissenschaft trinken lassen. Diana und Sandra sind gleich groß, gleich schwer und hatten zuvor das Gleiche gegessen. Diana trank Wodka-Lemon aus dem Glas, Sandra mit dem Strohhalm. Eineinhalb Stunden und fünf Wodka-Lemmon später zeigte der Alkohol bei beiden Zwillingen Wirkung. Doch wer war betrunkener? Das Ergebnis: Sandra hatte 0,69 Promille, Diana 0,71 - obwohl Diana aus dem Glas getrunken hatte und sie dadurch eigentlich weniger Alkohol im Blut gehabt haben müsste.

Dass der Strohhalm also schneller betrunken macht ist nichts anderes als ein modernes Märchen.

Enthält alkoholfreies Bier wirklich keinen Alkohol?

Wer sich bislang auf die rauschfreie Wirkung von alkoholfreiem Bier verlassen hat, sollte in Zukunft besser aufpassen. Denn ein Bier darf sich nur Bier nennen, wenn es auch wirklich Alkohol enthält. „Alkoholfrei“ sind die Sorten mit weniger als 0,5 Promille Alkohol. Ganz ohne Rausch geht es aber nur mit einem Malztrunk.

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BeitragThema: Re: Alkohol-Mythen - Was stimmt, was stimmt nicht?   Mi 22 Apr 2009 - 6:15

Na das ist ja interessant. Alkoholfreies Bier kommt also nicht für Menschen in Frage die alkoholkrank sind.
Ich finde das ist interessant zu wissen. Wobei Betroffene dahingehend sicher auch ärztlich beraten werden.

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BeitragThema: Re: Alkohol-Mythen - Was stimmt, was stimmt nicht?   Mi 22 Apr 2009 - 7:40

Compumouse schrieb:

Enthält alkoholfreies Bier wirklich keinen Alkohol?

Wer sich bislang auf die rauschfreie Wirkung von alkoholfreiem Bier verlassen hat, sollte in Zukunft besser aufpassen. Denn ein Bier darf sich nur Bier nennen, wenn es auch wirklich Alkohol enthält. „Alkoholfrei“ sind die Sorten mit weniger als 0,5 Promille Alkohol. Ganz ohne Rausch geht es aber nur mit einem Malztrunk.


Es gibt (mindestens) ein Pils einer renommierten Biermarke, welches 0,0 Promille Alkohl enthält. Steht ganz dick auf dem Flaschenetikette drauf.
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BeitragThema: Re: Alkohol-Mythen - Was stimmt, was stimmt nicht?   Mi 22 Apr 2009 - 8:05

"Natürliche Eigenproduktion

Auch der Körper produziert selbst Alkohol. Der Blutspiegel liegt bei ungefähr 0,03 Promille, das sind bei einem etwa 80 kg schweren Menschen circa 1,68 Gramm reiner Alkohol. Welchen Zweck der Alkohol im Körper erfüllt, ist zur Zeit noch nicht genau bekannt.

..
Alkohol in natürlichen Lebensmitteln

Sehr viele Lebensmittel enthalten von Natur aus Alkohol. So entsteht im natürlichen Reifeprozeß aus den im frischen Obst enthaltenen Kohlenhydraten Alkohol. Beispielsweise enthält 1 Kilogramm Bananen 10 Tage nach dem Kauf rund 6 g Alkohol. Auch anderes Obst und Fruchtsäfte enthalten Alkohol. Fruchtsäfte bis zu 3 Gramm , Traubensaft bis zu 10 Gramm Alkohol pro Liter.

Alkohol entsteht durch Hefe auch bei der Brotherstellung, zum Beispiel bei der Teiglockerung. Normales Mischbrot enthält zwischen 2 – 4 Gramm Alkohol pro kg.

Ebenso entsteht bei der Vergärung zu Milchsäure Alkohol. Deshalb enthalten insbesondere Sauerteigbrot, Sauerkraut aber auch Kefir natürliche Mengen Alkohol.

...

Wie wird der Blutalkoholspiegel errechnet?

Der Alkoholgehalt des Blutes wird üblicherweise in Promille gemessen. Das bedeutet "Gehalt pro Tausend". Dieser Gehalt an Alkohol im Körper wird ins Verhältnis zur Gesamtkörperflüssigkeit gesetzt. Der Anteil der Gesamtkörperflüssigkeit am Körpergewicht beträgt rund 70 Prozent. Dies bedeutet bei einem 80 kg schweren Menschen rund 56 Kilogramm. Die Blutalkoholkonzentration kann man daher überschlägig wie folgt berechnen:

Alkohol in Gramm/0,7 x Körpergewicht in kg = Blutalkoholspiegel in Promille


Dementsprechend ergeben sich bei der Einnahme von alkoholhaltigen Lebensmitteln folgende Blutalkoholkonzentrationen:

Lebensmittel Menge Alkohol in Gramm Alkoholgehalt des Organismus in Promille
Bei 30 kg bei 60 kg bei 85 kg
Roggenbrot 100 g 0,34 0,016 0,008 0,006
Apfelsaft 0,2 Liter 1,0 0,048 0,024 0,017
Kefir 0,25 Liter 3,75 0,179 0,089 0,063
Bier 0,5 Liter 19,75 0,940 0,470 0,332"

Quelle: http://www.isonline.de/alk/alkinh.htm

Mensch beachte: Kefir hat damit mehr als 4x soviel Alhohl wie 'normales' Alkfreibier.
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BeitragThema: Re: Alkohol-Mythen - Was stimmt, was stimmt nicht?   Mi 22 Apr 2009 - 9:24

Waldbaer schrieb:
Es gibt (mindestens) ein Pils einer renommierten Biermarke, welches 0,0 Promille Alkohl enthält. Steht ganz dick auf dem Flaschenetikette drauf.

Als "alkoholfreies Bier" darf Bier deklariert werden, was zwischen 0,02 und 0,5 Vol.-% Alkohol enthält - verheerend für einen trockenen Alkoholiker. Kann man sich auf Angaben auf dem Flaschenetikett wirklich verlassen? Ich meine, gibt es da Vorschriften, dass wenn 0,0 Promille Alkohol drauf steht auch wirklich 0,0 Promille drin sind?

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BeitragThema: Re: Alkohol-Mythen - Was stimmt, was stimmt nicht?   Mi 22 Apr 2009 - 10:33

"Biere wie beispielsweise das Bitburger Alkoholfrei 0,0 Prozent bieten durch ihr besonderes Brauverfahren vollen Geschmack bei 0,0 Prozent Alkohol."
http://www.hi-zeitung.de/?site=artikel&id=5100

"Dabei ist es heute schon möglich, Bier mit 0,0 Prozent zu brauen, auch wenn dies einiges Know-how erfordert. Dr. Georg Stettner, während der Entwicklung des jetzt erhältlichen Bitburger Alkoholfrei 0,0 Prozent Leiter der Versuchsbrauerei, hat eine Menge Zeit und Energie investiert, bevor er und sein Team mit dem Ergebnis zufrieden waren. Die Herausforderung lag nicht alleine darin, den Alkoholgehalt auf Null zu bringen, sondern dabei einen Geschmack zu erhalten, der problemlos mit Premium-Bieren mithalten kann."
http://www.campus-web.de/34/3059/5221/
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