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piece

 Anzahl der Beiträge: 5234 Alter: 47 Ort: NDS Anmeldedatum: 29.12.08
 | Thema: Sommerkulturevents So 2 Aug 2009 - 20:45 | |
| Kunstevents
Es ist Sommer in der Stadt. Jedes Jahr habe ich erneut das Gefühl, da das sogenannte „Sommerloch“ herrscht, müssen die Menschen belustigt werden. Vor allem die „Armen“ die nicht in den Urlaub gefahren sind, brauchen zwingend Abwechslungen!!! Jedes Wochenende ist die Zeitung voll mit Eventbeschreibungen. Da ist das Feuerwerk im Schloßpark, da sind verkaufsoffene Sonntage mit Begleitprogramm, da gibt es Okerfahrten , Kunst in Parks, Vergnügungen in allen Reihen…. Je ausgefallener desto besser…. Natürlich alles selten kostenfrei , denn man lässt sich was kosten sich zu amüsieren..schließlich würden wir uns ja alle zu Tode langweilen sonst im Sommer!! Nicht das man mich jetzt falsch versteht, ich liebe Kunst und ich gehe auch gerne mal auf Events und spannende Inszenierungen, nur nimmt das finde ich wirklich immer mehr Überhand. Als würde es nicht ausreichen das einfach nur Sommer ist und gutes Wetter, als wäre unser Leben ein einziges Tal der Langeweile das es zu „überspielen „ gilt, als würden wir selbstständig nix auf die Reihe bekommen um unsere freie Zeit zu füllen…. Dabei gibt es überall Kultur zu Hauf, wenn man nur hinschauen wollte. Ich schaue gerne hin . Zum Beispiel Samstag Morgen in der Stadt…vorzugsweise mit dem Fahrrad in die Stadt gefahren. Da kann man von uns aus schonmal auf dem historischen Ringgleis, welches zu einem wunderbaren , friedlichen, autoabgasfreien Radweg umgebaut wurde, fern ab von Ampelphasen und Generve die Innenstadt auf dem schnellsten und wirklich schönsten Weg erreichen. Vorbei an Kulturdenkmälern der seltenen Art, wie dem alten Bunker im Madamenweg, oder dem kurz davor aufgebocktem alten ausrangierten Magnetbahnwaggon, der dort für eine Werkstatt Reklame steht, als außergewöhnliches Aushängeschild. Vorbei an der HBK mit ihrem ungewöhnlichen Vorplatz, über die Quartiersstraßen des neu renovierten westlichen Ringgebietes bis hin direkt in die City. Dort angekommen hat man Kultur zu Hauf….da geben sie wirklich alles. Direkt am Fahrradparkplatz erwarten uns zwei Indianer..oder zumindest Peruaner..oder Mexikaner??, die sich auf der Panflöte verausgaben. Drei Meter weiter eine Dame auf dem Akkordeon spielt allerlei französische Weisen und ist dabei denkbar fröhlich. Gleich am Kattreppeln steht mein Lieblingskünstler, ein Rentner in weißer Windjacke mit Kapitänsmütze, der jeden Samstag dort auftritt mit einer Minihammondorgel spielt er Volkslieder und Seemannslieder. Es quäkt entsetzlich, aber man kann ihm nicht abschlagen ihm eine Münze zu geben, allein schon für seinen Mut und weil es wirklich nur an dem Miniinsturment liegt… er spielt fehlerfrei. Geht man durch die Burgpassage , am RIngerbrunnen- ebenfalls ein Kunstwerk- steht jemand der macht Musik auf einem riesigen Zylophon,. Richtung Welfenhof steht jemand mit einem Schlagzeug auf dem Rücken und einer Gitarre vorn und macht als Miniorchester die 60ger Jahre wieder lebendig. Selbst im Schloß (was ja eigentlich ein Kaufhaus ist) ist jede Woche eine neue Ausstellung für die kaufwilligen Kunden . tritt man dort hinaus schaut man auf das kunterbunte Rizzihaus, nicht zu übersehen! Weiter im Magniviertel findet sich die Denkerskulptur vorm städtischen Museum und den Kragenbär auf der Kreuzung zur Adolfstraße…. Kunst überall!!! Kleinküstler, Grafittis, Aufkleber an Ampeln die fast wie eine kryptische Geheimsprache für Insider rüberkommen( dazu ahbe ich sogar schon eine Fotoserie geschossen) Skulpturen, historische Fragmente von dem was der Weltkrieg einst von meiner Stadt über ließ…… Und das dauerhaft, jede Woche, immer für Alle!- wenn wir denn hinschauen täten! Leider geht das unter wenn man hektisch dem Kaufglück hinterher hechtet . Vielleicht sollte man sich einfach wieder mal mehr Zeit für Alles nehmen, vor allem für das genaue Hinsehen, dann merkt man, Kultur gibt’s immer und überall. man benötigt nicht mal aufwendige Events um sie genießen zu können, probiert es einfach mal aus! |
|  | | Compumouse Admin


 Anzahl der Beiträge: 18619 Alter: 55 Ort: Bayern Anmeldedatum: 15.11.08
 | Thema: Re: Sommerkulturevents So 2 Aug 2009 - 21:18 | |
| Ich muss sagen, dass ich die Sommer-Events gar nicht so mitbekomme. Das mag aber auch daran liegen, dass in unserer Kleinstadt nicht all zu viel geboten wird und ich mich eher weniger für das Programm in Augsburg interessiere. Wenn bei uns mal was los ist, dann liest man es im Stadtanzeiger, wenn es gerade passt, gehen wir auch schon mal hin.
Aber du hast Recht, Piece , es gibt auch bei uns so einiges, was wir uns noch nicht – oder nicht genau – angeschaut haben.
So gibt es bei uns das Lechfeldmuseum, in dem wir noch nie waren. Ich habe gerade mal nachgeschaut, was es da alles gibt:
In der Archäologischen Sammlung werden Funde und Ausgrabungen aus Königsbrunn und vom Lechfeld verwahrt und dokumentiert. U. a. 6000 Jahre alte Pfeilspitzen, Bohrer, Stichel, Messer und andere Werkzeuge. Ein Hockergrab mit komplett erhaltenem Skelett samt Grabbeigaben, aus der Glockenbecher Zeit ( 2300 v. Chr.) sowie weitere wertvolle Grabbeigaben und Ausrüstungsstücke.
Die Volkskundliche Sammlung zeigt die Faszination des technischen Fortschritts und die damit verbundene Verbesserung der Lebensqualität im Laufe der Geschichte auf dem Lechfeld und in Königsbrunn. Über 5000 Exponate dokumentieren den bäuerlichen Alltag, die Wohnverhältnisse und die Kleidung der früheren Bewohner.
Die Naturwissenschaftliche Sammlung vermittelt topographische, geologische und ornithologische Informationen über das Lechfeld u. die Königsbrunner Flur.
Mithras Heiligtum Römische Kultstätte auf dem Gelände des städtischen Friedhofes. Hier werden, in einem musealen Schutzbau die einzigen in der ehemaligen Provinz Rätien noch erhaltenen Reste einer römischen Kultstätte für die Nachwelt erhalten.
Straßenmusiker gibt es bei uns nicht, da unser Städtchen kein richtiges Zentrum hat (Königsbrunn war ja mal als längstes Straßendorf Deutschlands bekannt), aber in Augsburg findet man sie natürlich auch an fast jeder Ecke. Ich finde die oft ziemlich gut und ich bleibe da auch öfter stehen (wenn ich mal in der Stadt bin) und höre der Musik zu. Diese Straßenmusikanten bekommen auch was in ihren ‚Hut’ , im Gegensatz zu den Bettlern, die nur da sitzen und warten, dass das Geld kommt.
Auf jeden Fall war dein Posting ein Anstoß, dass wir doch mal das Lechfeldmuseum besuchen. _________________ Liebe Grüße Compumouse |
|  | | piece

 Anzahl der Beiträge: 5234 Alter: 47 Ort: NDS Anmeldedatum: 29.12.08
 | Thema: Re: Sommerkulturevents Mi 5 Aug 2009 - 5:47 | |
| Mir geht`s ja oft so das ich mir sowas erst ansehe wenn wir beispielsweise Besuch haben und man anfängt mal zu überlegen wie ich dann mal meine Stadt und Umgebung zeigen kann, oder wenn der Besuch besondere Interessen hat vor Ort, wie neulich eben das Grenzdenkmal Marienborn.. Da arbeite ich keine 10 Km von entfernt und hingekommen bin ich bisher nicht...so war halt mal n Anlaß da. Übrigens ist das auch gratis das Denkmal mit Dauerausstellung...und hochinteressant, zumal ich das ja noch im vollen Grenzbetrieb erlebt habe. |
|  | | digame

 Anzahl der Beiträge: 3087 Anmeldedatum: 18.11.08
 | Thema: Re: Sommerkulturevents Do 6 Aug 2009 - 13:26 | |
| Je mehr angebotene (Sommer)Kulturevents o.s.ä. - kleine, große, mittlere - umso besser, finde ich. Jeder kann sich das Seine aussuchen. Mir ist auch da das pralle Leben wichtig. Mit einem Stadtbummel versuche ich immer einen Besuch des Wochenmarktes zu verbinden - egal, ob in Mainz oder Wiesbaden. Gerade jetzt quellen diese Märkte über von Früchten und Gemüsen in leuchtenden Farben und schwellenden Formen. Alles, was das Herz begehrt. Eigentlich will ich nie etwas kaufen ... haha ... da ich das ja anschließend mitschleppen muß, aber meist gelingt mir das nicht. Es ist zu verlockend. In Mainz bieten alle Metzgereiwäggelchen ein kleines Marktfrühstück an: Weck, Worscht unn Woi. Nein! natürlich nur Brötchen, Fleischwurst und eine Tasse Wurstsuppe (den Senf gibt's gratis dazu). Den Woi kann man sich vom Nachbarstand dazuholen, so man will. Mainz hat nicht viele Straßenmusikanten und sie werden auch kaum beachtet - die Leute vergnügen sich auch so bestens. Wiesbaden ist da ganz anders. Da wimmelt es geradezu in der Fußgängerzone von Musikanten ... einzeln und in kleinen Gruppen. Die Leute beginnen sich schon zu beschweren, da die Musikanten sich an die Straßencafés heranfiedeln und den Gästen aufdringlich das Innere ihrer Hüte vorzeigen ... haha ... die Wiesbadener haben zwar Geld, aber sie behalten es am liebsten für sich. :suspect: Schön finde ich die Free-Hugs-Aktionen dort (free hugs ~ kostenlose freiwillige Umarmungen). Junge fröhliche Leute bieten lachend mit offenen Armen jedermann und jederfrau Umarmungen an. Sie werden gerne genommen und freudig erwidert. Man sieht, daß die Wiesbadener da ein Nachholbedürfnis haben. |
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