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 Robert Enke, Depressionen und Suizid

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Planesia2



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BeitragThema: Robert Enke, Depressionen und Suizid   Do 12 Nov 2009 - 7:48

das Eingangsposting lautete :

Gleich zu Anfang: Ich gebe es zu: sporttechnisch lebe ich "auf einem anderen Stern". Ich hatte bis zu seinem Tod noch nie was von Robert Enke gehört.

Dafür hört und sieht man jetzt in den Medien um so mehr von ihm, und daher meine Frage:

Es gibt Millionen Menschen in D, die unter Depressionen leiden und Viele davon setzen ihrem Leben ein Ende. Das ist sehr bedauerlich und es wäre sicherlich gut, sich mit diesem Problem in D Allgemein zu befassen.

Wenn ich mir anschaue, welchen Wirbel der Freitod um Enke verursacht hat, dann frage ich mich, was wohl stattfinden muss, wenn eine wirkliche Person des "öffentlichen Interesses" oder auch einE sehr berühmteR KünstlerIn stirbt bzw. Suizid verübt. Es gibt viele Menschen, die gleiche oder ähnliche Schicksalsschläge und Probleme haben/hatten wie Enke - von denen erfährt die Öffentlichkeit (ausser in Schmierblättern wie der BILD) nichts. Ist deren Schicksal weniger wert?
Ich finde das Ganze übertrieben. Bin ich nun unsensibel oder sind die Anderen Übersensibel oder was ist los mit unserer Gesellschaft, dass sie auf diesen Vorfall so reagiert?

Wenn im normalen Arbeitsleben ein Freund oder Arbeitskollege eines Angestellten stirbt, kräht kein Hahn danach, wie er das verkraftet. Bestenfalls schickt die Firma einen Kranz an die Witwe, es wird eine Schweigeminute eingelegt, am "schwarzen Brett" hängt ein Nachruf und in der Zeitung sind eine bzw. mehrere Todesanzeigen zu lesen.

Auf keinen Fall werden Freunde oder Arbeitskollegen von ihrer Arbeit freigestellt. Haben unsere Fussballer Sonderrechte?
Selbst Angehörige haben im Arbeitsleben nur eine "Schonfrist" von 3 Tagen, um um ihre(n) Toten zu weinen, die Beerdigung zu organisieren und was sonst nach dem Ableben eines Familienmitgliedes so zu tun ist.

Es würde mich mal interessieren, wie ihr darüber denkt

Tut mir leid, wenn das Alles jetzt ein bisschen harsch rüber kommt, aber so langsam finde ich das Ganze übertrieben. Ich hoffe, dass wenigstens dann jetzt die (psychische) Depression mal mehr in den Blickwinkel der Leute rückt, die daran etwas ändern oder helfen könnten.

Hier mal ein paar Zahlen (leider noch aus 2004) zu diesem Thema:
http://www.uke.de/extern/tzs/daten/germany/Deutschland.html
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Planesia2



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BeitragThema: Re: Robert Enke, Depressionen und Suizid   Di 17 Nov 2009 - 9:06

...aber das ist nicht nur beim Fussball so. Kaputt sein, labil sein, Depressionen haben etc. ist in dieser Gesellschaft einfach nicht "cool". Man hat zu funktionieren wie ein Rädchen, und wenn nicht, dann ist man "der Sand im Getriebe" und wird ausgemustert. Es gibt ja so viele, die dann in die Bresche springen würden....(bis sie vielleicht in die gleiche Situation kommen)
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BeitragThema: Re: Robert Enke, Depressionen und Suizid   Di 17 Nov 2009 - 12:33

Ich kenne Enke nicht, ein Fußballfan bin ich nicht und von daher geht mir
sein Tod, wenn ich ehrlich bin, nicht besonders nahe.

Ich habe eine Freundin die des öfteren in der Psychiatrie ist, eben wegen Depressionen,
das berührt mich sehr, ich kann mir bei ihr auch Gründe für diese Krankheit vorstellen,
aber sie wird mit Psychopharmaka wieder fit gemacht um ihre Seele kümmern sich
die Psychiater nicht. Das berührt mich sehr.

Ich glaube wenn mehr Gespräche innerhalb der Menschen stattfinden würden,
wenn Freunde mehr Zeit hätten, wenn Gelegenheit wäre in der Wohnküche bei einer Tasse Kaffee zu reden, gäbe es natürlich immer noch depressive Menschen aber die Anzahl
der depressiven Verstimmungen wäre vielleicht weniger.
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Planesia2



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BeitragThema: Re: Robert Enke, Depressionen und Suizid   Di 17 Nov 2009 - 13:01

ayyan schrieb:
Ich kenne Enke nicht, ein Fußballfan bin ich nicht und von daher geht mir
sein Tod, wenn ich ehrlich bin, nicht besonders nahe.

Ich habe eine Freundin die des öfteren in der Psychiatrie ist, eben wegen Depressionen,
das berührt mich sehr, ich kann mir bei ihr auch Gründe für diese Krankheit vorstellen,
aber sie wird mit Psychopharmaka wieder fit gemacht um ihre Seele kümmern sich
die Psychiater nicht. Das berührt mich sehr.

Ich glaube wenn mehr Gespräche innerhalb der Menschen stattfinden würden,
wenn Freunde mehr Zeit hätten, wenn Gelegenheit wäre in der Wohnküche bei einer Tasse Kaffee zu reden, gäbe es natürlich immer noch depressive Menschen aber die Anzahl
der depressiven Verstimmungen wäre vielleicht weniger.


Ich denke, Du hast Recht Ayyan. EIN Symptom unserer Zeit ist es, keine Zeit zu haben und auch, nicht mehr miteinander, sondern eher übereinander zu sprechen.

Im Grunde sind wir doch alle Torwarte - nur dass sich unsere Tore anders nennen:

Wie schaffe ich meinen Beruf bzw. mache Karriere?
Wie erreiche ich eine glückliche Beziehung?
Wie mache ich guten Sex und schaffe es, dass meinE PartnerIn einen Orgasmus hat?
Wie erziehe ich meine Kinder richtig?
Wie bekomme ich Familie und Beruf "unter einen Hut"? u.v.m.

Wer (sich) diese Fragen stellt, wird feststellen, wie gut ersie als "TorhüterIn" ist bzw. wieviel "Bälle"er/sie nicht gefangen hat (nur, dass die Meisten finanziell nicht so gut dastehen, wie ein Profifussballer). Und wenn es mit dem "Leistungssport" nicht mehr klappt, wird halt gedopt bis es (hoffentlich) klappt. Aber die Anderen dürfen nichts davon bemerken, sonst wird man disqualifiziert...
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BeitragThema: Re: Robert Enke, Depressionen und Suizid   Fr 20 Nov 2009 - 5:56

Was mir dazu noch einfällt....:
ich zitiere:
Ich habe eine Freundin die des öfteren in der Psychiatrie ist, eben wegen Depressionen,
das berührt mich sehr, ich kann mir bei ihr auch Gründe für diese Krankheit vorstellen,
aber sie wird mit Psychopharmaka wieder fit gemacht um ihre Seele kümmern sich
die Psychiater nicht. Das berührt mich sehr.


Das ist wirklich traurig ayyan, aber ich möchte dazu nochmal was sagen.

Viele, viele Menschen würden sehr schlecht dran sein gäbe es die modernen Psychopharmaka nicht.
In früheren Zeiten wurden Menschen mit Depression- damals Melancholie- genannt und anderen psychiartrischen Erkrankungen
sehr garstig behandelt.
Man fesselte sie auf Drehstühle, drehte sie schwindelig und weil sie dann nicht mehr konnten galten sie als geheilt.
Sie wurden gefoltert weil sie als besessen galten, in Kisten gesperrt, fixiert, in Ketten gelegt , in Eisbäder gelegt und mit Elektroschoks therapiert....
Die Seele hat damals nicht existiert als Krankheitsfaktor....

In der modernen Psychiatrie wird mit Medikationen gearbeitet, klar.
Klar ist das alle psychiatrisch Erkrankten das unangnehem finden, denn die Medis haben oft blöde Nebenwirkungen,
wie z.B: Gewichtszunahme, Libidoeinschränkungen, motorische Probleme etc....
Aber ohne die Medis wären sie halt depressiv oder psychotische oder irgendwei anders wahnhaft, würden nicht mehr am Leben teilnehmen können da sie gefangen wären in der Erkrankung- auch kein netter Zustand glaube mir, die Menschen leiden sehr in akuten Schüben.

Selbstverständlich ist eine Medikation nicht das alleinige Wudnermittel, auch Gespräche sind wichtig.
Auch sowas wird in den Kliniken angeboten .
Es gibt dort Ergotherapie, es gibt Gesprächsgruppen, es gibt offenen Stationen mit vielen Angeboten in allen Bereichen, wie Arbeit, Kochen,
und Freizeit....
Es gibt ganz gezielte Theraphiestationen wo richtige Psychotherapie wie VT und DBT usw angeboten wird....

Selbstverständlich kann ein Psychiater das nicht zwingend alles lösen- ist auch gar nicht seine Aufgabe- , denn diese Kliniken sind groß und voll und es gibt in großen Psychiatrien genauso den Pflegenotstand wie in jedem anderen Krankenhaus.
Ein Psychiater ist ein Arzt , kein Psychologe. das wird oft verwechselt.

Das entschuldigt sicher nicht Alles, erklärt aber Einiges.
Wenn jemand in einem psychiatrischen Klinikum untergebracht ist gibt es dort nicht nur Psychiater, es gibt Psycholgen, Physiotherapeuten,alle möglichen anderen Therapeuten,Pflegepersonal, es gibt SOzialdienste, Erogthereputen und viele ,viele Menschen die sich ebenfalls um die Patienten bemühen nach allen Kräften !!!

Es gibt auch PAtienten die nicht mitarbeiten , die man ständig motivieren muß, die ein unglaubliches Phlegma an den Tag legen und erwarten das man sie heilt ohne das sie etwas dazu tun brauchen....

Eine Klinik ist eine Möglichkeit mit meiner Krankheit klar zu kommen, den Anfang zu machen eine Behandlung zu starten und anzufangen eine Erkrnakung zu akzeptieren, die Nachsorge im Anschluß ist fast noch wichtiger....weiter machen, an mir arbeiten, Hilfen annehmen.
In einer Klinik wird man in aktuen Phasen stabilisiert und die anschließende Nachsorge ist dann wichtig für Fortschritte oder den Erhalt einer guten Phase.

Ich will gewiß nicht alles schön reden was in psychiatrischen Kliniken läuft, aber ich muß jetzt wirklich mal eine Lanze brechen für die dort Arbeitenden.

Ich arbeite in einer psychiatrischen Einrichtung (keine Klinik!) und weiß wovon ich rede und wie wichtig ein enger Kontakt zu Ärzten und Kliniken häufig ist um größere Krisen zu meiden oder in den Griff zu bekommen.
Man kann nicht alles weg- und schönreden, oft ist das die Einweisung die einzige verbleibende Lösung aber auch die Lösung die man als Letztes wählt, nachdem man sich ausfürhlich mit Gesprächen und ambulanter ärztlicher Betreuung bemüht hat!

Mich ärgert einfach diese einseiteige Ansicht wie sie leider häufig anzutreffen ist das Patienten nur vollgepumpt werden und dann links liegen gelassen werden und keinen interessieren....das ist in der Realität keinesfalls so.
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BeitragThema: Re: Robert Enke, Depressionen und Suizid   Fr 20 Nov 2009 - 13:40

Piece, das alles weiß ich.
Aber Klinik und Klinik ist sehr unterschiedlich, es gibt keine einheitliche
Lösung, deshalb ist es gut, wenn mehrere Aspekte gezeigt werden.
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BeitragThema: Re: Robert Enke, Depressionen und Suizid   Fr 20 Nov 2009 - 17:19

Sicherlich gibt es unterschiedliche Kliniken in Ausstattung und Qualität...wenn ich freiwillig in die Klinik gehe um eine Therapie zu machen habe ich die Möglichkeit mir vorher einige anzuschauen und auszuwählen..
Wenn ich eine aktue Krise habe und vielleicht sogar mit einem Psych- KG eingewiesen werden muß weil ich mich und andere gefährde, dann habe ich allerdings keine Wahl, dann geht`s in die für den Landkreis zuständige Psychiatrie....
In der Regel sind aber auch diese Klinken alle sehr gut ausgestattet.
Eine sogenannte Zwangseinweisung kommt zwar vor- ist aber die eher letztgewählte Lösung, also wenn es gar nicht mehr anders geht.
In den meisten Fällen entscheiden sich psychisch Kranke für einen Klinikaufenthalt in dem sie eine spezielle Therapie machen wollen, da ist die Auswahl hoch und die Kliniken zum Teil sehr , sehr gut ausgestattet...da muß man dann nur eine Kostenzusage für bekommen und Geduld haben um einen Platz zu bekommen, die Wartezeiten sind oft sehr lange , zwischen 8 und 12 Monaten.
Einfach ist das nicht, sinnvoll in jedem Fall wenn man selber für sich etwas tun und ändern möchte.
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BeitragThema: Re: Robert Enke, Depressionen und Suizid   Fr 20 Nov 2009 - 22:40

Von psychotherapeutischen Kliniken habe ich schon viel Gutes gehört,
von der Landespsychiatrie kaum, Menschen ohne Angehörige die
sich um ihre Belange kümmern, sind schlecht dran.

Aber jeder hat ja sein eigenes Umfeld und bekommt andere
Informationen.
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BeitragThema: Re: Robert Enke, Depressionen und Suizid   Sa 21 Nov 2009 - 6:56

Ayyan, das mag stimmen.
ICh schreibe hier auch nciht um dich irgendwie anzupaulen, sondern um einfahc INformationen zu geben aus meiner langjährigen Berufserfahrung heraus um einmal konkrete Informationen zu bieten, denn aufgrund der wenigen und dann oft sehr einseiteigen Berichterstattung wissen viele es auch echt nicht besser.
Genauso entstehen Vorurteile und Vorbehalte die letztlich den Betroffenen eher schaden.
In jedem Fall finde ich eine transparente AUfklärung immer ganz wichtig.
Auch sehr kranke Menschen sind mündige Bürger und haben ein recht auf Information, das steht immer an erster Stelle für mich.
Weil ich imemr so handle stören mich ahlt so Pauschalaussagen die das ins falsche Licht rücken, daher meine Abhandlungen hier!
Vielleicht hilfts ja auch für deine Freundin....könnte ja sein.


Wenn jemand ohne Angehörige ist hat er die Möglichkeit sich einen Rechtsbetreuer zu suchen.
Jetzt mal ganz vereinfacht ausgedrückt:
Das heißt er geht quasi zum Amtsgericht und sagt:
Ich bin sehr krank und daher nicht ind er Lage mich derzeit ordentlich um meine Belange zu kümmern, ich benötige da Hilfe.
Dann bestellt das Amtsgericht einen rechtlichen Betreuer mit den verschiedensten Wirkungskreisen.

(In einem Großteil der Fälle benötigen die Klienten aber meist einen Anstoß von Außen um diesen Schritt zu wagen:
Leider besgtehen da jede Menge Vorurteile und Vorbehalte, aber es ist eine Hilfe auf die man einen Anspruch geltend machen kann,
eben damit man auch in keine Notsituation gerät oder aus selbiger wieder herausfindet!!)

Das kann beispielsweise sein:

- Aufenthaltsbestimmungsrecht (heißt das der Betreuer dafür sorgt das die kranke Person ein zu Hause hat, ggf. auch in eine Klinik/Heim etc. eingewiesen wird etc)

- Regelung von Wohnungsangelegenheiten (D.H der Betreuer sorgt dafür das Räumgsklagen abgewendet werden, sucht ggf. eine Wohnung, kümmert sich um Umzug , Kostenübernahmen etc...)

- Vermögenssorge (d.h. der Betreuer ist zuständig für alles was mit Geld zu tun hat, z.B. Kostenübernahmeanträge für Therapien, Rentenangelegenheiten.
Taschengelder, Geldanlagen, Sozialhilfeangelegenheiten etc...das wird übrigens sehr, sehr streng kontrolliert vom Amtsgereicht, über ALLES!! muß genaustens Rechenschaft abgelegt werden , wofür was verwendet wird und weshalb, also es ist streng überwacht und der Betreute kann sich ständig und immer beschweren sollte er da sein Vermögen veruntreut sehen...nicht das gleich wieder das nächste Gerücht aufkommt hier!!)

-Gesundheitsfürsorge (D.H...Der Betreuer muß informiert werden vom Arzt über jedwede Behandlung und wird in alle Behandlungsabläufe mit einbezogen um den zu Betreuenden aufzuklären, d. h. aber auch die Möglichkeit einer ZWangseinweisung gegen den Willen des Kunden, sollte dieser sich selbst und andere gefährden)

- Regelung von Behördenangelegenheiten jeder Art (D.H. der Betreuer nimmt einem kranken Menschen Behördengänge ab zu denen der oft gar nicht in der Lage ist krankheitsbedingt...sowas fällt ja schon Gesunden oft schwer da durchzusteigen, das kann sein das er eine Rentenstreitsache für den Kunden klärt, oder eine Scheidung, oder in Erbschaftsdingen hilft etc..alles was bei jedem von Euch auch so anfällt im Leben)

- unter gewissen Umständen- bei sehr kranken Menschen- gibts auch noch das Öffnen der POst , damit auch Rechnungen beglichen werden und nicht Briefe jahrlang ungeöffnet rumliegen und es zu Stress kommt....

Es gibt auch personenbezogene Wirkungskreise...aber das würde hier jetzt den Rahmen sprengen....

Ganz früher hieß das Pflegschaft und Vormundschaft. aber ca. 1991 wurde das ganze Gesetz geändert und in das sogenannte Betreungsgesetz gewandelt um noch umsichtiger mit den Kunden umgehen zu können und eventuellen Misbrauch zu unterbinden.
ALso man kann nicht eifnach die Omma entmündigen lassen und sich dann das Vermögen abziehen wie das früher immer so schön kursierte in den Medien, da ist ein Riegel vorgeschoben worden!

Der rechtliche Betreuer muß immer im Rahmen seiner Wirkungskreise von Behörden, Kliniken Ärzten und was auch immer informiert werden.
Er fungiert quasi als Helfer und Mittler zwischen all diesen Institutionen und dem Klienten.
Der Klient hat ein Anrecht auf jede Information und der Betreuer arbeitet ganz eng mit dem Klienten zusammen.
Es finden regelmäßige Gespräche statt, auch mal andere Aktivitäten wie gemeinsame Freizeitaktionen- wobei die eher selten sind- aber wenn beispielsweise ein Klient zu vereinsamen droht ist der Betreuer auch immer im Bilde und kann auch da versuchen Maßnahmen zu ergreifen, zu motivieren, Angebote suchen etc...
Der Klient kann auch den Betreuer wechseln wenn er mit dem so gar nicht klar kommt,und er kann jederzeit eine Beschwerde einlegen die das Amtsgericht dann auch prüft....also er hat weiterhin Rechte und ist nicht automatisch entmüdigt oder so...nicht das das jetzt schräg ankommt hier.

Eine Entmüdigung gibts nicht merh so wie früher...das heißt jetzt so nett. "Einwilligungsvorbehalt" udn wird nur sehr, sehr selten erteilt udn anchg enauer amtsärztlicher Prüfung.
ISt aber auch in einigen Fällen durchaus sinnvoll, wenn jemand z.B: dazu neigt ständig Katalogbestellungen zu amchen udn wild überall Verträge zu unterschreiben ohne überhaupt über die Mittel zu verfügen kommt es oft zu immensem Stress mit Gläubigern udn Inkassobüros..glaub mir ichw eiß wovon ich rede.,....in solchen Fällen ists schon hilfreich und im Sinne eines Klienten wenn seine Unterschreift quasi ind em Fall rechtlich ungültig gemacht wird.
Kommt aber ganz ganz selten vor sowas und wenn nicht grundlos.

Also so eine rechtliche Betreung ist ziemlich umfassend.
Ich habe sowas einige Jahre gemacht in einem Verein und auch mein soziales Jahr und mein Anerkennungsjahr in einem Betreungsverein abgeleistet.
Die Arbeit ist echt anstrengend und zeitintensiv, ist aber sehr interessant und man lernt ständig auch für sich selber das Leben neu kennen.

Sowas können übrigens auch Privatleute machen. Wird natürlich auch geprüft ob man geeignet ist.
Aber man sollte sich deutlich machen das man nur einen geringen Geldaufwand erhält und viel, viel zeitintensive Arbeit macht.
Wer dazu nicht bereit ist sollte es lassen- im Sinne des Klienten- denn der braucht einen und muß sich verlassen können.
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Gast
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BeitragThema: Re: Robert Enke, Depressionen und Suizid   Sa 21 Nov 2009 - 8:29

Hallo Piece,
die Frage des Betreuers interessiert mich jetzt.
Ich kenne Menschen die einen haben, aber das ging
über die Diakonie oder über die Caritas, wie
verhält es sich denn jetzt genau?
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Linda



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BeitragThema: Re: Robert Enke, Depressionen und Suizid   Sa 21 Nov 2009 - 10:09

Mit diesen Rechtsbetreuern habe ICH tagtäglich zu tun in meinem beruflichen Wirkungskreis. Und meine Meinung über diese Leute ist leider nicht die beste.

Immer wieder mussten wir feststellen, dass diese Betreuer ihren ihnen anvertrauten Menschen persönlich kaum kennen, aber im Ernstfall über wichtige bis lebenswichtige Angelegenheiten entscheiden dürfen.

Häufig sind sie vor geplanten operativen Eingriffen nur schlecht erreichbar. Man muss ihnen immer wieder lange hinterher telefonieren. Dann lassen sie sich in der Regel die Unterlagen nach einem telefonischen Aufklärungsgespräch durch den Arzt zur Unterschrift zufaxen, obwohl bis zur geplanten Operation manchmal noch ein bis zwei Tage liegen und sie natürlich in der gleichen Stadt wohnen.
Und die, die persönlich vorbeikommen, betonen gleich nur wenig Zeit zu haben. Mir fällt auch immer wieder auf, dass sie wenige Fragen stellen und eher den Eindruck machen, die lästige Angelegenheit nur schnell hinter sich bringen zu wollen. Kaum einer dieser Betreuer besucht seinen Schützling während des stationären Aufenthalts, nicht mal vor einer Operation.

Die wenigen Ausnahmen, die wenigen hilfsbereiten, pflichtbewussten und fürsorglichen Betreuer, die ich kennengelernt habe, sind leider nur der Tropfen auf dem heißen Stein.

Mir stellt sich da immer wieder die Frage, WARUM nimmt man den Posten eines gesetzlichen Betreuers an, wenn einem die Zeit dazu fehlt oder auch die Bereitschaft, sich über das unbedingt Nötige zu engagieren? Manche dieser Betreuer haben sogar mehrere Schützlinge, für die sie Verantwortung tragen. Hier wird der Mensch, der sich einem anderen völlig in die Hände geben muss, zu einem Aktenfall oder einer lästigen Angelegenheit. Das ist für mich ein Skandal!

Wie hoch dieses Amt entlohnt wird, würde mich wirklich interessieren.
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Planesia2



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BeitragThema: Re: Robert Enke, Depressionen und Suizid   Sa 21 Nov 2009 - 21:40

Wie hoch das Amt ntlohnt wird, weiss ich nicht. Aber sie bekommen ja nicht nur das, sondern oftmals wird ihnen noch etwas "zugesteckt" Wink von den Betreuten oder den Verwandten - zund wer weiss so genau, wieviel Geld oder Schmuck beim Ableben der betreuten Person vorhanden war - ich habe da so meine Erfahrungen...
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BeitragThema: Re: Robert Enke, Depressionen und Suizid   So 22 Nov 2009 - 7:12

Ayyan Rose ,
Ja oft geht sowas über Organisationen wie die Diakonie oder die Caritas oder andere.....
Weil oft diese betroffenen Menschen von dort noch betreut werden.
Dann fällt den Menschen auf das der Betroffenen mit einigen Dingen Schwierigkeiten hat..Kostenbewilligungen oder was auch immer..
Oft wird dann in Absprache mit dem Betroffenen eine rechtliche Betreuung eingerichtet.
Man kann das übrigens auch nicht einfach so über den Kopf des Betroffenen hinweg tun, es wird vorher eine amtsärztliche Untersuchung stattfinden und eine Anhörung.
Es wird sehr genau geprüft ob eine Rechtsbetreuung nötig ist und oft sind die auch zeitlich begrenzt, denn es sit ja eine Aufgabe das die Betroffenen auch wieder fit gemacht werden sollen um es irgendwann wieder selbxstständig leisten zu können.
Eine Rechtsbetreuung ist als eine vorrübergehende Hilfe angelegt.
Sonst könnte ja auch jeder der einfach keine Lust hat sich um seinen Kram selber zu kümmern wen engagieren... Wink oder es könnte auch wie früher zu MIsbrauch führen...wo man wie gesagt Omma eninfach mal schnell entmündigen lies um an das Erbe zu kommen. Heute geht das nicht mehr so!!!


LInda Rose , ja diese Erfahrungen teile ich durchaus zum Teil auch, aber ich kenne beide Seiten.

Ich war selber einige Jahre rechtlicher Betreuer und arbeite jetzt in einer psychiatrischen Einrichtung als Sozialdienst.

Als Berufsbetreuer bekommt man häufig sehr viele zu Betreuende zugewiesen.
Ich hatte damals zeitweise 120 Leute zu betreuen- wie bitte soll man da alle immer gleichberechtigt besuchen?

Wenn Menschen in einem Heim lebten habe ich auch damals viel an die Heime abgegeben, denn dort waren ihre Bezugspersonen,
ihre Ansprechpartner etc. Für rechtliche Belange mußte ich dann aber tätig sein, das war auch okay so für beide Seiten.
Es sit eine Ermessenssache wie mand as handhabt. Wichtig ist der Dialog mit Allen!
Es erforderte ein hohes Maß an Kooperation mit Institutionen und den dort Beschäftigten, da eine intensive Einzelbetreung bei 120 Leuten kaum möglich ist. Dennoch habe ich immer versucht Besuche zu machen und persönliche Gespräche zu führen, aber auch mein Tag hatte heute wie damals nur 24 Stunden...

Zudem hatte man von 120 Leuten ca 20 die tagtäglich auf der Matte standen, das waren Stadtstreicher, Verwirrte, Alkis,,,das volle Programm.
Die kamen jeden Tag zu uns in die Sprechstunde . Die waren meist sehr, sehr arbeitsintensiv,und sehr fordernd.
Es gab Kriseneinsätze usw....
Da ist ein Kriseneinsatz dann einem persönlichen Gespräch bei einer Person die beispielsweise im Krankenhaus liegt- dort aber grade gut versorgt ist- zumindest nicht in akuter Not- vorzuziehen, weil einfach dringender....ganz pragmatisch gesehen.

Ferner wird auch meist übersehen was da alles so dranhängt.
Es sind ja nicht nur die persönlichen Kontakte, sodnern ein Wahnsinnsschriftkram der zu bewältigen ist.
Aktenvermerke, Anträge, Behördengänge, Formulare ohne Ende,
Richterliche Anhörungen,. Krankenhausbesuche.
Berichte gegenüber dem Amtsgericht, dem Sozialamt etc...
Auch diese Dinge macht der rechtliche Betreuer und die erfordern auch Zeit...viel Zeit am PC und im Büro...Zeit die natürlich davon abgeht die Leute immerzu persönlich aufzusuchen.
Es geht nur mit gezielten Sprechstunden, vereinbarten Hausbesuchen(die Zeiten dafür werden übrigens auch festgelegt, wie oft man wen zu besuchen hat um das auch vergütet zu bekommen, je nach Dringlichkeit, meist macht man freiwillig eh mehr- unbezahlt- wenn eine aktue Krisensituation ist)

Außerdem hat auch ein Rechtsbetruer eine Familie und kann nicht die 24 Stunden im Dauereinsatz sein.
Mit ein Grund weshalb dort oft eine Fluktuation herscht, weil die Ansprüche an die dort Arbeitenden sehr , sehr hoch sind und die dort Beschäftigten auch
häufig unter einem "Burn out" leiden nach einer gewissen Zeit.
Die Aufgabe eines Rechtsbetreuers- als Beruf- kann einen wirklich auffressen.

Was die Zustimmung zu lebenswichtigen OP`S angeht...
Das ist so eine Sache.
In meiner Zeit als Rechtsbetreuerin sollte ich mal eine Zustimmung zu einer Beinamputation geben, der Patient lag im künstlichen Koma.
Ich habe das verweigert...also nicht die Amputation, sondern da zu eine Stellung zu beziehen, denn ich bin weder Arzt noch Gott.
Wenn der Mensch irgendwann ohne Bein wieder aufwacht ...wie hätte ich das beantworten sollen?
[u]Ich fühlte mich mit einer Entscheidung von solcher Tragweite überfordert[/u]....
Das konnte und ahbe ich auch so deutlich gemacht- sollte ich da unehrlich sein weil es von mir verlangt wird das ich eine Entscheidung treffe?
Das sollen die Ärzte in ihrem Ermessen entscheiden, sie wissen (hoffentlich) was sie da tun, natürlich habe ich mir das auch alles angehört, aber verstanden habe ich das nicht wirklich und wie soll ich dann da eine Entscheidung fällen.
Haben sie dann auch.....schließlich mußte irgendwas passieren und die Ärzte haben da auch ihre Pflichten.
Selbstverständlich müssen sie sich imemr absichern, weil sie ebenso unter Druck sind udn zur Verantwortung gezogen werden können...
aber das sit ja nix Neues udn steht noch auf einem anderen Blatt....

Als Rechtsbetreuer soll man plötzlich alles können, alles wissen und vor allem alles entscheiden, das ist ganz schön viel und das bitte individuell für jeden sofort und am besten auf der Stelle...das ist oft wirklich zeitlich nicht immer möglich!
Außerdem ist ein Betroffener - zumindest aus meiner Sicht- immer noch ein Mensch mit eigenen Gedanken und einem eigenen Willen.

Ich bin als Rechtsbetreuuer eine HIlfe, ich kann zur großen Not eingreifen wenn es gar nicht anders geht, der Mensch zu verwirrt ist oder grade aus welchen Gründen auch immer so desolat ist das er wirklich keine Entscheidung treffen will und kann und es gaanz dringend nötig wird das was passiert weil es um Leib und Leben geht.
Aber auch dann muß ich eine eventuelle Entscheidung auch mit meinem Gewissen verbinden können.
Denn wenn was schief geht schaut alle Welt auf mich. Ich bin kein Allwissender!
Und auch das kann ich und gebe ich zu.

Man muß aber auch jetzt z.B. wenn unsere Leute in der Einrichtung zur Grippeschutzimpfung gehen sollen oder wollen eine Zustimmung vom rechtlichen Betreuer einholen, sofern der den Wirkungskreis "Gesundheitsfürsorge" hat.
Das tun die meisten Rechtsbetreuuer ohne Probleme, aber natürlich ist klar....wenn der Patient sich nun nicht impfen lassen möchte, muß er das auch nicht tun.
gegen den Willen des Betroffenen geht das nicht- sofern keine akute Gefahr für Leib und Leben besteht.

Es ist auch so das der Arzt das verlangt, und häufig die Betreuer mich auch anrufen und sagen." Wieso? Herr/Frau XY ist nicht unmündig und kann solche Dinge für sich entscheiden, aber Rechtsgrundlage ist Rechtsgrundlage...der Arzt macht nix ohne die Einwilligung des rechtlichen Betreuers.
Wenn ich als Sozialdienst meine jemand muß in die Klinik mit PSych KG dann wird der Rechtsbetreuer benachrichtigt, das ist PFlicht, aber das Gespräch, die Einweisung etc. läuft über mich als SOzialdienst, das sit auch okay so.
Weil der Betreuer sich auf mich verlässt, schleißlich bin ich vor Ort und im Gespräch mit den Betroffenen, er kann das gar nicht leisten- wie auch -
Eine enge und vor allem gute Kooperation muß da ineinander greifen und dann klappt das sehr gut im Sinne des Betroffenen.


Was die Bezahlung angeht werde ich morgen meine Kollegin fragen, sie betreut als Privatperson nebenher 3 Menschen.
Meine Zeit als Berufsbetreuer liegt schon etwas zurück, von daher bin ich da nicht ganz auf dem Laufenden.
AUßerdem habe ich ja quasi ein reguläres Gehalt bezogen, eine Privatperson rechnet da anders ab, aber ich werde mich erkundigen.
Aber auch sie ist immer sehr erstaunt wieviel Zeit das bindet.
Man sollte sich wirklich gut überlegen ob man einer solchen Aufgabe gewachsen ist.

Planesia Rose :
Ich zitiere:
Aber sie bekommen ja nicht nur das, sondern oftmals wird ihnen noch etwas "zugesteckt" von den Betreuten oder den Verwandten - zund wer weiss so genau, wieviel Geld oder Schmuck beim Ableben der betreuten Person vorhanden war

Das ist ein Skandal in der Tat, und eigentlich darf das nicht vorkommen.
Es ist einem Rechtsbetreuer wie eigentlich allen Personen die in sozialen Bereichen tätig sind, also auch Krankenschwestern, ALtenpflegerinnen, Sozialarbeitrern, etc. untersagt Geschenke anzunehmen.ICh lehne sowas immer freundlich und höflich ab- aber sicherlich gibt es auch da schwarze Schafe....wie überall...man sollte das jetzt aber nicht so pauschalisieren.

Das klingt ja als wären alle Rechtsbetreuer nur auf die Kohle der zu Betreuenden aus und
Ich schrieb ja schon vor ein paar Einträgen ., man hat das sehr streng unter Kontrolle.
Das gesamte Vermögen wird quasi ständig vom Gericht kontrolliert.
Kein Einkauf ohne Belege. oft wird auch beim Beleg noch nachgefragt wieso das gekauft wurde und warum für diesen Preis etc.
Und ansich muß man sowas vorher auch beantragen wenn man was Größeres einkaufen will und eine Zustimmung einholen.
Also man kann sich nciht mit dem Vermögen des zu Betreuenden seien eigenen Wohung hübsch machen.
Wenn ein Mensch stirbt ist eine Betreuung beendet.
Ab dann verliert auch der Betreuer seine Wirkungskreise und sit nicht mehr befugt tätig zu werden.
Es wird dann ein Nachlassbetreuer eingesetzt- sofern keine Verwandten da sind.
Was die Erben mit dem Nachlass veranstalten steht auf einem anderen Blatt.

Wenn wir damals in eine Wohnung mussten , weil beispielsweise der zu Betreuende im Krankenhaus war und wir Wäsche holen mussten oder so. sind wir grundsätzlich zu zweit geganen.
Wir haben auch die Wohnung oft fotografisch festgehalten und per Diktiergerät aufgenommen was wir mitgenommen haben und was vorhanden war.
Schon weil wir uns selber absichern wollten damit es nachher nicht heißt : und wo ist die Münzsammlung?
Ich persönlich habe eher die Verwandten als "Geier" erlebt, die sich zu Lebzeiten nicht gekümmert haben und Menschen verwahrlosen ließen, aber nach deren Ableben plötzlich behaupteten es hätte "Goldschätze" gegeben.
Als Rechtsbetruer steht man immer mit einem Bein im Knast, weil man nämlich wenn sowas behauptet wird in der Beweispflicht ist.
Man hat da viel Ärger, obwohl man eigentlich nix weiter gemacht hat als einem hilflosen Menschen zu betreuen und vor Üblerem zu schützen.

Das Aufgabenfeld eines Rechtsbetreuers ist ziemlich umfangreich und ein Rechtsbetreuer ist auch nur ein Mensch, mit allen Stärken, aber auch SChwächen.
Ich bin aber nicht bereit so Pauschalaussagen einfach so hinzunehmen.
Ohne diese Betreuer sähen viele Menschen ziemlich alt aus, wirklich wahr.
Aber ich gebe Linda insofern recht, wenn ich das als Privatperson machen will, sollte ich mir des Umfangs sehr bewußt sein.

Auch noch anzumerken ist, es gibt nicht sooo Viele die das so gern privat machen möchten.
Oft machen das sogenannte Betreuungsvereine, von daher auch die hohe Zahl der zu Betreuenden .
Weil irgendwer muß sich ja letztlich dann kümmern wenn es erforderlich ist.
Mittlerweile liegt glaube ich die Zahl der Betreuuenden pro Berufsbetreuer in einem Verein bei ca. 45-60.
Der Vorteil ist es gibt dort eine Verwaltung die dem Rechtsbetreuer vieles abnimmt, es gibt Büros und Sprechzimmer und man hat auch Kollegen zum Austausch und bei Fragen etc.
Und Supervision und Fallbesprechungen etc.!
Sowas geht nämlich manchmal auch seelisch nicht an einem so spurlos vorbei welches Elend einem oft begegnet.

Als Einzelperson die eine Betreung führt steht man mit allem erstmal allein da und darf sich da durchwursteln, oft ziemlich schwierig.
Man braucht Nerven wie Drahtseile, glaubt mir das...aber wo braucht man die nicht Wink

Wie in den meisten sozialen Berufen wird auch da überall gekürzt,die Gehälter sind oft wirklich sehr neidrig,
aber erwartet das alle mit 150% Einsatz tätig sind....
Weil letztlich ist sowas ja ein "Ehrenamt!, das macht man weil man ein so guter Mensch ist doch gerne ., gelle Wink
Das auch damit Familien ernährt und das Leben bezahlt werden muß interessiert da wohl eher weniger....

Wie gesagt, ich kenne beide Seiten., die Arbeit als Berufsbetreuerin und die als Sozialdienst in Kooperation mit Selbigen...
Es gibt wie imemr überall sone und sone, aber generell ist das eine gute und für viele, viele kranke Menschen eine wichtige Hilfe!

Was wäre denn Euerer Ansicht nach die bessere Alternative?
Das würde mich jetzt mal interessieren.
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Linda



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BeitragThema: Re: Robert Enke, Depressionen und Suizid   So 22 Nov 2009 - 9:25

Es kann doch niemand gezwungen werden, 120 Menschen zu betreuen. So ganz verstehe ich das nicht. Wenn ich in meiner persönlichen Situation kaum die Zeit aufbringen kann, mich um eine Person zu kümmern, wie kann ich dann die Verantwortung gleich für mehrere übernehmen? Diese 120 Patienten, die du zu betreuen hattest, piece , die waren doch sicher nicht alle gleichzeitig im Krankenhaus? Das wäre dann natürlich unmöglich, alle zu besuchen.

Aber ich verstehe schon was du meinst. Du sprichst von einer reinen Rechtsbetreuung, die man in seinem achtstündigen Berufstag erledigen muss. Und hier ist es natürlich fürchterlich, dass so ein Mensch über operative Eingriffe und vielleicht sogar über Leben und Tod eines anderen, der ihm vollkommen fremd ist, entscheiden darf. Wie man diesem Missstand zuleibe rücken kann, kann ich leider auch nicht sagen. Hier bei uns krankt es einfach im Familienverbund. In den meisten Fällen gäbe es irgendwo noch einen Verwandten, der sich um das Schicksal des Hilflosen kümmern könnte, leider aber keinen Kontakt pflegen oder keine Verantwortung tragen will.

Vielleicht bist du ja die goldene Ausnahme unter den Betreuern, piece , und ich sagte ja, dass ich auch beide Seiten kenne. Nur ist das Gleichgewicht zwischen den Seiten erheblich zur negativen Seite verschoben. Und ich mache meinen Beruf auch nicht erst seit gestern, auch aus mir spricht eine jahrelange Erfahrung. Ich kann auch gut einschätzen, ob jemand seine Aufgabe mit Verantwortungsgefühl und Herz erfüllt - selbst wenn sie ihn vielleicht überfordert - oder ob er sie nur als unangenehme und lästige Pflicht betrachtet. Und das ist leider in der überwältigen Mehrheit der Fälle so.

Auch einem Arzt sind die Hände gebunden - zum Glück in vielen Fällen! Er kann nicht ohne die Einwilligung des Patienten, bzw. seines gesetzlichen Betreuers operieren. Das geht nur in absolut lebensbedrohlichen Notsituationen.
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BeitragThema: Re: Robert Enke, Depressionen und Suizid   So 22 Nov 2009 - 10:04

Piece Rose und Linda Rose , ich lese eure Beiträge mit großem Interesse, da ich von dieser Thematik überhaupt keine Ahnung habe. Aber so bekomme ich wenigstens einen kleinen Einblick.

Zitat:
Es kann doch niemand gezwungen werden, 120 Menschen zu betreuen.


Wenn ich Piece richtig verstanden habe, hat sie dies hauptberuflich gemacht und ich denke, dass ist wie in jedem Job, man kann sich nicht aussuchen wie viele 'Fälle' man 'auf dem Tisch' hat.

_________________
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BeitragThema: Re: Robert Enke, Depressionen und Suizid   So 22 Nov 2009 - 10:14

Ich würde mich jedenfalls über weitere Informationen freuen.
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Robert Enke, Depressionen und Suizid

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