Ayyan

,
Ja oft geht sowas über Organisationen wie die Diakonie oder die Caritas oder andere.....
Weil oft diese betroffenen Menschen von dort noch betreut werden.
Dann fällt den Menschen auf das der Betroffenen mit einigen Dingen Schwierigkeiten hat..Kostenbewilligungen oder was auch immer..
Oft wird dann
in Absprache mit dem Betroffenen eine rechtliche Betreuung eingerichtet.
Man kann das übrigens auch nicht einfach so über den Kopf des Betroffenen hinweg tun, es wird vorher eine amtsärztliche Untersuchung stattfinden und eine Anhörung.
Es wird sehr genau geprüft ob eine Rechtsbetreuung nötig ist und oft sind die auch zeitlich begrenzt, denn es sit ja eine Aufgabe das die Betroffenen auch wieder fit gemacht werden sollen um es irgendwann wieder selbxstständig leisten zu können.
Eine Rechtsbetreuung ist als eine vorrübergehende Hilfe angelegt.Sonst könnte ja auch jeder der einfach keine Lust hat sich um seinen Kram selber zu kümmern wen engagieren...

oder es könnte auch wie früher zu MIsbrauch führen...wo man wie gesagt Omma eninfach mal schnell entmündigen lies um an das Erbe zu kommen. Heute geht das nicht mehr so!!!
LInda

, ja diese Erfahrungen teile ich durchaus zum Teil auch, aber ich kenne
beide Seiten.
Ich war selber einige Jahre rechtlicher Betreuer und arbeite jetzt in einer psychiatrischen Einrichtung als Sozialdienst.
Als Berufsbetreuer bekommt man häufig sehr viele zu Betreuende zugewiesen.
Ich hatte damals zeitweise 120 Leute zu betreuen- wie bitte soll man da alle immer gleichberechtigt besuchen?
Wenn Menschen in einem Heim lebten habe ich auch damals viel an die Heime abgegeben, denn dort waren ihre Bezugspersonen,
ihre Ansprechpartner etc. Für rechtliche Belange mußte ich dann aber tätig sein, das war auch okay so für beide Seiten.
Es sit eine Ermessenssache wie mand as handhabt. Wichtig ist der Dialog mit Allen!
Es erforderte ein hohes Maß an Kooperation mit Institutionen und den dort Beschäftigten, da eine intensive Einzelbetreung bei 120 Leuten kaum möglich ist. Dennoch habe ich immer versucht Besuche zu machen und persönliche Gespräche zu führen, aber auch mein Tag hatte heute wie damals nur 24 Stunden...
Zudem hatte man von 120 Leuten ca 20 die tagtäglich auf der Matte standen, das waren Stadtstreicher, Verwirrte, Alkis,,,das volle Programm.
Die kamen jeden Tag zu uns in die Sprechstunde . Die waren meist sehr, sehr arbeitsintensiv,und sehr fordernd.
Es gab Kriseneinsätze usw....
Da ist ein Kriseneinsatz dann einem persönlichen Gespräch bei einer Person die beispielsweise im Krankenhaus liegt- dort aber grade gut versorgt ist- zumindest nicht in akuter Not- vorzuziehen, weil einfach dringender....ganz pragmatisch gesehen.
Ferner wird auch meist übersehen was da alles so dranhängt.
Es sind ja nicht nur die persönlichen Kontakte, sodnern ein Wahnsinnsschriftkram der zu bewältigen ist.
Aktenvermerke, Anträge, Behördengänge, Formulare ohne Ende,
Richterliche Anhörungen,. Krankenhausbesuche.
Berichte gegenüber dem Amtsgericht, dem Sozialamt etc...
Auch diese Dinge macht der rechtliche Betreuer und die erfordern auch Zeit...viel Zeit am PC und im Büro...Zeit die natürlich davon abgeht die Leute immerzu persönlich aufzusuchen.
Es geht nur mit gezielten Sprechstunden, vereinbarten Hausbesuchen(die Zeiten dafür werden übrigens auch festgelegt, wie oft man wen zu besuchen hat um das auch vergütet zu bekommen, je nach Dringlichkeit, meist macht man freiwillig eh mehr- unbezahlt- wenn eine aktue Krisensituation ist)
Außerdem hat auch ein Rechtsbetruer eine Familie und kann nicht die 24 Stunden im Dauereinsatz sein.
Mit ein Grund weshalb dort oft eine Fluktuation herscht, weil die Ansprüche an die dort Arbeitenden sehr , sehr hoch sind und die dort Beschäftigten auch
häufig unter einem "Burn out" leiden nach einer gewissen Zeit.
Die Aufgabe eines Rechtsbetreuers- als Beruf- kann einen wirklich auffressen.
Was die Zustimmung zu lebenswichtigen OP`S angeht...
Das ist so eine Sache.
In meiner Zeit als Rechtsbetreuerin sollte ich mal eine Zustimmung zu einer Beinamputation geben, der Patient lag im künstlichen Koma.
Ich habe das verweigert...also nicht die Amputation, sondern da zu eine Stellung zu beziehen, denn ich bin weder Arzt noch Gott.
Wenn der Mensch irgendwann ohne Bein wieder aufwacht ...wie hätte ich das beantworten sollen?
[u
]Ich fühlte mich mit einer Entscheidung von solcher Tragweite überfordert[/u]....
Das konnte und ahbe ich auch so deutlich gemacht- sollte ich da unehrlich sein weil es von mir verlangt wird das ich eine Entscheidung treffe?
Das sollen die Ärzte in ihrem Ermessen entscheiden, sie wissen (hoffentlich) was sie da tun, natürlich habe ich mir das auch alles angehört, aber verstanden habe ich das nicht wirklich und wie soll ich dann da eine Entscheidung fällen.
Haben sie dann auch.....schließlich mußte irgendwas passieren und die Ärzte haben da auch ihre Pflichten.
Selbstverständlich müssen sie sich imemr absichern, weil sie ebenso unter Druck sind udn zur Verantwortung gezogen werden können...
aber das sit ja nix Neues udn steht noch auf einem anderen Blatt....
Als Rechtsbetreuer soll man plötzlich alles können, alles wissen und vor allem alles entscheiden, das ist ganz schön viel und das bitte individuell für jeden sofort und am besten auf der Stelle...das ist oft wirklich zeitlich nicht immer möglich!
Außerdem ist ein Betroffener - zumindest aus meiner Sicht- immer noch ein Mensch mit eigenen Gedanken und
einem eigenen Willen.Ich bin als Rechtsbetreuuer eine HIlfe, ich kann zur großen Not eingreifen wenn es gar nicht anders geht, der Mensch zu verwirrt ist oder grade aus welchen Gründen auch immer so desolat ist das er wirklich keine Entscheidung treffen will und kann und es gaanz dringend nötig wird das was passiert weil es um Leib und Leben geht.
Aber auch dann muß ich eine eventuelle Entscheidung auch mit meinem Gewissen verbinden können.
Denn wenn was schief geht schaut alle Welt auf mich. Ich bin kein Allwissender!
Und auch das kann ich und gebe ich zu.
Man muß aber auch jetzt z.B. wenn unsere Leute in der Einrichtung zur Grippeschutzimpfung gehen sollen oder wollen eine Zustimmung vom rechtlichen Betreuer einholen, sofern der den Wirkungskreis "Gesundheitsfürsorge" hat.
Das tun die meisten Rechtsbetreuuer ohne Probleme, aber natürlich ist klar....wenn der Patient sich nun nicht impfen lassen möchte, muß er das auch nicht tun.
gegen den Willen des Betroffenen geht das nicht- sofern keine
akute Gefahr für Leib und Leben besteht.
Es ist auch so das der Arzt das verlangt, und häufig die Betreuer mich auch anrufen und sagen." Wieso? Herr/Frau XY ist nicht unmündig und kann solche Dinge für sich entscheiden, aber Rechtsgrundlage ist Rechtsgrundlage...der Arzt macht nix ohne die Einwilligung des rechtlichen Betreuers.
Wenn ich als Sozialdienst meine jemand muß in die Klinik mit PSych KG dann wird der Rechtsbetreuer benachrichtigt, das ist PFlicht, aber das Gespräch, die Einweisung etc. läuft über mich als SOzialdienst, das sit auch okay so.
Weil der Betreuer sich auf mich verlässt, schleißlich bin ich vor Ort und im Gespräch mit den Betroffenen, er kann das gar nicht leisten- wie auch -
Eine enge und vor allem gute Kooperation muß da ineinander greifen und dann klappt das sehr gut im Sinne des Betroffenen.
Was die Bezahlung angeht werde ich morgen meine Kollegin fragen, sie betreut als Privatperson nebenher 3 Menschen.
Meine Zeit als Berufsbetreuer liegt schon etwas zurück, von daher bin ich da nicht ganz auf dem Laufenden.
AUßerdem habe ich ja quasi ein reguläres Gehalt bezogen, eine Privatperson rechnet da anders ab, aber ich werde mich erkundigen.
Aber auch sie ist immer sehr erstaunt wieviel Zeit das bindet.
Man sollte sich wirklich gut überlegen ob man einer solchen Aufgabe gewachsen ist.
Planesia

:
Ich zitiere:
Aber sie bekommen ja nicht nur das, sondern oftmals wird ihnen noch etwas "zugesteckt" von den Betreuten oder den Verwandten - zund wer weiss so genau, wieviel Geld oder Schmuck beim Ableben der betreuten Person vorhanden war
Das ist ein Skandal in der Tat, und eigentlich darf das nicht vorkommen.
Es ist einem Rechtsbetreuer wie eigentlich allen Personen die in sozialen Bereichen tätig sind, also auch Krankenschwestern, ALtenpflegerinnen, Sozialarbeitrern, etc. untersagt Geschenke anzunehmen.ICh lehne sowas immer freundlich und höflich ab- aber sicherlich gibt es auch da schwarze Schafe....wie überall...man sollte das jetzt aber nicht so pauschalisieren.
Das klingt ja als wären alle Rechtsbetreuer nur auf die Kohle der zu Betreuenden aus und
Ich schrieb ja schon vor ein paar Einträgen ., man hat das sehr streng unter Kontrolle.
Das gesamte Vermögen wird quasi ständig vom Gericht kontrolliert.
Kein Einkauf ohne Belege. oft wird auch beim Beleg noch nachgefragt wieso das gekauft wurde und warum für diesen Preis etc.
Und ansich muß man sowas vorher auch beantragen wenn man was Größeres einkaufen will und eine Zustimmung einholen.
Also man kann sich nciht mit dem Vermögen des zu Betreuenden seien eigenen Wohung hübsch machen.
Wenn ein Mensch stirbt ist eine Betreuung beendet.
Ab dann verliert auch der Betreuer seine Wirkungskreise und sit nicht mehr befugt tätig zu werden.
Es wird dann ein Nachlassbetreuer eingesetzt- sofern keine Verwandten da sind.
Was die Erben mit dem Nachlass veranstalten steht auf einem anderen Blatt.
Wenn wir damals in eine Wohnung mussten , weil beispielsweise der zu Betreuende im Krankenhaus war und wir Wäsche holen mussten oder so. sind wir grundsätzlich zu zweit geganen.
Wir haben auch die Wohnung oft fotografisch festgehalten und per Diktiergerät aufgenommen was wir mitgenommen haben und was vorhanden war.
Schon weil wir uns selber absichern wollten damit es nachher nicht heißt : und wo ist die Münzsammlung?
Ich persönlich habe eher die Verwandten als "Geier" erlebt, die sich zu Lebzeiten nicht gekümmert haben und Menschen verwahrlosen ließen, aber nach deren Ableben plötzlich behaupteten es hätte "Goldschätze" gegeben.
Als Rechtsbetruer steht man immer mit einem Bein im Knast, weil man nämlich wenn sowas behauptet wird in der Beweispflicht ist.
Man hat da viel Ärger, obwohl man eigentlich nix weiter gemacht hat als einem hilflosen Menschen zu betreuen und vor Üblerem zu schützen.
Das Aufgabenfeld eines Rechtsbetreuers ist ziemlich umfangreich und ein Rechtsbetreuer ist auch nur ein Mensch, mit allen Stärken, aber auch SChwächen.
Ich bin aber nicht bereit so Pauschalaussagen einfach so hinzunehmen.
Ohne diese Betreuer sähen viele Menschen ziemlich alt aus, wirklich wahr.
Aber ich gebe Linda insofern recht, wenn ich das als Privatperson machen will, sollte ich mir des Umfangs sehr bewußt sein.
Auch noch anzumerken ist, es gibt nicht sooo Viele die das so gern privat machen möchten.
Oft machen das sogenannte Betreuungsvereine, von daher auch die hohe Zahl der zu Betreuenden .
Weil irgendwer muß sich ja letztlich dann kümmern wenn es erforderlich ist.
Mittlerweile liegt glaube ich die Zahl der Betreuuenden pro Berufsbetreuer in einem Verein bei ca. 45-60.
Der Vorteil ist es gibt dort eine Verwaltung die dem Rechtsbetreuer vieles abnimmt, es gibt Büros und Sprechzimmer und man hat auch Kollegen zum Austausch und bei Fragen etc.
Und Supervision und Fallbesprechungen etc.!
Sowas geht nämlich manchmal auch seelisch nicht an einem so spurlos vorbei welches Elend einem oft begegnet.
Als Einzelperson die eine Betreung führt steht man mit allem erstmal allein da und darf sich da durchwursteln, oft ziemlich schwierig.
Man braucht Nerven wie Drahtseile, glaubt mir das...aber wo braucht man die nicht
Wie in den meisten sozialen Berufen wird auch da überall gekürzt,die Gehälter sind oft wirklich sehr neidrig,
aber erwartet das alle mit 150% Einsatz tätig sind....
Weil letztlich ist sowas ja ein "Ehrenamt!, das macht man weil man ein so guter Mensch ist doch gerne ., gelle
Das auch damit Familien ernährt und das Leben bezahlt werden muß interessiert da wohl eher weniger....
Wie gesagt, ich kenne beide Seiten., die Arbeit als Berufsbetreuerin und die als Sozialdienst in Kooperation mit Selbigen...
Es gibt wie imemr überall sone und sone, aber generell ist das eine gute und für viele, viele kranke Menschen eine wichtige Hilfe!
Was wäre denn Euerer Ansicht nach die bessere Alternative?
Das würde mich jetzt mal interessieren.