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| Autor | Nachricht |
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digame

 Anzahl der Beiträge: 3117 Anmeldedatum: 18.11.08
 | Thema: Re: Rainer Maria Rilke Do 12 März 2009 - 7:06 | |
| Alles Erworbne bedroht die Maschine, solange sie sich erdreistet, im Geist, statt im Gehorchen, zu sein. Dass nicht der herrlichen Hand schöneres Zögern mehr prange, zu dem entschlossenern Bau schneidet sie steifer den Stein.
Nirgends bleibt sie zurück, dass wir ihr ein Mal entrönnen und sie in stiller Fabrik ölend sich selber gehört. Sie ist das Leben, - sie meint es am besten zu können, die mit dem gleichen Entschluss ordnet und schafft und zerstört.
Aber noch ist uns das Dasein verzaubert; an hundert Stellen ist es noch Ursprung. Ein Spielen von reinen Kräften, die keiner berührt, der nicht kniet und bewundert.
Worte gehen noch zart am Unsäglichen aus... Und die Musik, immer neu, aus den bebendsten Steinen, baut im unbrauchbaren Raum ihr vergöttlichtes Haus.
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|  | | digame

 Anzahl der Beiträge: 3117 Anmeldedatum: 18.11.08
 | Thema: Re: Rainer Maria Rilke Fr 20 März 2009 - 10:11 | |
| In der Schule mußte ich das vorstehende Gedicht einmal interpretieren. Inzwischen verstehe ich es wenigstens ein bißchen.  |
|  | | Gast Gast
 | Thema: Re: Rainer Maria Rilke Di 5 Mai 2009 - 14:51 | |
| Will dir den Frühling zeigen, der hundert Wunder hat. Der Frühling ist waldeigen und kommt nicht in die stadt.
Nur die weit aus den kalten Gassen zu zweien gehn und sich bei den Händen halten - dürfen ihn einmal sehn. |
|  | | digame

 Anzahl der Beiträge: 3117 Anmeldedatum: 18.11.08
 | Thema: Re: Rainer Maria Rilke Mi 6 Mai 2009 - 15:43 | |
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|  | | digame

 Anzahl der Beiträge: 3117 Anmeldedatum: 18.11.08
 | Thema: Re: Rainer Maria Rilke So 17 Mai 2009 - 22:46 | |
| O wie war ich Eines, nichts was rief und nichts was mich verriet; meine Stille war die eines Steines, über den der Bach sein Murmeln zieht. 
Aber jetzt in diesen Frühlingswochen hat mich etwas langsam abgebrochen von dem unbewußten dundlen Jahr. Etwas hat mein armes warmes Leben irgendeinem in die Hand gegeben, der nicht weiß was ich noch gestern war.
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|  | | digame

 Anzahl der Beiträge: 3117 Anmeldedatum: 18.11.08
 | Thema: Re: Rainer Maria Rilke Do 3 Sep 2009 - 11:48 | |
| Nur wer die Leier schon hob auch unter Schatten, darf das unendliche Lob ahnend erstatten.
Nur wer mit Toten vom Mohn aß, von dem ihren, wird nicht den leisesten Ton wieder verlieren.
Mag auch die Spieglung im Teich oft Dir verschwimmen: Wisse das Bild!
Erst in dem Doppelbereich werden die Stimmen ewig und mild. |
|  | | Sunny Co-Admin


 Anzahl der Beiträge: 7625 Alter: 51 Ort: Wesel Anmeldedatum: 15.11.08
 | Thema: Re: Rainer Maria Rilke Sa 5 Sep 2009 - 9:03 | |
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 Anzahl der Beiträge: 3117 Anmeldedatum: 18.11.08
 | Thema: Re: Rainer Maria Rilke Mo 7 Sep 2009 - 15:09 | |
| Dieses Rilke-Gedicht ist auch eines meiner Lieblingsgedichte von ihm.  |
|  | | digame

 Anzahl der Beiträge: 3117 Anmeldedatum: 18.11.08
 | Thema: Re: Rainer Maria Rilke Mi 6 Jul 2011 - 11:52 | |
| Das Karussell
Mit einem Dach und seinem Schatten dreht sich eine kleine Weile der Bestand von bunten Pferden, alle aus dem Land, das lange zögert, eh es untergeht. Zwar manche sind an Wagen angespannt, doch alle haben Mut in ihren Mienen; ein böser roter Löwe geht mit ihnen und dann und wann ein grüner Elefant.
Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald, nur dass er einen Sattel trägt und drüber ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt.
Und auf dem Löwen reitet weiß ein Junge und hält sich mit der kleinen heißen Hand dieweil der Löwe Zähne zeigt und Zunge.
Und dann und wann ein grüner Elefant.
Und auf den Pferden kommen sie vorüber, auch Mädchen, helle, diesem Pferdesprunge fast schon entwachsen; mitten in dem Schwunge schauen sie auf, irgendwohin, herüber -
Und dann und wann ein grüner Elefant.
Und das geht hin und eilt sich, dass es endet, und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel. Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet, ein kleines kaum begonnenes Profil -.
Und manchesmal ein Lächeln, hergewendet, ein seliges, das blendet und verschwendet an dieses atemlose blinde Spiel. . .
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