Todesstrafe für Drogenschmuggler - und Sexualstraftäter, Kinderschänder und Mörder mit Samthandschuhen anfassen
Öhm….
Nein!
Also diese absolute Pauschalisierung kann ich so nicht stehen lassen!
Vorab:
Ich bin gegen die Todesstrafe.
(Ich muß nebenher aber auch gestehen das ich durchaus auch Verständnis habe für Leute wie seinerzeit Frau Bachmeier die den Mörder und Vergewaltiger ihres Kindes umgebracht hat.
Das sind Ausnahmen die ich durchaus nachvollziehen kann…das ist aber
Lynchjustiz und darum geht’s grade nicht….)
Die Todesstrafe- das bedeutet man löscht ein Leben aus, dessen sollte man sich bewußt sein.
Man tötet wie ein Mörder, nur das man sich gerecht und berechtigt dazu fühlt.
Wer sind wir das wir Gott spielen wollen?
Was für eine Anmaßung!
Wer sagt uns das unsere Einstellung die Richtige ist und wir dazu berechtigt sind Leben auszulöschen?
Was mich aber richtig sauer macht sind solche pauschalen Annahmen wie die mit den "Samthandschuhen".
Wo kommt das eigentlich her?
Das ist ein so inden Köpfen steckender Pauschalsatz,der immer wieder gerne hergenommen wird….worauf beruht eigentlich diese Erkenntnis das alle Straftäter mit Selbigen behandelt werden und wie wird sich das eigentlich vorgestellt?
Ich behaupte jetzt mal das die Wenigsten eigentlich wissen wie ein Straftäter wirklich „angefasst „ wird, weil sie niemals in einer JVA waren und den Knastalltag überhaupt nicht kennen.
Die meisten kommen niemals in den zweifelhaften Genuß einer Haftstrafe.
Die Meisten kennen Haft aus Serien wie „Der Frauenknast“ oder Krimis etc., aber einen JVA von innen haben die meisten noch niemals mit eigenen Augen gesehen und maßen sich aber an zu wissen wie die Straftäter dort mit „Samthandschuhen“ behandelt werden.
Womit wird das in den Augen Derer die das so behaupten eigentlich begründet und wie sollten denn die Täter behandelt werden???.Ich würde gern mal wissen was sich darunter so vorgestellt wird.Ich würde auch sehr gerne mal wissen wie denn die „richtige“ Behandlung von Straftätern nach ihrer Ansicht denn auszusehen habe.Da bin ich wirklich mal ganz gespannt!
Ich denke es ist wohl keinem der nicht mal eingesessen hat bewußt, was es heißt lange Jahre seiner Freiheit beraubt zu sein und täglich mit der Straftat konfrontiert zu werden , und nicht ausgelassen zu werden, weder mit der Tat noch aus dem Knast.
Das heißt nicht das, das so nicht sein soll!!!.
Straftäter sitzen ein,
sollen auch einsitzen – denn sie haben eine Tat begangen sie gesellschaftlich nicht okay ist und die auch bestraft werden muß- ohne Frage.
Aber umbringen?
Wem nützt das?
Herr Reemtsma- übrigens mal selber Opfer einer Gewalttat- hat ein gutes Buch geschrieben es heißt: Vertrauen und Gewalt.
Darin sagt er unter anderem auch, das es grade in unserer Kultur ein Zeichen von Kultur ist das wir eher selten ein Opfer von Gewalt werden.
Wir können jeden Tag das Haus verlassen ohne bis an die Zähne bewaffnet zu sein. Die Warscheinlichkeit ein Opfer von Gewalt zu werden ist relativ gering hier in unserem Lande.
Dennoch finden natürlich auch hier schlimme Taten statt- ohne Frage.
Aber wie wir damit umgehen ist schon erstaunlich, da schreit die Menge nach harten Strafen, stellvertretend für die Betroffenen, ohne jemals überhaupt selber betroffen zu sein.
Die Medien machen aus allen Opfern, aus den eigentlich Betroffenen und den anderen Leuten die weder die Situation selber erlebt haben noch die Menschen kennen die es eigentlich betroffen hat.
Selbst wenn ich einen Mörder kennenlerne (ich kenne sogar mehrere aus beruflicher Erfahrung heraus) würde ich mir niemals anmaßen wollen ihr Richter sein zu wollen und sie aus dem Weg schaffen zu wollen.
Wem würde es auch was nutzen?
Wäre die Tat ungeschehen wenn der Täter tot ist?
Wäre das Opfer wieder lebendig?
Es geht letztlich um Satisfaktion, um letztlich eine Art von Rache….
Aber wie wohl jeder vielleicht schon mal in wesentlich kleinerem geringen Maße schon am eigenen Leib erfahren hat, schmeckt Rache oft ziemlich schal….denn die tat und die Kränkung des Opfers macht sie niemals ungeschehen, sie wischt kein Leid aus der Welt.
Mir kommt das Geschrei nach Todesstrafe immer vor wie ein Rückgang ins Mittelalter, wo man auch Hinrichtungen feierte wie ein Event, wo die Masse den verhassten- ihm häufig völlig unbekannten Straftäter – verhöhnte und beschimpfte und sein Sterben forderte und feierte.
Man selber kann sich dann auch besser zu den „Guten und Unfehlbaren“ zählen und man ist ja schließlich sooo gerecht….das man selber schnell mal oben unterm Henkersseil stehn könnte macht sich keiner so bewußt, das kann schneller gehen als man denkt- ist schließlich alles Auslegungssache-…schließlich braucht es immer mal einen Sündenbock, schon um sich selber so viel besser zu fühlen…
Dabei ist in der Diskussion um die Todesstrafe das Henkerseil wörtlich zu nehmen, aber das Sündebocktehma eher im übertragenden Sinne, denn der wird ja immer irgendwo gesucht….
Ich möchte unter anderem auch darauf hinwiesen das es in den USA bisher 200 erwiesene Fälle von Justizirrtum gibt.
Diese 200 Gefangenen sie zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt waren (das heißt in den USA auch wirklich ein Leben lang!) waren jahre ihres Lebens eingesperrt und man hat nun im Zeitalter der DNA Analyse ihre Unschuld beweisen können, sie wurden vom Täter zum Opfer- es gibt sie also die Justizirrtümer-wie viele solcher Fälle sind wohl schon hingerichtet worden?
Man sollte sich meiner Ansicht nach niemals für so unfehlbar halten das man anderen ihr Recht auf Leben nimmt.
Ein jeder von uns- ja auch du und ich- könnten zu Monstern werden in bestimmten Situationen- Menschen sind Raubtiere der schlimmsten Sorte, niemand ist unfehlbar und niemand sollte sich besser als der Andere fühlen.
Was für eine Anmaßung und Selbstgerechtigkeit so vorherrscht ist schon oft richtig übel.
Ein stetes Überdenken des eigenen Handelns wäre stattdessen wesentlich besser.
Wir sind letztlich alle nur eins. Menschen
---und die machen Fehler…..
Und wie soll Jemand aus Fehlern lernen wenn man ihm die Chance dazu nimmt und ihn gleich umbringt?