
Hier könnt ihr mit uns diskutieren, einfach nur Spaß haben, oder auch mal den einen oder anderen Rat bekommen. |
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piece

 Anzahl der Beiträge: 5447 Alter: 48 Ort: NDS Anmeldedatum: 29.12.08
 | Thema: Re: Lohnt sich Arbeit noch? Fr 12 Feb 2010 - 5:25 | |
| Dazu möchte ich noch auf folgenden Link verweisen: http://www.kinder-armut.de/hartz-4-iv-alg-2-sgb-ii/ Heute habe ich zudem dazu in der Süddeutschen einen längeren Artikel gelesen http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/624/502854/text/dazu passend mal folgender Ausszug: | Zitat: | Der Niedriglohnsektor, den Karl-Josef Laumann vor einigen Jahren forderte, dient manchen derzeit als Argument gegen höhere Hartz-IV-Sätze. Darin steckt eine zynische Logik: Dem Arbeitslosen muss es immer ein bisschen schlechter gehen als dem Arbeitenden. Und wenn der Geringverdiener fast nichts mehr verdient, darf es bei einem Arbeitslosen noch ein bisschen weniger sein. Die Würde des Menschen, egal ob mit oder ohne Arbeitsvertrag, ist in solchen Gedankenspielen dem ökonomischen Kalkül geopfert. |
Und wenn ich mir dann noch den Titel durchlese: Lohnt sich die Arbeit noch dann kann ich einfach nur: !Ja. auf jeden Fall!!! sagen.
Nicht weil ich es mir nicht auch gemütlich machen könnte auf Kosten des Staates, nein sondern weil ich wie Andre schrieb nicht zum Amt rennen brauche, nicht die "Hosen runter lassen muß" und weil mich niemand für einen Schmarotzer hält und ich mir blöde Sprüche anhören muß das ich nur zu faul sei und allen auf der Tasche liege.
Meine Kinder können eine (hoffentlich)gescheite AUsbildung machen, ich bin in der Lage sie durch Nachhilfestunden zu fördern, ihnen Kultur zu ermöglichen und sie könnten auch studieren, weil ich die Studiengebühren zahlen kann und sie bekommen täglich ein warmes Mahl und altergerechte passende Kleidung ohne Antrag...
Ich selber kann Kultur genießen, Auto fahren und Urlaub machen, ich kann mir Klamotten kaufen wo und wann ich möchte ohne Anträge stellen zu müssen und einen neuen Computer wenn der alte Veraltet ist....usw. usf. ich könnte jetzt drei Stunden noch tippen was ich alles kann weil ich das große , große Glück habe eine feste Stelle zu haben....ich bin auf gar keinen Fall neidisch auf Hartz 4 Empfänger und finde das sich der Gang zur Arbeit lohnt, denn das Gefühl am Rande der Gesellschaft zu sein- nicht mal nur des Geldes wegen- nein des Ansehens und des Umgangs mit mir wegen mache ich drei Kreuze das ich nicht in dieser Lage sein muß. In diesem SInne fahre ich doch auch gleich mit einem viel besseren Gefühl die 90 täglichen Kilometer durch EIs und Schnee...Euch einen schönen letzten Arbeitstag die Woche und das dazugehörige Selbstwertgefühl... |
|  | | Planesia2
Anzahl der Beiträge: 1095 Anmeldedatum: 23.11.08
 | Thema: Re: Lohnt sich Arbeit noch? Fr 12 Feb 2010 - 8:43 | |
| Du schreibst nur über Deine Situation, aber nichts darüber, wie es Leuten geht, die den ganzem Tag arbeiten und nur Hartz IV-Niveau erreichen. In Deinem Fall "lohnt" sich Arbeit - in dem anderen Fall m.E. nicht..... In meinen Augen sind der Niedriglohnsektor und die 1-€-Jobs mit Schuld an der Demontage der Gesellschaft. Einen interessanten Artikel hierzu fand ich kürzlich: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32068/1.htmlZitat aus obigem Artikel: Die Löhne im Niedriglohnsektor sinken genauso stetig wie der Lohnabstand, während die Anzahl der Geringqualifizierten, die im Niedriglohnsektor tätig sind, stetig steigt. Versagt hier die klassische Lehre oder haben wir es mit einem Sonderfall zu tun, auf den die klassische Lehre gar nicht anwendbar ist? Letzteres ist der Fall, da die Sanktionierungspraxis der Hartz-IV-Gesetzgebung dafür sorgt, dass der Leistungsempfänger weder rational agieren kann noch ein freier Marktteilnehmer ist.
Wer ein Arbeitsangebot aufgrund der zu niedrigen Bezahlung ablehnt, muss mit einer Streichung seiner Transferbezüge rechnen. Er wird also ökonomisch gezwungen, ein Angebot anzunehmen, das er bei einer rationalen Abwägung vielleicht nie annehmen würde. Durch diesen Zwang wird die Marktlogik jedoch auf den Kopf gestellt. Die Hartz-IV-Bezieher haben als Anbieter von Arbeitskraft offensichtlich gar nicht die Marktmacht, zu niedrige Löhne abzulehnen und damit zu einer Steigerung des Lohnniveaus im Niedriglohnsektor beizutragen. Auf der anderen Seite hat die Nachfrageseite die Marktmacht, Löhne zu realisieren, die weit unterhalb des rational zu verwirklichenden Niveaus liegen. Warum sollte ein Dienstleistungsunternehmen beispielsweise Putzfrauen oder Fensterreinigern mehr Geld bezahlen, als der Arbeitsmarkt hergibt? Wer solche Angebote ablehnt, wird schließlich sanktioniert und die Ämter sorgen schon für willfährigen Nachschub aus dem großen Heer der Arbeitslosen. Ich hoffe, dass die Regierenden endlich mal den Zusammenhang anerkennen. Auch höhere Löhne produzieren einen Auftrieb in der Wirtschaft... |
|  | | Sunny Co-Admin


 Anzahl der Beiträge: 7625 Alter: 51 Ort: Wesel Anmeldedatum: 15.11.08
 | Thema: Re: Lohnt sich Arbeit noch? Fr 12 Feb 2010 - 9:56 | |
| | piece schrieb: | Ich finde jetzt wird aber wieder ganz schön pauschalisiert hier.... Schwarze Schafe gibt es überall, Leute die das System ausnutzen und faul sind aber genügend Energie entwickeln es sich darin bequem zu machen ...das gibt es unter Reichen, Armen und überall auf der Welt...das nun wieder auf Hartz4 Empfänger zu übertragen, also ich weiß ja nicht.... Arno Dübel - dessen Haltung ich auch ablehne und schrecklich finde-steht sicherlich nicht pauschal für alle HArtz 4 Empfänger....vielelicht sollte man dem mal eine von HArtz 4 lebende Familie mit zwei Kindern gegenüberstellen....
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Wo wird denn pauschalisiert? Das kann ich wirklich nicht sehen. Aus dem Eingangsposting, in dem es "nur" um die Gegenüberstellung von Hartz IV zu Geringverdienern ging ist eine facettenreiche Diskussion über Hartz IV mit all seinen Mängeln und Fehlern geworden, großtenteils mit sehr persönlichen Betrachtungen und Erlebnissen.
Diesen Arno Dübel sehe ich ganz und gar nicht als stellvertretend für alle Hartz IV-Empfänger, eher im Gegenteil. Er ist aber derjenige der als Schreckgespenst und Sozialschmarotzer in den Medien dargestellt wird, so z.B. auch gestern wieder bei KERNER. Wenn man schon umfassend über das Thema diskutiert, so denke ich, darf auch er (Fake oder nicht) nicht fehlen._________________  |
|  | | Sunny Co-Admin


 Anzahl der Beiträge: 7625 Alter: 51 Ort: Wesel Anmeldedatum: 15.11.08
 | Thema: Re: Lohnt sich Arbeit noch? Fr 12 Feb 2010 - 10:07 | |
| Der Niedriglohnsektor ist ein ausgesprochen zweischneidiges Schwert. Wir sehen ja bei Andre das er sich keineswegs negativ dazu äußert, als Betroffener. Ausserdem sagt "die Politik" das durch diese Maßnahme die Arbeitslosenzahlen deutlich gesenkt werden konnten.
Soviel zum positiven. Die Negativseiten habe ich an anderer Stelle schon angerissen, ihr habt sie deutlich beleuchtet. _________________  |
|  | | lovely3869

 Anzahl der Beiträge: 2546 Alter: 42 Ort: Im grünen Herzen Deutschlands Anmeldedatum: 27.11.08
 | Thema: Re: Lohnt sich Arbeit noch? Fr 12 Feb 2010 - 14:30 | |
| @ Andre Soll mir auch keiner mit Finanzkrise kommen,,aber ist ein anderes Thema. Viele ,die für wenig arbeiten,sind trotzdem glücklich,gerade weil sie ebend arbeiten. Bei uns gibbet es auch unzählige Bsp dafür ,das Manche ihre Chance vom 1 € Job zum Teilzeitjob zu kommen genutzt haben. andere wirderum sagen,hauptsache ich mach mich nützlich und sitz mir nicht dne Hintern wund zu Hause. @ Sunny Den Typen hab ich gestern auch gesehen. Ist ganz sicher kein gutes Bsp für die ,die wirklich Arbeit suchen, anderseits aber auch kein Einzelfall. Ich frag mich echt,wie man so über Jahre immer wieder eine neue Bewilligung bekommen kann. Manch einerlehnt ab und bekommt gleich Sanktionen und der???????? Manchmal liegt es vielleicht nicht unbedingt am Gesetz ,sondern an dem der es eigentlich korrekt anwenden soll. Lovely |
|  | | Sunny Co-Admin


 Anzahl der Beiträge: 7625 Alter: 51 Ort: Wesel Anmeldedatum: 15.11.08
 | Thema: Re: Lohnt sich Arbeit noch? Fr 12 Feb 2010 - 14:40 | |
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|  | | piece

 Anzahl der Beiträge: 5447 Alter: 48 Ort: NDS Anmeldedatum: 29.12.08
 | Thema: Re: Lohnt sich Arbeit noch? Fr 12 Feb 2010 - 16:21 | |
| Hallo Sunny  , da habe ich wohl dann was falsch interpretiert, sorry. ich dachte du meintest das Ernst mit dem Dübel. Manchmal kommt leider wenn man so schriftlich kommuniziert vieles schräg rüber und anders als man es gedacht hat. Ich muß Dir zustimmen das die Diskussion hier sehr interessant und facettenreich ist. Ist ja auch eins ehr aktuelles Thema was die Gemüter sehr bewegt. Planesia  ...ich habe das mit einem Augenzwinkern geschrieben und mich ein wenig ironisch auf den Titel des Postings bezogen. Selbstverständlich stellt sich die Frage ob sich die Arbeit noch lohnt, wenn ich Billiglöhne beziehe und weniger bei rüberkommt als bei Hartz 4. Aber ist das wiklich so krass? Gibt es da Vergeleichswerte? Bisher habe ich immer nur Auflistungen für Hartz 4 Sätze gesehen. Würde mich mal wirklich interessieren, wie hoch der Endgeldunterschied so ist. Ich denke dennoch das es trotzdem ein anderes Gefühl ist was man hat, wenn man in Lohn und Brot ist als wenn man Hartz 4 bezieht. Das ist das was ich mit dem Selbstwertgefühl meine... Wie Andre schrieb kommt man ja auch damit über die Runden- wenn man kein Junggeselle ist, wobei ich glaube da ist auch noch ein Unterschied zwischen Zeitarbeitsjobs und Billiglohn- liege ich da richtig oder ist da das Selbe mit gemeint? Natürlich kann ich das wirklich nicht aus eigener Erfahrung berichten, ich habe das große Glück eine feste 30 Stunden Stelle zu haben, wenn auch mit einer täglichen Fahrzeit von 90 km, weil vor Ort keine Jobs in meinem Bereich zu bekommen sind. Und ich habe sehr großes Glück gehabt, da ich meine Stelle mit 44 nochmal wechseln wollte und konnte. Die Chancen sind da ansich fast gen Null. Ich ahbe auchs ehr lange gesucht udn viele, viele Bewerbungen gesendet. Im sozialen Bereich werden fast nur noch Zeitverträge abgeschlossen und man bekommt wirklich nur noch sehr befristete Jobs, oft nur noch 20 Stunden Stellen die dann auch noch weit vom Wohnort weg liegen, da ist es manchmal wirklich fraglich ob sich das dann noch lohnt angesichts der hohen Fahrtkosten. Ich zahle auch gute 200 Euro an Fahrtkosten pro Monat, die müssen auch erstmal verdient sein.... Aber ich nehme das in Kauf und bin dankbar das ich eine feste unbefristete Arbeitsstelle habe. Nicht nur wegen dem Geld, auch weil ich sehr gerne in meinem Beruf tätig bin, quasi mit Herz und Seele und eine Stelle gefunden ahbe die mir wirklich liegt und gut gefällt. Eine Arbeit zu haben gibt einfach auch ein gutes Gefühl von Selbstständigkeit und Selbstbewußtsein. In dem ersten Filmchen von Arno Dübel sagte der ja auch am Anfang wie langweilig das immer sei...ich würde verrückt werden an seiner Stelle, mich erstaunt wie der so leben kann, aber es gibt eben immer Sone und Sone... Nur Sone wie der Dübel werden dann in den Medien gezeigt und schnell wird dann so Einer verallgemeinert und steht als das Besispiel der HArtz 4 Leute da, da muß man eben kritisch schauen und vorsichtig sein, mehr wollte ich ja gar nicht zum Ausdruck bringen mit meiner "Pauschalisierungskritik".  |
|  | | Compumouse Admin


 Anzahl der Beiträge: 20494 Alter: 55 Ort: Bayern Anmeldedatum: 15.11.08
 | Thema: Re: Lohnt sich Arbeit noch? Fr 12 Feb 2010 - 17:54 | |
| Westerwelle macht zu diesem Thema ja gerade Schlagzeilen.
Kerner habe ich nicht gesehen und die Videos muss ich mir morgen mal ansehen, bevor ich was dazu sagen kann. _________________ Liebe Grüße Compumouse |
|  | | Compumouse Admin


 Anzahl der Beiträge: 20494 Alter: 55 Ort: Bayern Anmeldedatum: 15.11.08
 | |  | | Sunny Co-Admin


 Anzahl der Beiträge: 7625 Alter: 51 Ort: Wesel Anmeldedatum: 15.11.08
 | |  | | Sunny Co-Admin


 Anzahl der Beiträge: 7625 Alter: 51 Ort: Wesel Anmeldedatum: 15.11.08
 | Thema: Re: Lohnt sich Arbeit noch? Sa 13 Feb 2010 - 14:07 | |
| Schäuble lehnt Anhebung von Hartz-IV-Sätzen ab "Spätkapitalistischer Irrsinn", der Außenminister ein "Esel" – während die Diskussion über die Hartz-IV-Äußerungen von FDP-Chef Westerwelle weitere Runden dreht, versucht Finanzminister Schäuble (CDU) zum Kern des Themas zurückzukehren: mit einem strikten Nein zu einer Erhöhung der Hartz-IV-Bezüge. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich gegen höhere Hartz-IV-Sätze ausgesprochen. „Das Bundesverfassungsgericht hat ausdrücklich nicht gesagt, die Hartz-IV-Sätze seien unzureichend", sagte Schäuble der „Frankfurter Rundschau". Auf die Frage, ob er damit höhere Leistungen für Langzeitarbeitslose ausschließe, antwortete Schäuble: „Ich glaube, Sie haben mich nicht falsch verstanden." Er erwarte jedenfalls keine Auswirkungen des Urteils auf den Bundeshaushalt. Deutlich warnte der Finanzminister vor einer Ausweitung des Sozialstaates. „Wir dürfen den Grundgedanken von Hartz IV nicht aus den Augen verlieren: Die notwendigen Sozialleistungen dürfen die Aufnahme von Arbeit nicht unattraktiv machen", sagte Schäuble. Nach seinen Angaben gibt der deutsche Staat pro Jahr eine Billion Euro für Sozialleistungen aus, 12.500 Euro pro Kopf. Auch der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende im Bundestag, Michael Fuchs (CDU), rechnet nach dem Karlsruher Hartz-IV-Urteil nicht mit einer Erhöhung der Regelsätze für Langzeitarbeitslose. Den Verfassungsrichtern sei es bei ihrem Urteilsspruch nicht um mehr Geld gegangen, sagte Fuchs der „Rheinpfalz am Sonntag". Vielmehr sei es dem Gericht um eine differenziertere Darstellung der staatlichen Unterstützung angekommen. Das gelte vor allem für die Bezüge der Kinder von Hartz-IV-Empfängern, die künftig nicht mehr pauschal an Werten der Erwachsenen gemessen werden dürften. Bei der Umsetzung des Urteils muss nach den Worten von Fuchs weiter das Lohnabstandsgebot eingehalten werden. „Es kann nicht sein, dass die Hartz-IV-Bezüge eine Höhe erreichen, dass sich eine Beschäftigung im Niedriglohnbereich nicht mehr lohnt", warnte der CDU-Wirtschaftsexperte. Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, wies Kritik von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Hartz-IV-Urteil zurück. Der Erste Senat verlange nicht stets eine Einzelfallprüfung, sagte Papier. De Maizière hatte gesagt: „Das Urteil zeigt eine problematische Tendenz hin zu einer übertriebenen Einzelfallbetrachtung statt zu einer vernünftigen Pauschalierung." Papier betonte: „Eine typisierende und pauschalierende Regelung durch den Gesetzgeber hat das Bundesverfassungsgericht ausdrücklich für zulässig gehalten." Verlangt werde in dem Urteil aber, dass die Regelleistungen, die der Gesetzgeber festsetzt, „in einem transparenten, einleuchtenden und sachgerechten Verfahren bestimmt werden". Die festgestellten verfassungsrechtlichen Mängel beträfen vor allem die Vorgehensweise des Gesetzgebers bei der Bemessung der Regelleistungen. „Darin sehe ich gerade keine Aussage dergestalt, dass wir stets eine Einzelfallprüfung verlangen", sagte der scheidende Gerichtspräsident. Allerdings müsse der Gesetzgeber für atypische Lagen, die einen dauerhaft höheren Bedarf offenbaren, eine Härtefallklausel vorsehen. „Eine solche Klausel war dem bisherigen Sozialhilferecht immer schon immanent", unterstrich der Gerichtspräsident. Wegen der engen tatbestandlichen Voraussetzungen müsste eine solche Härtefallregelung aber „die Ausnahme" sein. Der Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, kritisierte die Äußerungen von FDP-Chef Guido Westerwelle zu Hartz IV energisch. „Die Wortwahl ist diffamierend. Das ist nicht akzeptabel", sagte Glück der „Passauer Neuen Presse". „Herr Westerwelle scheint eine Möglichkeit gesucht zu haben, sinkenden Umfragewerten durch eine solche pauschale Polemik entgegenzuwirken", sagte der ZdK-Präsident. Der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler sagte WELT ONLINE: „Die spätrömische Dekadenz bestand darin, dass die Reichen nach ihren Fressgelagen sich in Eselsmilch gebadet haben und der Kaiser Caligula einen Esel zum Konsul ernannt hat. Insofern stimmt Westerwelles Vergleich: Vor 100 Tagen ist ein Esel Bundesaußenminister geworden." Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Brigitte Pothmer, machte bei Westerwelle „spätkapitalistischen Irrsinn aus". Der „Neuen Presse" aus Hannover sagte Pothmer, Westerwelle leide unter einem kompletten Realitätsverlust. „Er steht mit dem Rücken an der Wand, hat lausige Umfragewerte und ist inzwischen sogar in der eigenen Partei umstritten. Deswegen drischt er auf Hartz-IV-Empfänger ein." _________________  |
|  | | piece

 Anzahl der Beiträge: 5447 Alter: 48 Ort: NDS Anmeldedatum: 29.12.08
 | Thema: Re: Lohnt sich Arbeit noch? Sa 13 Feb 2010 - 14:35 | |
| üps, sunny, danke irgendwie ist mir der Link entfallen.....gehe gleich mal schauen... | Zitat: | | Deutlich warnte der Finanzminister vor einer Ausweitung des Sozialstaates. „Wir dürfen den Grundgedanken von Hartz IV nicht aus den Augen verlieren: Die notwendigen Sozialleistungen dürfen die Aufnahme von Arbeit nicht unattraktiv machen", |
und was ist mit dem Regelsatz für die Kinder, die müssen erstmal Bildung bekommen eh sie sich um attraktive Arbeit bemühen können.... |
|  | | piece

 Anzahl der Beiträge: 5447 Alter: 48 Ort: NDS Anmeldedatum: 29.12.08
 | Thema: Re: Lohnt sich Arbeit noch? Sa 13 Feb 2010 - 14:44 | |
| ...so habe den link nun gefunden und mal durchgeklickt...die Diffenrez von Geringverdienern zu HArtz 4 Emüpfängern betrug grob gesagt je nach Job zwischen 300(/eitarbeitern) und 17€(Tätigkeiten in Werbung und Marktforschung u.ä.)...wobei 300 € Differenz echt ordentlich ist. Spannend fand ich auch das Beschäftigte in einem Callcenter mehr verdienen als Rechtsberater....der Vergleich ist allgemein sehr interessant... Aber es ist trotzdem ja noch die Sache mit dem Selbstwert, dem gesellschaftlichen Status ob man Arbeiter ist oder Hartz 4ler, oder empfinde nur ich das so? Man wird doch immer in eine andere Schublade gepackt und auch so angesehen.....aber vielleicht sehe auch ich das nur so... Ich würde dennoch Arbeit vorziehen und denken das sich Arbeit trotzdem noch lohnt, wenn auch nicht geldlich so wirklich,aber schon aus diesem Grund und weil ich immer auch im Hinterkopf hätte, ähnlich wie Andre schrieb, vielleicht ergibt sich mal etwas Besseres aus der jetzigen Geringverdienersituation, immerhin ist man in Lohn udn Brot und kann berufserfahrung nachweisen, was ja auch oft als Grund wichtig sein kann.... MIch würde das anregen irgendwie weiter zu suchen während der Hartz 4 Status doch sicherlich auch oft einfach frustriert und irgendwann phlegmatisch machen könnte... Aber okay, ich kann das nur vermuten und sicherlich ist es in Wahrheit alles anders.... Rosig sieht es jedenfalls für keinen aus, weder für Hartz 4ler noch für Geringverdiener..... Ich frage mich was dann die Alternative wäre, wie wäre es denn euer Ansicht nach ideal für Alle? Vielleicht doch das Grundeinkommen?..... |
|  | | Compumouse Admin


 Anzahl der Beiträge: 20494 Alter: 55 Ort: Bayern Anmeldedatum: 15.11.08
 | Thema: Re: Lohnt sich Arbeit noch? Sa 13 Feb 2010 - 17:19 | |
| | piece schrieb: | Aber es ist trotzdem ja noch die Sache mit dem Selbstwert, dem gesellschaftlichen Status ob man Arbeiter ist oder Hartz 4ler, oder empfinde nur ich das so? Man wird doch immer in eine andere Schublade gepackt und auch so angesehen.....aber vielleicht sehe auch ich das nur so... |
Es steht ja keinem auf der Stirn geschrieben, dass er Hartz IV Empfänger ist. In einer anonymen Großstadt merkt es bestimmt keiner, ob jemand arbeiten geht, oder eben nicht.
Ich habe mir jetzt den Arno Dübel angeschaut und finde es einfach widerwertig. Wobei das wirklich in meinen Augen eine absolute Ausnahme ist. Er ist halt medienwirksam und steigert die Einschaltquoten. Nur denke ich, dass sich 'echte' Hartz IV Empfänger nicht gerade gut fühlen, wenn sie so etwas sehen.
Ich kenne mich ja nun mit den Gesetzen nicht so gut aus, aber ich meine, wer Geringverdiener ist, bekommt doch auch noch Zuschüsse vom Staat, oder nicht? Also denke ich, dass in Deutschland niemand mit weniger auskommen muss, als ein Hartz IV Empfänger. Wie ich aber schon anfangs geschrieben habe, wäre ich dafür, dass es einen Mindestlohn gibt.
| piece schrieb: | | MIch würde das anregen irgendwie weiter zu suchen während der Hartz 4 Status doch sicherlich auch oft einfach frustriert und irgendwann phlegmatisch machen könnte... |
Genau das ist der Punkt, wer ganz lange ohne Arbeit ist, der wird frustriert und auch phlegmatisch, weil er ja weiß, es hat eh keinen Zweck. Zu einem geregelten Leben kann er sich vermutlich auch nicht mehr aufraffen.
| piece schrieb: | | Ich frage mich was dann die Alternative wäre, wie wäre es denn euer Ansicht nach ideal für Alle? |
Die Alternative wäre für mich der Mindestlohn, sowie Sachleistungen für Kinder von Hartz IV Empfängern und sozial schwachen Familien. Angefangen von Schulessen bis zu Nachhilfestunden. Gibt es heute nicht mehr die 'Kleiderkammern'? Wo Leute Kleidung abgeben, die sie oder ihre Kinder nicht mehr tragen? Dort können doch solche Kinder sicher auch heute noch Kleidung bekommen. Also ich kenne das noch von früher._________________ Liebe Grüße Compumouse |
|  | | Compumouse Admin


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