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| | | interessantes Interview zum "Burn Out" | |
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| Autor | Nachricht |
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piece

 Anzahl der Beiträge: 5447 Alter: 48 Ort: NDS Anmeldedatum: 29.12.08
 | Thema: interessantes Interview zum "Burn Out" So 14 März 2010 - 6:46 | |
| mit Miriam Meckel, wie ich finde, hier der link zum selberlesen: http://www.stern.de/kultur/buecher/interview-miriam-meckel-grenzen-gab-es-fuer-mich-nicht-1550474.html Wenn ich mich so umhöre, denke ich sind viele täglich auf der Überholspur, mich häufig eingeschlossen. Oft denkt man sich: Bald wird`s ruhiger,nur hier mußt du nochmal eben schnell durch...aber oft wird es das nicht... Ob man selber den Nothalteknopf findet wenn es zuviel ist? Was sind Eure Strategien sich Raum für Euch selber zu schaufeln? Was sind eure Erfahrungen mit dem Umfeld wenn es ein deutliches "Nein- nicht jetzt" zu hören bekommt ? |
|  | | Compumouse Admin


 Anzahl der Beiträge: 20495 Alter: 55 Ort: Bayern Anmeldedatum: 15.11.08
 | Thema: Re: interessantes Interview zum "Burn Out" So 14 März 2010 - 10:28 | |
| So wie Miriam Meckel dürfte es wohl kaum jemanden hier ergehen bzw. ergangen sein. Dagegen denke ich schon, dass viele täglich auf der Überholspur sind, so wie du es ausrückst, Piece . Ich sage dazu immer, ich fühle mich wie im Hamsterrad.
Für mich gibt es die Unterscheidung zwischen positiven und negativen Stress. Der positive kann mich sogar noch beflügeln – der negative macht mich auf Dauer krank. Ich war erst in der Situation des negativen Stresses.
Im Herbst letzten Jahres bekam ich eine Zusatzaufgabe im Büro, da durch Stellenabbau Arbeit aufgeteilt werden musste. Diese Aufgabe war aber derart umfangreich, dass es schon ein Halbtagsjob gewesen wäre. Ich habe meinem Chef gesagt, dass ich es versuchen werde und mich melden werde, wenn es zu viel wird.
Man soll ja nicht gleich Dinge ablehnen, die man noch nicht versucht hat. Gut ein Vierteljahr habe ich das durchgezogen. Immer wieder habe ich gedacht „du musst dich ja erst in die Aufgabe einfinden“, „wenn ich erst mal Routine habe, dann wird es schon besser werden“… Anfang Februar habe ich dann gemerkt, dass es so nicht weiter gehen kann.
Ich habe das Gespräch mit meinem Chef gesucht und ihm gesagt, dass die Arbeit zu viel ist und ich alles nur noch halb richtig machen kann. Außerdem sagte ich ihm, dass ich nicht auf Dauer jeden Tag 11 – 12 Stunden arbeiten kann, zumal ja noch täglich 2 Stunden Fahrzeit dazu kommen. Er war sehr verständnisvoll (hat es ja schließlich selber gesehen, dass ich morgens die erste und abends die letzte war). Er wollte dann von mir wissen, welcher Teil der neuen Aufgabe die meiste Arbeit erfordert. Dann hat er beschlossen, dass dieser Teil von 2 Kolleginnen übernommen wird.
Das funktioniert sehr gut und ich kann meine Arbeit wieder vernünftig erledigen. Es klappt zwar immer noch nicht ohne Überstunden, aber es hält sich im Rahmen, so dass ich gut damit Leben kann. Du siehst Piece , ich habe den Nothalteknopf für mich gefunden.
Mir fällt noch vieles zu dem Thema ein, aber ich will jetzt keine ellenlange Abhandlung schreiben. Vielleicht schreibe ich später noch etwas dazu. _________________ Liebe Grüße Compumouse |
|  | | piece

 Anzahl der Beiträge: 5447 Alter: 48 Ort: NDS Anmeldedatum: 29.12.08
 | Thema: Re: interessantes Interview zum "Burn Out" So 14 März 2010 - 15:45 | |
| Danke Mouse für die umfassende Antwort, finde das sehr interessant. So wie Frau Meckel denke ich auch,geht`s wirklich den wenigstens, sie habe ich in dem Zusammenhang halt als Extrembeispiel aufgeführt. Mir geht`s momentan ähnlich wie Dir ,da ich nur eine 30 Stunden Stelle habe ,aber derzeit quasi zwei Stellen besetzen muß. Das funkt auch gut, aber es darf nix zwischenkommen,wie derzeit viele Krankheitsausfälle oder wie dies Wochenende eine Fortbildung, die ich zwar super fand, aber wo mir einfach die Zeit zur Erholung fehlte.
Ich merke einfach das es langsam erschöpft und ich muß mal sehen wie ich da die Notbremse ziehe. Ich selber bin auch oft hin- und hergerissen zwischen der Freude an meiner Arbeit die ich wirklich gerne tu und wo ich dann auch schonmal Überstunden in Kauf nehme wenn es Sinn macht für mich, und zwischen einem gewissen Trotz das es immer die Selben sind die sich im Grunde engagieren.... Da die Waage zu finden finde ich z.T echt schwierig, zumal bei mir nach der Arbeit ja vor der Arbeit ist mit zwei Kids und Mann wo ja auch einiges anfällt an Hausarbeit, und Wäsche etc.... Und ich sehe das auch oft noch so wie du da zu Beginn..."Man muß sich erstmal reinfuchsen"...etc... Ist halt auch die Frage wem man da was beweisen will oder muß... |
|  | | Compumouse Admin


 Anzahl der Beiträge: 20495 Alter: 55 Ort: Bayern Anmeldedatum: 15.11.08
 | Thema: Re: interessantes Interview zum "Burn Out" So 14 März 2010 - 17:33 | |
| Da Miriam Meckel in ihrem Interview auch auf E-Mail zu sprechen kam, wollte ich noch darüber berichten, wie ich mit Mails umgehe. Ich lese Mails zwar meistens gleich, aber ich beantworte die Mails nicht sofort – wie ich es früher gemacht habe. Zum einen will ich bei Mails die mir wichtig sind nicht nur eine schnell hingeworfene Antwort schreiben, nur damit ich geantwortet habe, zum anderen gibt es viele Mails, die gar nicht zwingend beantwortet werden müssen.
So verschickt ein Bekannter von uns ständig irgendwelche Bildchen, Filmchen oder PPS mit der Frage: „Na wie findest du das?“ „Was sagst du dazu?“ „Wie gefällt dir…?“ Was soll darauf antworten? „Toll“, „super“, „genial“? Ne, diese Antwortmails spare ich mir. Eie andere Bekannte hat die Angewohnheit, jede Mail mit einer Frage zu beenden – und sei es nur „was gibt es bei dir heute zu essen?“. Auch da habe ich mir abgewöhnt, darauf zu antworte. Denn es bleibt a dann nicht bei der Beantwortung der Frage. Das alles sind Zeitkiller.
Ich habe auch sehr lange in einem Weight-Watchers-Forum mitgeschrieben. Anders als bei uns hier, wird bei WW jeden Tag ein neuer Thread eröffnet. Das habe ich morgens übernommen. Aber auch dabei bleibt es ja nicht. Abends liest man dann nach und antwortet und bis man auf alle (scheinbar) wichtige Punkte eingegangen ist, vergeht auch einiges an Zeit. Seit ein paar Monaten habe ich das Schreiben in dem WW-Forum eingestellt und es geht mir besser dabei. Ich fühle mich nicht ständig unter Druck gesetzt… darauf musst du noch antworten… dazu musst du noch was schreiben…
Das sind nur ein paar kleine Bespiele wie ich mir Freiräume schaffe. _________________ Liebe Grüße Compumouse |
|  | | piece

 Anzahl der Beiträge: 5447 Alter: 48 Ort: NDS Anmeldedatum: 29.12.08
 | Thema: Re: interessantes Interview zum "Burn Out" So 14 März 2010 - 19:07 | |
| Das mit den Mails handhabe ich ebenso Mouse, früher habe ich da viel mehr geantwortet. Ich habe auch meinen Messi total reduziert und habe den nur immer sehr begrenzt an. ICh war früher auch in zahlreichen Groups aktiv- vor allem Fotogroups-. Aber ich habe irgendwann meine eigene HP gebastelt und seither habe ich das auch stark reduziert.Das war sehr zeitbindend. Überhaupt hat sich mein Internetverhalten seit den Anfängen vor gut 10 Jahren sehr geändert. Damals habe ich mir Tage und Nächte um die Ohren geschlagen,aber mittlerweile reduziert sich das auf wenige Zeit am Morgen und am Abend, meine Familie geht mir da vor, auch die Freizeit die ich zum TV schauen oder Lesen brauche....oder im Sommer für meinen Garten....die Prioritäten haben sich da über die Jahre stark verschoben. |
|  | | piece

 Anzahl der Beiträge: 5447 Alter: 48 Ort: NDS Anmeldedatum: 29.12.08
 | Thema: Re: interessantes Interview zum "Burn Out" Mo 15 März 2010 - 5:19 | |
| ...was für mich übrigens auch noch sehr wichtig geworden ist sind Wochenenden. Frühe war ich aj eher so die "Partymaus" und ständig unterwegs, aber mittlerweile sind mir meine ruhigeren Wochenenden sehr heilig. Ich genieße das gemütlich unser Haus und unseren Garten zu genießen und da fehlt mir nix. Und ich habe gelernt auch abzusagen. Denn man bekommt soviele Einladungen und könnte ja so derartig viel machen am Wochenende.... Ab und zu finde ich das okay, aber nicht immer...und wenn man mal nicht dabei war, ist das auch nicht so schlimm, ich für meinen Teil kann da mittlerweile gut mit umgehen. |
|  | | Linda

 Anzahl der Beiträge: 816 Ort: Nordrhein-Westfalen Anmeldedatum: 16.11.08
 | Thema: Re: interessantes Interview zum "Burn Out" Mo 15 März 2010 - 10:42 | |
| "Burn out" das ist auch so ein Begriff, bei dem ich langsam Zahnschmerzen bekomme ... meiner Meinung nach wird er heute viel zu schnell und zu häufig verwendet.
Nur weil man viel zu tun hat, ist man noch nicht ausgebrannt. Erst wenn man mit all seinen Aufgaben hoffnungslos überfordert ist, kommt man in die Nähe dessen, was ausgebrannt heißt. Und seinen Stress auf die Umwelt und Anforderungen von außen zu schieben, ist dabei einfacher als zuzugeben, dass man sich eigentlich selbst überfordert, weil man falschen Idealen und Zielen nachhängt. |
|  | | piece

 Anzahl der Beiträge: 5447 Alter: 48 Ort: NDS Anmeldedatum: 29.12.08
 | Thema: Re: interessantes Interview zum "Burn Out" Mo 15 März 2010 - 17:31 | |
| Das mag schon häufig zutreffen Linda, aber viele merken ja nicht mal das sie sich überfordern oder gar falschen Idealen nachlaufen und finden den Nothalteknopf eher schlecht. Daher mal die Frage an die User dieses Forums wie ihr den Nothalteknopf findet und welche Strategien ihr so für Euch entdeckt habt um eben grade nicht überfordert zu werden. Offenbar scheint dir das Problem ja fremd zu sein, also mußt du gute Strategien haben nicht in dieses Situation zu geraten, ich würde mich freuen wenn Du uns daran teilhaben lässt. LG PC |
|  | | Linda

 Anzahl der Beiträge: 816 Ort: Nordrhein-Westfalen Anmeldedatum: 16.11.08
 | Thema: Re: interessantes Interview zum "Burn Out" Mi 17 März 2010 - 17:57 | |
| Ganz einfach, piece, ich besinne mich auf meine Stärken und versuche sie zu meinem Vorteil einzusetzen. Situationen, von denen ich weiß, dass sie mich ins Schleudern bringen, versuche ich zu vermeiden.
Ansonsten lasse ich mich wenig von Trends und vorherrschenden Meinungen beeinflussen und versuche, mir selbst treu zu bleiben. Eine Vollzeitstelle im Schichtdienst und unregelmäßiger Freizeit, Haushalt und Familie verlangen Flexibilität, die aber nur funktioniert durch klare Strukturen und ein gutes Maß an Selbstdisziplin.
Im Übrigen sehe ich in meinem Beruf so viel Elend, dass ich mich jeden Tag freuen muss wie gut es mir doch geht und wie wenig Grund ich zum Klagen habe. Wenn ich sehe, was andere Menschen druchstehen und bewältigen müssen und mit welcher Zuversicht sie das oft tun, dann ergreift mich so etwas wie Demut. |
|  | | Gast Gast
 | Thema: Re: interessantes Interview zum "Burn Out" Sa 20 März 2010 - 7:33 | |
| ..... zum glück kann ich es mir leisten, soviel ( oder wenig ) zu tun, wie ich meine - für mich gut ist. ich verzichte gern auf einiges geld und mache dafür lange spaziergänge an der elbe, besuche, kurzreisen und eben dinge, welche mir gut tun. dafür habe ich einen großen kostenfaktor aufgegeben - das auto. wir haben einen exzellenten transport service mit s-bahn, u-bahn, bussen und hafenfähren - also - auf " burn out " kann ich verzichten....und DAS ist auch GUT so! |
|  | | piece

 Anzahl der Beiträge: 5447 Alter: 48 Ort: NDS Anmeldedatum: 29.12.08
 | Thema: Re: interessantes Interview zum "Burn Out" Sa 20 März 2010 - 16:55 | |
| Da ich diesen Thread ja angeleihert habe möchte ich kurz noch etwas dazu schreiben.... Ich hatte das Interview zum Thema "Burn Out"hier eingestellt weil ich das mal interessant fand wann sowas eintritt, das bedeutet nicht das jeder der sich überlastet fühlt daran leidet, das wäre ja schlimm. Daher nochmal kurz was dazu als Erläuterung, dann wird es vielleicht deutlicher was ich wissen wollte. Ich schrieb ja auch das es Vielen so geht das sie auf der Überholspur sind, weil viel passiert in ihrem Leben, beruflich wie familär. Linda  , toll, offenbar hast Du ja alles immer perfekt im Griff, bewundernswert, du brauchst dich im Grunde also nicht angesprochen fühlen. Ein "Burn Out" wird dich sicherlich niemals ereilen. Das kann ich für mich so nicht sagen, auch wenn ich eine ähnliche Lebenssituation wie Du zu haben scheine, von den Gegebenheiten her. Ich denke ich habe mein Leben ebenfalls durchaus im Griff, und auch eine gewisse Selbstdiziplin und setze meine Stärken durchaus sinnvoll ein ,aber immer ist das nicht hilfreich, denn nicht jede Lebenssituaion fordert diese ab. | Zitat: | Situationen, von denen ich weiß, dass sie mich ins Schleudern bringen, versuche ich zu vermeiden.
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Tja, wer versucht das eigentlich nicht? Aber kann man das immer verhindern? Es gibt oft unvorhersehbare Dinge, die bringen einen einfach ins Schleudern und da kommt auch die perfekteste, durchorganisierteste Lebensführung mal aus den Bahnen... Und darum geht`s mir...
Was macht Ihr dann? Wie kriegt ihr sie zurück in die Gleise? Was sind die Strategien sich wieder zu erden? Wie holt ihr euch wieder aus einem Tief raus?
Natürlich wird dir das nicht passieren Linda, aber vielleicht anderen, insofern könnte man davon lernen und es vielleicht mal im Leben benötigen wenns mal "Dicke" kommt. Das Wort Selbstdisziplin finde ich da immer klasse...ja die habe ich beispielsweise auch, aber auch die kann mal erschüttert sein, durch seelische Belastungen. Also ich bin sowieso niemals immer nur selbstdiszipliniert, aber das finde ich ehrlich gesagt auch nicht sooooo schlimm, ab und an mal etwas Unvernunft tut auch ganz gut , solange man sich wieder erden kann und auf den Boden der Tatsachen zurückkehren kann.
Ich hatte da auch eher eine Freundin im Hinterkopf, die ansich sehr durchorganisiert lebt, schon wiel sie mittlerweile alleinerziehend ist und drei Kids hat, aufgrund der Trennung ihr Haus veräußern muß und im ambulanten Pflegedienst tätig ist , quasi ebenfalls in einer ähnlichen Lebenssituation wie Du und ich Linda...und dann kams halt mal richtig Dicke, kein Käufer für das Haus, die neue Wohung finanzieren, Stress mit dem ehemaligen Partner, einen anstrengenden unregelmäßigen Beruf,drei Kids die man bekümmern muß...da bleibt Frau schonmal auf der Strecke...und da mag man noch so durchorganisiert sein...da braucht nur noch ein Kind n Problem haben und eins krank werden, da weiß man plötzlich nicht mehr so genau wo vorn und hinten ist.... Zum Glück hat sie gute Freunde die sie auffangen, wenn die eigenen Strategien mal schwächeln....denn dahilft einem die Selbstdiziplin auch nur begrenzt über den Berg.
Racy , auch du bist da wohl eher eine Ausnahme, da du in einer Ausnahmesituation bist und frei entscheiden kannst wieviel und wann du arbeiten möchtest, keinen Schichtdienst hast, keine jüngeren Kinder die bei dir leben,... Das kann ja nicht jeder so von sich sagen und oft - grade in der heutigen Zeit sind die ,die Arbeit haben gut eingespannt und ziemlich unter Druck- schließlich will man ja seinen Job auch gut machen und auch behalten . Nicht jeder kann daher auf etwas Geld verzichten, weil es einfach gebraucht wird um z.B: Eigentum und Familie zu versorgen....
ich denke auch nicht, das man grundsätzlich jeden äußeren Umstand für eine Über- bzw Belastungssituation vernatwortlich machen sollte, aber es gibt durchaus Situationen im Leben die einen überfordern können und schon verzweifeln lassen können, zumindest kenne ich solche Situationen- zum Glück grade nicht akut- aber ich habe sie auch durchlebt. Ich hatte immer gute Freunde und vor allem einen sehr liebevollen Partner....aber trotzdem ist es, so denke ich zumindest, gut auch für sich ganz alleine grade für solche Lebenssituationen Strategien zu finden die einem selber gut tun. Das ist aber oft wenn man mittendrin steckt extrem schwer, weil man dann den Kopf nicht frei hat.
Übringes bin ich auch sehr oft voller Demut, denn auch ich arbeite in einem Beruf der mich mit viel Elend konfrontiert, auch mein Besuch und mein Kontakt in Nepal, einem der ärmsten Länder dieser Welt hat mich vieles gelehrt. Natürlich jammern wir oft auf sehr hohem Niveau, dennoch hilft einem solche Weisheit nicht weiter, wenn man sich selber ausgelaugt und kraftlos fühlt. In solchen Lebensphasen ist man, denke ich, weniger offen für das Elend der Welt
Ich bin gespannt ob noch Andere solche Situationen schon erlebt haben und wie sie das so gemeistert haben.... |
|  | | Compumouse Admin


 Anzahl der Beiträge: 20495 Alter: 55 Ort: Bayern Anmeldedatum: 15.11.08
 | Thema: Re: interessantes Interview zum "Burn Out" Sa 20 März 2010 - 20:44 | |
| Nun, ich habe ja schon einiges zum Thema geschrieben. Also ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass mich das 'Burn out' ereilen könnte.
Natürlich passieren im Laufe eines Lebens immer wieder Dinge, die einen kurzfristig aus der Bahn werfen, aber das hat für mich dann nichts mit Burn out zu tun, sondern mit den ganz normalen Höhen und Tiefen des Lebens.
Wie ich damit umgehe? Das ist immer situationsbedingt und kann ich gar nicht pauschal beantworten. Ich habe da keine besonderen Strategien. Oft ist es die Familie, die einem dann hilft 'wieder in Spur' zu kommen, oder gute Freunde. Oder mal einfach eine Auszeit.
Vielleicht aber habe ich bisher im Leben einfach nur ganz viel Glück gehabt - dann hoffe ich einfach, dass es weiter so bleibt. _________________ Liebe Grüße Compumouse |
|  | | piece

 Anzahl der Beiträge: 5447 Alter: 48 Ort: NDS Anmeldedatum: 29.12.08
 | Thema: Re: interessantes Interview zum "Burn Out" So 21 März 2010 - 6:14 | |
|  Das wünsche ich Dir ebenso Mouse....und ich hoffe es für mich und alle anderen ebenso. Wie ich ja schon versuchte zu erklären...das einen ein "Burn Out" ereilt ist ja auch eher selten.....aber.... Gestern waren wir auf einem Konzert beim Moonlightshopping in unserer Stadt. Dort spielte ein Kumpel von meinem Mann und ein ehemaliger Kollege. Der war ein Jahr wegen "Burn Out" krankgeschrieben und auch längere Zeit zur Kur. Jetzt hat er seinen Job niedergelegt und sein Leben völlig umgekrempelt und tut woran er Spaß hat und macht Musik..... Ich finde das ja sehr mutig sich völlig aus den "Sicherheiten" rauszubegeben, aber oft ist ja wohl grade so eine Krise etwas was einen sein Leben offenbar komplett überdenken lässt, daher muß das ja nicht zwingend schlecht sein, oder etwas was man von vornerein als "Gemache" abtun muß. DAs "Burn Out " trifft vielleicht nicht täglich auf jeden zu der mal überlastet ist, aber dennoch gibt es Menschen die offenbar sehr sensibel sind und die es dann vielleicht eher aus der Bahn wirft als andere, die vielleicht stärker sind. Sie dann als Simulanten hinzustellen, da wäre ich vorsichtig. Bei dem Kumpel meines Mannes war es ganz arg, dem ging es damals total schlecht und es war schön zu sehen gestern wie fröhlich er wieder war und wieviel Spaß er an der Musik hatte. Wenn man für sich dann Strategien findet da wieder raus zu kommen finde ich das klasse und auch bewundernswert. Ich gehe auch nicht davon aus das sich hier im Forum Menschen befinden die ein "Burn Out" haben...aber die "ganz normalen" Tiefen sind ja auch oft nicht immer schön. Wie geht Ihr damit um? Wie holt Ihr Euch da wieder raus? Geht das nur mit HIlfe von Freunden oder habt Ihr da eigene Strategien entwickelt? Mit zum Beispiel hilft dann immer sehr ein Wellnesstag, wo ich mir einfach mal ganz viel Zeit für mich nehme und in die Sauna gehe und es mir einfach gut gehn lasse.... |
|  | | Gast Gast
 | Thema: Re: interessantes Interview zum "Burn Out" So 21 März 2010 - 7:56 | |
| ..... ich denke dass ich durch die geschichte mit meinem sohn ( auf die ich NICHT mehr eingehen möchte !) diesem sogen. " burn out " zustand schon mal SEHR nahe gewesen bin. mein kind in einer geschlossenen anstalt nach dem hausverkauf ( der gott sei dank so viel einbrachte, dass ich das jahrelang finanzieren konnte ) mit entzugserscheinungen - die ungewissheit OB es zu einem guten abschluß gebracht werden kann - jahrelange zweifel, rückschläge und knappe kasse - das war nicht einfach - ABER - es hat mir erkenntnisse gebracht welche ich sonst sicher NICHT erlangt hätte.
etwas materielles aufzugeben ist manchmal schwierig, doch wenn man etwas dafür bekommt, was mit geld nicht zu bezahlen ist - ist das mehr wert als alle reichtümer der welt!
ich bin oft an die nordsee gefahren in der schweren zeit, das meer hat mich immer beruhigt, der klang der wellen meine seele gestreichelt, der duft von meer, knorrigen kiefern, salz und das gefühl von sand unter den füßen ließ mich meine balance meißtens wiederfinden. da hab ich dann gesessen, mit walkman und musik, im sommer das wasser auf der haut spüren, sich gegen die wellen stellen. auch habe ich viele einschlägige bücher gelesen und auch solche, die mich wieder aufgerichtet haben .z.B. " sorge dich nicht, lebe " von Dale Carnegie...gute gespräche mit wirklichen freunden, aber eben auch die stille in sich suchen, mit dem gegebenen unglück fertig zu werden. ich bin dankbar das geschafft zu haben.
jeder mensch ist anders - somit wird auch jeder eine andere form der beruhigung, wieder auf die füße kommen - suchen und finden. |
|  | | Jani

 Anzahl der Beiträge: 137 Anmeldedatum: 04.03.10
 | Thema: Re: interessantes Interview zum "Burn Out" So 21 März 2010 - 8:34 | |
| Mich stoppte ein Hörsturz, piece, ein Signal, das mir mein Körper sendete. Ich bin von Vollzeit dann auf Halbtagsarbeit gegangen und habe meine Lebenssituation komplett umgekrempelt.
Der Körper sendet eigentlich Signale, bevor es zum endgültigen Burn out kommt, bei mir war es so und ich nahm diese Signale nicht wahr. Man überschätzt sich und seine eigenen Kräfte doch manchmal. |
|  | | | | interessantes Interview zum "Burn Out" | |
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